
© Kera Munin
Mit dem Hellfire Quick 5 Interview versuchen wir für unsere Leser möglichst interessante Infos aus den Musikern rauszukitzeln, ohne dass sie sich seitenlangen Fragen/ Antworten hingeben müssen. Wir vom Hellfire bemühen uns dabei, (mehr oder weniger) kurz und prägnant im Rahmen von wenigen Fragen zu agieren (manchmal kann eine Frage auch gedoppelt oder getrippelt sein); den Musikern obliegt es, nach ihrem Gutdünken zu antworten: kurz und knapp bis hin zu ausschweifend und umfangreich.
Daniel, Jan, Meryll und Mirko von Kera Munin aus Lüdenscheid stellen sich mir zum „Verhör“. Ich durfte die Jungs am Metal4Metalheads 2025 in Kierspe kennenlernen. Sie haben mich ziemlich beeindruckt und mich daraufhin veranlasst, sie mal auszuhorchen.
HF: Daher meine erste Frage: Wie habt ihr euch gefunden und wie kam es dann zur Bandgründung, Namensgebung etc.?
KM: Im Prinzip ist das eine recht klassische Geschichte. Daniel, Mirko und ich waren zuvor schon vor Kera befreundet und in verschiedenen Projekten in verschiedenen Konstellationen musikalisch aktiv.
Aber irgendwie hatten wir dann unfassbar Lust darauf, ein Black Metal Projekt zu starten. Und im Endeffekt waren bereits die ersten treffen ein ziemlicher Selbstläufer vor allem musikalisch. Wir haben einfach genau das kreiert, was wir machen und was wir sein möchten Den Bandnamen haben wir ein wenig zusammengewürfelt, da Mirko über den Begriff, Kera“ gestolpert ist, welcher aus einer indigenen Sprache stammt und im Endeffekt ,,alles was vergangen ist“ sinngemäß zusammenfasst. Jedoch gibt es bereits Bands die so heißen, also haben wir das ganze um Munin erweitert.
Odins Rabe aus der nordischen Mythologie welcher u.a. auch als, Die Erinnerung“ interpretiert werden kann. Das passte phonetisch ganz gut und lässt sich sinngemäß in, Die Erinnerung an das Vergangene“ interpretieren, was wir auch recht stimmig finden. Im Endeffekt haben wir thematisch auch viel um das Thema ,,Vergänglichkeit“ konstruiert, da es genügend inhaltlich hergibt und gleichzeitig für viele auch sehr nachvollziehbar oder fühlbar ist.
HF: Euer Debütalbum „Zeit“ ist im letzten Jahr veröffentlicht worden. Wie läuft es da bei euch ab von der Idee bis zum fertigen Album? Hier steckt allein schon eine Menge Liebe zum Detail in der aufwendigen Verpackung der CD. Zusätzlich in schwarzes Seidenpapier gehüllt und mit einem Siegel verschlossen, welches das Bandlogo zeigt.
KM: Ja tatsächlich geben wir uns da ziemlich Mühe alles so zu gestalten, wie wir es uns als Musik-Fans auch wünschen würden. Bei uns ist der Prozess jedoch wirklich mit einigem. Aufwand verbunden. Wir produzieren im Prinzip alles selbst, die Aufnahme, das Artwork und natürlich die Songs selbst kommen aus unserem kleinen Studio. Das ist zwar recht arbeitsintensiv gleichzeitig haben wir dadurch die Möglichkeit unsere Intentionen möglichst gut einzufangen. ,,DIY“ ist definitiv ein Teil von dem was Kera ausmacht.
HF: Auch ihr habt sicherlich Vorbilder, die euren Stil mitprägen. Inwieweit beschreiben eure Songtexte Situationen aus eurem eigenen Leben und fließen dann mit ins Songwriting ein?
KM: Bei Vorbildern wird es natürlich immer etwas schwieriger, da es da einfach unfassbar viel zu nennen gibt. Aber generell kann man natürlich die 2. Welle des Black Metal nennen, die rohe und kompromisslose Attitüde neben dem allgemeinen Sound-Gewand sind maßgeblich gewesen, um überhaupt erst eine Idee für unseren Geschmack zu entwickeln. Gleichzeitig gibt es viele andere recht intensive Spielarten die vielleicht eher dem Hardcore oder anderen Genres entspringen, die vor allem eine Energie vermitteln, die wir uns ebenso für unsere Musik wünschen.
HF: Wie schon eingangs erwähnt, durfte ịch euch auf dem M4M live erleben. Ihr habt das Festival eröffnet, beeindruckend abgeliefert, einen halbstündigen Durchmarsch hingelegt und man konnte meinen, die Bühne ist euer Zuhause und das Genre mit in die Wiege gelegt worden. Wie bereitet ihr euch auf einen Auftritt vor und welche Eindrücke nehmt ihr dann anschließend daraus mit?
KM: Also erst einmal vielen Dank! Der Auftritt lief wirklich gut und wir haben uns tatsächlich sehr wohl gefühlt! Im Prinzip haben wir keine spezielle Vorbereitung auf Auftritte, natürlich machen wir uns Gedanken über die Set-Liste aber wenn es ums spielen geht, machen wir auf der Bühne nicht viel anders als wöchentlich bei der Probe. Wir spielen unsere Musik einfach gerne und genießen genau das auch meisten. Vielleicht ist es das, was wir dann auf der Bühne ausstrahlen. (Zumindest würde mich das sehr freuen). Ich kann jedoch sagen, dass unsere Eindrücke von der Bühne immer sehr positiv sind, wir spielen Musik zwar in erster Linie für uns selbst, es wäre natürlich gelogen zu behaupten, dass positives Feedback wie Applaus und andere Anerkennung sich nicht gut anfühlen würde. Also ja, es ist jedes Mal eine Freude!
HF: Mit welchen Bands zum Beispiel würdet ihr gerne mal ein Festival oder auch kleineren Gig spielen? Wünsche und Ziele für die Zukunft. Wie sieht es da bei euch aus?
KM: Da würde ich zuerst gerne einmal unsere Freunde von der Band, IDYLL“ aus Lüdenscheid nennen. Wir haben zwar schon ein paarmal zusammengespielt, jedoch ist es immer wieder wirklich ein Erlebnis und eine Freude mit den Jungs auf der Bühne zu stehen! Und wenn man träumen darf, dann würde ich unfassbar gern zusammen mit den Bands aus der Szene in Gent (Belgien) spielen. Amenra, Wiegedood, Predatory Void um ein paar Namen zu nennen. Ich denke, dass das ganz von der Stimmung auch wirklich gut zu uns passt. Zuletzt und einmal ganz utopisch gedacht wäre auf dem Party San spielen zu dürfen. Als Extrem Metal Band wäre das natürlich ein wahrer Ritterschlag!
HF: Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft und sage danke für eure Zeit und fürs Interview.
KM: Vielen Dank, dass wir dabei sein dürfen! Und auch euch weiterhin alles Gute!
Interview: Susanne Kneisel
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