
© Qrixkuor
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Qrixkuor
Album: The Womb Of The World
Genre: Death Metal
Plattenfirma: Invictus Productions
Veröffentlichung: 07.11.2025
Ein völlig anderes Biest. Als hätte jemand das alte Demo-Monster genommen, es drei Nächte in einen okkulten Whirlpool geworfen und anschließend mit Black-Metal-Esoterik poliert. Der Wandel ist so groß, dass man fast vergisst, dass es dieselbe Band sein soll. Qrixkuor klingen wirklich anders als sie einst klangen, im positiven Sinne!
„The Womb Of The World“ ist weder schnell konsumierbar noch besonders freundlich zu Einsteigern. Die vier Songs sind ausufernde, verschlungene Brocken, die sich irgendwo zwischen gequältem Black Metal, avantgardistischen Eskapaden und düster-schwelendem Doom verlieren, und trotzdem auf seltsam elegante Weise zusammenfinden. Man merkt sofort, dass Qrixkuor seit Jahren an einem Sound feilen, der nicht zufällig nach Arcturus, Cradle Of Filth oder Covenant erinnert, aber nie wie eine Kopie wirkt. Eher wie ein entfernter, etwas verschrobener Cousin, der gerne in alten Gruftkostümen die Londoner U-Bahn blockiert.
Besonders beeindruckend ist die Dramaturgie. Die Band fährt wilde Tempowechsel, orchestrale Aufwallungen und zügellose Raserei aus, lässt alles aber so präzise ineinandergreifen, dass selbst die chaotischsten Momente wie geplant wirken. Die Vocals? Ein ganzer Werkzeugkasten. Von flüsternd, kreischend, grollend, manchmal innerhalb eines einzigen Atemzugs. Dazu diese bewusst überzeichneten, theatralischen Spannungsbögen, die man eigentlich nur von Cradle Of Filths besten Zeiten kennt, bevor die Truppe irgendwann zum Wanderzirkus mutierte.
Und genau hier wird es spannend.
Qrixkuor wirken 2025 frischer, hungriger und mutiger als Dani Filth seit über einer Dekade. Da ist kein statisches Gothic-Theater, sondern echtes Feuer, und ein Händchen für Kompositionen, die sich erst wehren, dann öffnen und schließlich komplett entfalten.
„The Womb Of The World“ ist eine Herausforderung, keine Nebenbei-Scheibe. Aber wenn man sich reinfallen lässt, zündet das Ding wie eine schwarzmetallische Oper mit Todesblei-Unterfütterung. Ein Album, das nicht nur Türen öffnet, sondern gleich den ganzen Flur renoviert.
Ein massiver Entwicklungssprung. Ein wilder, aber kunstvoll geformter Brocken Dunkelheit. Und definitiv eines der spannenderen Extrem-Metal-Lebenszeichen aus UK seit langer Zeit. Meinerseits kann ich nicht weiter aufzuhören als zu loben! Von mir gibt es 9 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 So Spoke The Silent Stars
02 Slithering Serendipity
03 And You Shall Know Perdition As Your Shrine…
04 The Womb Of The World
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