Pupil Slicer – Fleshwork

© Pupil Slicer

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Pupil Slicer
Album: Fleshwork
Genre: Modern Metal
Plattenfirma: Prosthetic Records
Veröffentlichung: 07.11.2025

 

Die neue Pupil Slicer-Scheibe besitzt eine seltene Eigenschaft, die nur wenigen Releases aus dem weitläufigen Modern-Metal-Spektrum vergönnt ist. Immer dann, wenn man das Gefühl hat, das junge Trio aus London steuere in eine Einbahnstraße und drohe mit seinen brachialen Stakkatos in Monotonie zu versinken, lehnt sich die Band im entscheidenden Moment wieder dagegen auf, zieht die Dynamik an und liefert den nötigen Frischekick genau dann, wenn er gebraucht wird.

Natürlich setzt dieses Wechselspiel voraus, dass nicht alles rund und poliert klingt, und das ist auch gut so. Pupil Slicer bleiben unberechenbar. Zwar agiert die Band im ersten Drittel von „Fleshwork“ etwas zu konventionell und wiederholt ihre rhythmischen Grundmuster zu häufig, doch sobald Kate Davies mit ihrer alles niederreißenden Performance einsetzt, bekommt die Musik sofort wieder Kanten, Charakter und Energie.

Die stimmgewaltige Frontfrau ist auch diesmal das unangefochtene Aushängeschild, ähnlich wie schon auf dem 2023er Debüt „Blossom“, mit dem sich die Briten eine beachtliche Fanbase erspielt haben. Ohne Davies’ emotionales Spektrum und ihre Kontrolle über Chaos und Wut wäre die Band vermutlich nicht dort, wo sie heute steht. Trotzdem braucht es natürlich auch ein spannendes instrumentales Fundament, und das entwickelt sich zusehends, je weiter „Fleshwork“ voranschreitet.

Plötzlich schaltet das Trio einen Gang höher. Uptempo-Attacken, unerwartete Clean-Vocals und postmetallische Strukturen sorgen für frischen Wind. Mit dem bedrohlich schwelenden „Cenote“ steht am Ende schließlich der vielleicht beste Song, den Pupil Slicer bisher geschrieben haben. Dass sich das Album nach einem durchwachsenen Start zu einem derart starken Finish aufschwingt, überrascht.  Und überzeugt umso mehr.

„Fleshwork“ ist letztlich ein wilder, kathartischer Ritt, anfangs etwas einspurig produziert, im Verlauf aber immer intensiver, dynamischer und emotionaler. Wo zu Beginn noch Unsicherheit herrscht, regiert am Ende purer Ausdruckswille.

Erst Chaos, dann Katharsis, „Fleshwork“ ist ein Sturm aus Wut, Struktur und Emotion, der Pupil Slicer endgültig als eine der spannendsten jungen Modern-Metal-Bands Europas bestätigt.  Die Londoner Modern Metaller bekommen meinerseits mit ihrem Werk „Fleshwork” 8 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist:

01 Heather
02 Gordian
03 Sacrosanct
04 Innocence
05 Black Scrawl
06 Nomad
07 Fleshwork
08 White Noise
09 Cenote

 

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