Prospect Hill – Blood in the Water

© Prospect Hill

 

Geschrieben von Tim Braff
Band: Prospect Hill
EP: Blood in the Water
Genre: Nu-Metal, Post-Grunge, Alternative Metal
Plattenfirma: Red 13 Records
Veröffentlichung: 17.04.2026

 

Die Bostoner Band Prospect Hill ist eine der Bands, die im Nu-Metal-Hype um die Jahrtausendwende entstanden sind. Auch wenn die erste Bandbestrebung der Band im Jahr 1998 und die offizielle Gründung 2004 war, erschien ihr erstes Studioalbum erst 2008. Bislang hat die Band auch erst 3 Studioalben veröffentlicht, was vor allem dem geschuldet ist, dass ihr Weg ziemlich holprig ist. Label-Streitigkeiten, Line-Up-Wechsel und Pausen als Band standen ihrer Konstanz etwas im Weg. Umso bedeutender für die Band wird es sein, dass nach ihrer 2024er EP nun „Blood in the Water“ erscheint.

Zwischen all den Umständen hat die Band um die aktuelle Besetzung aus Edgar Troncoso (Gesang), Mark Roberge (Drummer), Derek Rousseau (Gitarre), Johnny Roberge (Gitarre) und Andy Bochart (Bass) jedoch musikalisch immer zu überzeugen gewusst. So finde ich es auch auf ihrer neuen EP „Blood in the Water“.

Mit einem typischen 2000er Sound aus Nu-Metal und Post-Grunge versetzen sie Hörer problemlos in einen nostalgischen Zustand. Genau das ist der Sound, dem sehr viele Rock- und Metalfans nachtrauern und diesen Stil bedient Prospect Hill. Zwischen gefühlvollem Gesang ihres Sängers Edgar Troncoso und des Bounces der Gitarren hat die Band auch moderne Elemente in ihren Sound integriert, sodass man ihnen nicht vorhalten kann, dass sie rein von Nostalgie profitieren wollen.

Der erste Song ist gleichzeitig Titeltrack der EP „Blood in the Water“. Die Strophen zeigen sich hier ziemlich ruhig und verletzlich und zeigt auch in 2026, dass der 2000er Mainstream-Rock ordentlich Songwriting-Qualität hatte. Insbesondere der Refrain ist hymnisch und reißt einen mit, dass man definitiv versteht, warum der Track der Namensgeber der EP ist. Ebenso scheppern die Riffs mit Bounce, was dem Song eine gewisse Lässigkeit verleiht.

Der 2. Song ist „Victim“, der für mich der stärkste Song der gesamten EP ist. Sänger Troncoso, der früher der Bassist der Band war, überzeugt mit sehr powervollen Vocals. Der Refrain ist ein zentraler Part der gesamten EP und ist universell als Rock-Party-Kracher, Workout-Highlight oder Autobahn-Karaoke zu gebrauchen. Der Refrain bleibt im Kopf und will diesen auch nicht verlassen. Der restliche Song baut sich mit Groove und Eingängigkeit für diesen Moment jedes Mal auf.

Track 3 ist „Comfortable Alone“ und beginnt sowohl balladig als auch verträumt. Es bildet einen perfekten Aufbau für die kraftvollen Abschnitte, die ab dem ersten Pre-Chorus einsetzen. Der Refrain ist – wie üblich auf dieser EP – kraftvoll und hymnisch. Der Begleitgesang im Hintergrund stellt sich zudem als unterschätzt geniales Detail heraus und holt das Bestmögliche aus dem Song für mich heraus.

Auch Track 4 „One Last Fight“ beginnt balladig mit einem Piano und geht auch direkt wieder in den kräftigen Bounce der Gitarren über. Auch hier wird man wieder qualitativ in den Anfang der 2000er katapultiert. Prospect Hill hat eine Konsequenz auf „Blood in the Water“ gebracht, die unglaublich ist. Aller spätestens bei Track 4 merkt man, dass diese EP eher nach einem Best Of klingt als nach einer gewöhnlichen EP.

Song 5 „As the World Turns“ knüpft genau da an, wo „One Last Fight“ aufgehört hat. Eine hymnische Melancholie, die durch schwere Gitarren getragen wird. Die Bridge präsentiert sich zudem als Härte-Höhepunkt der EP. Durch die Scream-Einlage wird die EP umso dynamischer und löscht jeden Zweifel, dass diese EP im Ansatz langweilig werden könnte.

Der letzte Track ist erneut „Victim“ als Reload, aber diesmal mit einem Feature von Taproot-Sänger Stephen Richards. Die Nu-Metal-Affinität wird spätestens hier bemerkbar und er passt auch sehr gut zu diesem Song. Der für mich beste Song der EP kriegt hier meiner Meinung nach einen besonderen Touch und überzeugt so ebenfalls. Eine favorisierte Version habe ich hier allerdings nicht.

Für mich ist diese EP eine Ansammlung an möglichen Hits, die ich so allesamt gerne im Radio hören möchte. Ich denke, das stellt die EP gut und präzise dar.
Fazit: „Blood in the Water“ ist nicht nur eine starke EP und ein Lebenszeichen einer nostalgischen Band, sondern der Beweis, dass Hindernisse in Erfolg münden können. 10 von 10 Hellfire-Punkten!

 

Tracklist:

01 Blood in the Water
02 Victim
03 Comfortable Alone
04 One Last Fight
05 As the World Turns
06 Victim (Reload)

 

Mehr Infos:

Facebook

 

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.