
© President
Geschrieben von Tim Braff
Band: President
Album: Blood Of Your Empire
Genre: Alternative Metal, Metalcore, Post-Hardcore
Plattenfirma: Atlantic Recording Corporation
Veröffentlichung: 04.09.2026
2025 habe ich President – vielleicht auch aufgrund fehlender hochkarätiger Konkurrenten – als meinen Newcomer des Jahres betitelt. An ihnen konnte man einfach nicht vorbeikommen, denn sie waren bereits im Line-Up großer Festivals, bevor überhaupt irgendetwas über die Band bekannt war oder gar ein Song von ihnen veröffentlicht wurde. Per Definition spricht man da natürlich von einer Industry Plant; hinter der Maske ihres Frontsängers wird aber ein erfahrener Musiker sitzen, der den nötigen Drahtziehern genug Absicherung und Gründe für Vertrauen geliefert hat.
Ihre ersten Songs gingen dann auch viral, spalteten aber auch die Metal-Community. Am Anfang war ihr „Pop-Metal“ noch etwas Frisches, während jetzt einige Metalheads die Pop-Strukturen stark kritisieren.
Ihre Debütplatte „Blood Of Your Empire“ besteht weiterhin aus dieser Identität im Sound, die Metal mit Pop mischt. Auffällig sind hierbei nicht nur Beats oder eingängige Refrains, sondern ein essenziell darauf ausgelegter Sound, der nach Pop-Musik mit harten Instrumenten, Breakdowns und ein paar Screams klingt.
Einige Bands wie Sleep Token und eben auch President haben massenweise Erfolg mit dieser Sound-Philosophie, was diese Bands aber auch zu den umstrittensten Bands der harten Musik macht. Ich bin diesem Sound, insbesondere auf „Blood Of Your Empire“, ziemlich zwiegespalten gegenüber eingestellt. Einerseits bin ich als Nu-Metal-Fan allgemein Fan von Crossover-Metal und deshalb offen für Innovationen. Andererseits überwiegen für mich die Pop-Anteile den Sound, weswegen mein Geschmack quasi gar nicht getroffen wird. Am stärksten macht sich das in den Parts bemerkbar, wo die Struktur den Pop-Aspekt hervorhebt.
Für mich gehen die Ideale des Metals und des Pops auseinander und haben nicht immer einen gemeinsamen Nenner. Vor allem auf Presidents Debütalbum merkt man einen hochglanzpolierten Sound, der keine Ecken und Kanten aufweist. Dazu werden moderne Beats programmiert, die wirklich jeder Künstler verwendet, den ich höre, wenn ich mich mal wieder auf 1Live oder BigFM verirrt habe. Dadurch verliert für mich ihr Album an der gewissen rohen Energie, Authentizität und Szenenidentität, die den Metal normalerweise auszeichnen. Wenn etwas zu „perfekt“ klingt, ist es höchstwahrscheinlich zwar handwerklich gut gemacht, gefällt mir aber nicht, weil der ehrliche Charakter nicht vorhanden ist.
Vor allem hat der Sound für meinen Geschmack auf „Blood Of Your Empire“ sogar phasenweise echt gute Ansätze. Die Gitarren bei den Breakdowns sind ziemlich fett und scheppern zwischendurch ordentlich und die Stimme ihres maskierten Frontsängers „The President“ klingt sowohl clean sehr harmonisch als auch bei Screams ziemlich heftig. Die Ansätze sind gegeben, dass es auch überzeugen kann, ohne Pop-Strukturen aufzugreifen. Diese Zwickmühle repräsentiert für mich „dark heaven“ am besten, der mir in den Ansätzen echt gut gefällt, aber dann durch die Struktur nachlässt.
Ein Song hat mich tatsächlich komplett umgehauen. Die Rede ist von „Hate Figure“ featuring Ando San. Der Track weist zwar moderne Pop-Beats auf, mündet dann aber in einem modernen Rap-/Nu-Metal, was ich sehr stark finde. Der Song reißt mit, ist nicht zu glatt und hat Alleinstellungsmerkmale. Mit sowas kann man mich überzeugen.
Fazit: Presidents Debütalbum „Blood Of Your Empire“ ist kein schlechtes Album. Für meinen Teil trifft der Pop-Metal nicht meinen Geschmack und bildet in mir Zwiespalte, da einige Ansätze durchaus Potenzial haben. Subjektiv kann ich damit aber trotzdem kaum bis gar nicht d’accord werden.
5,5 von 10 Hellfire-Punkten!
Trackliste:
01 Angel Wings
02 DOOM LOOP
03 dark heaven
04 Pink Noise
05 Mercy
06 Sleepwalker
07 Dionysus
08 This Will Divide Us
09 Hate Figure
10 White Devil
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