Orgrel – The Abyssal Terror

© Orgrel

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Orgrel
Album: The Abyssal Terror
Genre: Black Metal
Plattenfirma: Iron Bonehead
Veröffentlichung: 31.10.2025

 

Wenn man in Italien an Black Metal denkt, kommen einem vermutlich eher die okkulten Schergen von Mortuary Drape oder Handful of Hate in den Sinn, nicht unbedingt eine Band wie Orgrel, die seit einigen Jahren unermüdlich an der Wiederbelebung des klassischen 90er-Sounds arbeitet. Mit „The Abyssal Terror“ liefert das Trio nun ein Album, das so kompromisslos und frostig daherkommt, als hätte man es direkt aus einer verstaubten Kelleraufnahme von 1995 geborgen.

Schon der Opener zeigt, wo der Hammer hängt. Rasendes Tremolo-Picking, klirrende Becken und Blastbeats, die ohne Vorwarnung über einen hinwegfegen. Orgrel verschwenden keine Sekunde an unnötige Intros oder Effekte, hier regieren Geschwindigkeit und Raserei. Trotz aller Aggression schimmern immer wieder melodische Gitarrenlinien durch, die den Songs einen fast majestätischen Charakter verleihen, ohne dabei an Bösartigkeit einzubüßen.

Die Vocals sind purer Zorn: kehlig, beißend, völlig frei von Studio-Sterilität. Zusammen mit der rohen, leicht verrauschten Produktion entsteht ein Sound, der bewusst an die Hochphase des norwegischen Schwarzmetalls erinnert, irgendwo zwischen frühen Gorgoroth, Setherial und Marduk, aber mit einem mediterranen Hauch dämonischer Theatralik.

Besonders stark zeigen sich Songs wie „Infernal Pursuit“, der mit flirrenden Leads und peitschenden Tempowechseln punktet, sowie „Horned Tyrant“, das eine fast hymnische Dunkelheit entfesselt. „Steel Storm Apocalypse“ schließlich lässt das Album in einem wahren Sturm aus Kälte, Chaos und Raserei gipfeln.

Zwischendurch gönnt sich die Band auch ein paar langsamere Passagen, die jedoch nie an Spannung verlieren. Kleine Details wie beschwörende Chants und dezente atmosphärische Übergänge sorgen für Tiefe, ohne den Old-School-Vibe zu verwässern.

Orgrel liefern mit „The Abyssal Terror“ ein gnadenlos authentisches Stück Black Metal ab, das jede Spur von Moderne verweigert und stattdessen mit purer, urtümlicher Energie glänzt. Wer die 90er verehrt und nach einem Sound sucht, der nach kaltem Stahl, Blut und Schwefel riecht, wird hier fündig. Meinerseits gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist: 

01 Infernal Pursuit
02 Rituals Of The Abyssal Power
03 Nefarious Maw
04 Horned Tyrant
05 The Enshrinement Of The Triumphant Beast
06 Storming Souls
07 Conqueror Of Forbidden Cosmos
08 Steel Storm Apocalypse

 

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