Noltem – Illusions in the Wake

© Noltem

geschrieben von Yannic Aust
Band: Noltem 
Album: Illusions in the Wake
Genre: Atmospheric Black Metal 
Plattenfirma: Transcending Obscurity Records
Veröffentlichung: 15. Oktober 2021

Manchmal fragt man sich doch einfach „Woran hat et jelegen?“ Ja jut, woran hat et jelgen? Das ist natürlich immer so die Frage! Ne, aber echt jetzt. Woran hat es gelegen, dass ich von „Noltem“, und offenbar der ganze Rest der Welt, noch nie etwas gehört habe? Dafür existiert das Trio aus Connecticut bereits seit 2003.

Erst nach knapp 18 Jahren schaffen es die Amerikaner mit ihrem neunen Longplayer „Illusions in the Wake“ auf sich aufmerksam zu machen. Oke, von nichts kommt nichts. Denn erst im Jahr 2015 wurde es um „Noltem“ etwas aktiver und sie droppten die EP „Mannaz“. Jedenfalls erklärt diese recht ausgeprägte kreative Schaffenspause, weshalb die Band „Noltem“ für mich böhmische Dörfer sind.

Doch mit einem nun festen Line-Up beschreiten die Amerikaner auf „Illusions in the Wake“ lyrisch weiterhin spirituelle Pfade und haben sich aus dem Dornröschenschlaf gerüttelt. Bereits bei dem ersten Track „Figment“ lässt „Noltem“ nicht lange fackeln. Die Erzeugung einer dichten Atmosphäre steht hier auf der Tagesordnung. Während mein Blick leicht in Richtung Spielzeiten lunzt merke ich, dass wird nichts für zwischen Tür und Angel. Hier erfordert es Hingabe, Zeit und Ruhe damit „Illusions in the Wake“ zünden kann.

Was mich definitiv am meisten auf der Scheibe abholt sind die Vocals von John Kerr. Wir bekommen eine Variation zwischen tiefen, bösartigen Growls und wehleidigen, markerschütternden Schreien geboten. Es entsteht eine gelungene Symbiose aus Aggressivität und Emotionalität. In Kombination mit der Instrumentalisierung ist diese Mixtur fast unschlagbar. Ich jedenfalls hänge John Kerr gebannt an den Lippen und kaufe ihm jedes Wort ab.

Die Songs bewegen sich alle samt auf demselben Niveau, daher ist es schwer einen herausstechenden Favoriten zu bestimmen. Im Hinblick auf die Stimmung jedoch finde ich den Track „Beneath the Dreaming Blue“ am interessantesten. Die Nummer entwickelt sich von einem lauen Lüftchen zu einem tosenden Tornado. Im Bereich des Atmospheric Black Metal kann ein gelungener Aufbau eines Tracks erheblich zur Intensivierung verschiedener Eindrücke beitragen und somit die Stimmung um Einiges verdichten. Stichwort: Ekstase.

Mit „Illusions in the Wake“ tauchen Noltem aus dem Nichts hervor und pfeffern uns mit viel Gefühl ihr Debüt-Album um die Ohren. In einer passenden Situation überzeugt das Album auf voller Bandbreite, z.B. während man einen Pinot Noir schwenkt und verträumt über den Sinn des Lebens sinniert.

Ich schicke 8,5 von 10 Hellfire-Punkten nach Connecticut.

Tracklist:

01 Figment              
02 Illusions in the Wake     
03 Beneath the Dreaming Blue       
04 Submerged                       
05 Ruse     
06 On Shores of Glass         

Line Up:

Max Johnson – Guitars, Keyboards
John Kerr – Drums, Vocals, Keyboards, Guitars
Shalin Shah – Bass

 

Mehr Infos:

https://www.facebook.com/noltem

 

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