
© Night Laser
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Night Laser
Album: Rats In The Cradle
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 25.09.2026
Zwei Jahren nach Veröffentlichung ihres vierten Albums „Call Me What You Want“ sowie einer Europatournee mit Axel Rudi Pell im vergangenen Jahr kehren die Hamburger Glam/Heavy Metaller NIGHT LASER mit ihrem neuen Longplayer „Rats In The Cradle“ zurück. Glaubt man der üblichen Promotion, sind NIGHT LASER „zu der Band geworden, die sie schon immer sein wollten. Die Handbremse ist gelöst und der Turbo gezündet“.
Solche Aussagen sind ja bekanntlich mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, aber zumindest mit Blick auf den Opener „S.T.F.U.“ kann man durchaus von gelöster Handbremse sprechen, denn der Song entpuppt sich als flotte Rock’n Roll Nummer mit den üblichen Glam/Sleaze Elementen, ohne jedoch größere Überraschungen aufzufahren. „Make You Mine“ bietet im Grunde dasselbe, nur mit dem Unterschied, dass die erste Hälfte etwas zurückhaltender gestaltet ist und der Refrain über eine weichere Färbung verfügt.
Während die Band mit dem kraftvoll nach vorne gehenden „Defenders“ dann die Brücke zum klassischen Metal schlägt – was ihr im Übrigen sehr gut zu Gesicht steht-, lassen sie bei „Blueberry Gin“ den Blues in ihren Sound miteinfließen, bei dem Sascha Paeth ein bemerkenswertes Solo hinlegt. Mit „Heart Of The Desert Rose“ folgt dann eine Blues Ballade, bei der Sänger Johnny Gioeli (Axel Rudi Pell, Hardline) nicht nur einen interessantes Gastbeitrag abliefert, sondern ehrlicherweise Frontmann Benno Hankers auch direkt mal in den Schatten stellt.
Weiter geht’s mit dem Titeltrack, der Song thematisiert die grausamen Experimente des japanischen Kriegsverbrechers Shirō Ishii während des Zweiten Weltkriegs und bekommt allein dadurch – besonders im Mittelteil – eine leicht dunklere Färbung verliehen, auch wenn das Ganze weitestgehend im üblichen Metal Modus verläuft. „Into The West“ ist dann eine weitere, keineswegs schlechte Ballade, die aber dem zuvor gehörten „Heart Of The Desert Rose“ nicht das Wasser reichen kann.
„19CR490“ geht dann wieder Richtung Sleaze zurück, packt eine gehörige Portion Groove oben drauf und ist zugleich ein ausgestreckter musikalischer Mittelfinger an all jene, die „in ihrer Machtgier selbst das letzte bisschen Menschlichkeit verloren haben!“. „Get Out ist ein garstiger, teils speediger Metal Track, der mehr Ecken und Kanten besitzt als so manch zuvor gehörtes Stück und von dem man sich wünscht, NIGHT LASER hätten mehr davon im Gepäck.
„Goddess Of The Sky“ wiederum ist ein mehr als achtminütiger, großartiger Longtrack, der neben den zu erwartenden epischen Momenten auch eine Spur Bombast miteinbringt und sich somit im Fahrwasser von Bands wie Savatage oder Legions Of The Night bewegt. Die akustische gehaltene Southern Rock Nummer „You And Me“ lässt das Album dann auf beschauliche Weise ausklingen.
Die große Stärke des Albums ist zugleich auch seine einzige Schwäche, denn so sehr mir eine gewisse stilistische Vielfalt durchaus gefällt, fehlt mir dennoch ein wenig der rote Faden und die Frage, in welche Richtung sich NIGHT LASER künftig entwickeln wollen. Wer jedoch eine bunte Mischung aus Glam, Sleaze, Heavy/Power Metal, Blues und Hard Rock zu schätzen weiß, dürfte mit „Rats In The Cradle“ bestens unterhalten werden.
Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- S.T.F.U.
- Make You Mine
- Defenders
- Blueberry Gin
- Heart Of The Desert Rose
- Rats In The Cradle
- Into The West
- 19CR490
- Get Out
- Goddess Of The Sky
- You And Me
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