
© Night Attack
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Night Attack
Album: Necromancer
Genre: Blackened Death- / Thrash Metal
Plattenfirma: WormHole Death
Veröffentlichung: 19.09.2025
Mit ihrer zweiten EP „Necromancer“ beschwören die Blackened Death Thrashers aus North Carolina ein zwanzigminütiges Ritual, das alles andere als subtil ausfällt. Vier Tracks genügen, um eine apokalyptische Klangwelt zu entfesseln, in der Thrash-Wut, blackened Death-Atmosphäre und okkulter Wahnsinn zu einer infernalen Einheit verschmelzen.
Bereits der Opener und Titeltrack donnert los wie ein entfesseltes Unwetter: rohe, gnadenlose Aggression, die sofort klarmacht, dass Night Attack keine Kompromisse eingehen. Die Gitarrenarbeit von Verigo und Adam erweist sich als das Herzstück der EP, ein Zwillingsangriff aus rasendem Tremolo, galoppierenden Rhythmen und eruptiven Soli, die wie brennende Glyphen ins Klangbild geritzt sind. Dazu kommt ein Bass, der nicht im Hintergrund verschwindet, sondern sich grollend und übersteuert seinen Platz erkämpft – ein bedrohlicher Puls, der den Songs zusätzliches Gewicht verleiht.
Gesanglich herrscht absolute Finsternis: die Vocals sind scharfkantig, hasserfüllt und wirken wie Beschwörungsformeln, die den Zuhörer in eine nekromantische Sphäre ziehen. Begleitet wird das Ganze von einem Schlagzeug, das zwischen blastbeat-getriebener Raserei und thrashigen Gallop-Rhythmen pendelt und den martialischen Charakter des Materials noch verstärkt.
Thematisch widmet sich die Band vampirischen Mythen, okkulten Ritualen und dem Jenseits, Inhalte, die perfekt mit dem Sound verschmelzen und die Atmosphäre der EP wie ein dichter Nebel umhüllen. Produktionsseitig überzeugt „Necromancer” durch eine Mischung aus klarer Durchsetzungskraft und roher Direktheit. Nichts klingt glattgebügelt, sondern wie ein Live-Ritual, eingefangen mit chirurgischer Präzision.
Stilistisch verortet sich Night Attack irgendwo zwischen den frühen, gnadenlos prügelnden Kreator, der Raserei von Possessed und dem schwarzmetallischen Zynismus eines Skeletonwitch, und doch bringen sie genug eigene Finsternis ein, um sich nicht im Schatten ihrer Einflüsse zu verlieren.
„Necromancer” ist ein wilder, ritueller Abstieg in eine Welt aus Knochen, Flammen und schwarzer Magie. Die EP ist kurz, aber gnadenlos intensiv, ein kompromissloser Schlag ins Gesicht, der Night Attack endgültig als ernstzunehmende Kraft im extremen Metal positioniert.
Night Attack kriegen eine 8 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Necromancer
02 Blitzkrieg
03 Sektor B
04 Mosh and Thrash
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