Naraka – In Tenebris

© Naraka – In Tenebris

 

Geschrieben von Helgvar Sven Mánfreðson
Band: Naraka
Album: In Tenebris
Genre: Melodic Death Metal
Plattenfirma: Blood Blast Distribution
Veröffentlichung: 08.10.2021

 

Manchmal geht man in der Zeit rückwärts und so rezensiere ich heute das Debütalbum der französischen Melodic Death Metaller um Naraka, dass seit vier Jahren auf den Namen „In Tenebris“ hört und atmet.

Das Intro „In Tenebris“ ist düster, bedrohlich und von einer schön schaurigen Atmosphäre, wie klingendes aus alten Gruselfilmen stammen könnte, wenn Dracula die Nacht und seine Opfer beißend beglückt. Das folgende „Cursed“ übernimmt die vorhergehenden Klänge anfänglich minimal, um dann schwer im feinen Soundgewand durchzustarten. Die Double-Bass sind fast dauerpräsent, man wechselt den Rhythmus, behält das spielende Grundgerüst bei, dunkle elektronische Klänge zeigen sich im Hintergrund, man teilt gut in den schnelleren Passagen aus und der Gesang präsentiert sich rauchig kratzig dunkel. „The Black“ stampft auf, zieht hoch und hinterlässt tiefe Spuren im pestverseuchten Boden, während die markanten Double-Bass auch hier Einzug halten. Das Ganze wirkt in seiner Darbietung schön dunkel und düster, nicht zuletzt auch aufgrund des Anfangs und des Endes.

„Of Blood and Tears“ hat Tiefe mitgebracht und das nicht nur vom Bass. Im weiteren Verlauf erfolgt dies weiterhin und im gesamten haben wir eine ungewöhnlich klingende Kombination von allem, aber nicht uninteressant. Frauen stimmliches erklingt schon fast in dreierlei, der Rhythmus bleibt schwer und geht manchmal andere Wege bis hin zum schwebenden und elektronisches gibt dem Ganzen die Begleitung. „Dream and Wait“ lässt Glocken ähnliches in einem Mantel von Dunkelheit erklingen, der Sound ist wieder druckvoll, der Weg ist drückend, man biegt ab uns zu kreativ ab und Théodore Rondeau growlt aber verständlich wenn auch nicht breigefächert in sein Mikrofon. Das kurze „Antra Daemonium“ entlässt wie auch schon vorher andere alleinig beginnend fein dunkel elektronisches. Im folgenden gesellen sich die Drums und chorales hinzu und kurz darauf ist alles wieder schon beendet, schade.

„Darkbringer“  dringt bleischwer vor, mit Keyboard und Double-Bass tritt man aus dem Höllenschlund empor, sodass man atmosphärisch nicht rätseln muss. Das Ganze ändert sich auch nicht, sondern wird durch schnelle Momente und mehr Druck und sphärische Klänge mit Klar“gesang“ erweitert und so ist es eine gesamtheitliche Mischung die mir mir gefällt, während endend die Regler runtergedreht werden. „Mother of Shadows“ passt sich anfänglich seinen Vorgängern spielerisch klanglich an und man tritt wuchtig Spuren diesmal in den schwarzen Teer. Gesanglich findet ein Wechselspiel zwischen Mann und Frau statt, wobei die Dame mehr Parts zelebriert. Mich erinnern die  engelsgleichen Tönen ein wenig an Theatre of Tragedy und die Dame fängt mich mehr als der Herr. Mit über sechs Minuten ist er der längste Song und dieser ist gut und kreativ gefüllt, sodass keine gähnenden Momente mich ereilen. „Sleeping in Silence“ fällt für mich eher in die Sparte Gothic Metal von seiner Struktur her, die gefällt. Klar haben wir auch die etwas „härteren“ Augenblicke, aber diese sind in der Unterzahl. Gesanglich ist es schwebend und klar, sodass ich mich eher mit diesem Genre hier anfreunde.

„The Great Darkness“ hat unheimliche Klänge im Gepäck, auch hier sind die markanten Double-Bass wieder erkenn -und hör und man geht gut im gesamten druckvoll vorwärts. Gesanglich gefällt mir hier das Ganze schon besser, denn die Growls werden variiert und breiter dargeboten und wenn man die Mitte überquert hat, wird es kurzzeitig insgesamt heftiger. „Compendium Maleficarum“ präsentiert über die gesamte Spielzeit Piano oder Klavierlänge im entsprechend gesamtheitlichen Outfit und ist ein passender Abschluss dieser insgesamt 46:35 Minuten. Im heutigen Jahr erscheint am 24. Oktober das zweite Album „Born in Darkness„, aber dieses abschließend nur am Rande.

Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire Punkten.

 

Tracklist:

1 In Tenebris 01:46
2 Cursed 05:11
3 The Black 04:26
4 Of Blood and Tears 05:24
5 Dream and Wait 05:34
6 Antra Daemonium 01:40
7 Darkbringer 05:14
8 Mother of Shadows 06:25
9 Sleeping in Silence 03:56
10 The Great Darkness 03:47
11 Compendium Maleficarum 03:12

 

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