Modula Nation – The Rift

© Modula Nation

 

Geschrieben von Tim Karow
Band: Modula Nation
Album: The Rift
Genre: Psychedelic Rock, Space Rock, Industrial Rock, Progressive Rock
Plattenfirma: Tonzonen Records
Veröffentlichung: 24.07.2026

 

Mit „The Rift“ präsentiert die österreichische Band Modula Nation ihr bislang ambitioniertestes Werk. Die Grazer verbinden Psychedelic- und Space-Rock mit Industrial-Einflüssen, funkigen Grooves und progressiven Songstrukturen. Dabei entstehen Klanglandschaften, die sich bewusst jeder einfachen Schublade entziehen. Das Ergebnis ist ein Album, das Aufmerksamkeit verlangt und sich nicht nebenbei konsumieren lässt.

Track Nummer eins ist auch der Titeltrack. Was hat man hier? Druckvolle Gitarren treffen auf elektronische Klangflächen, modulare Synthesizer und eine kraftvolle Rhythmussektion. Die Band baut dabei geschickt Dynamik auf, wechselt zwischen ruhigen Momenten und explosiven Ausbrüchen und sorgt so für einen spannenden Spannungsbogen. Sänger Heinz Wallner bewegt sich souverän zwischen melodischem Gesang und härteren Vocals, wodurch der Song zusätzlich an Intensität gewinnt.

Mit „Silicon Carne“ folgt einer der stärksten Titel der Platte. Funkige Basslinien treffen auf schwere Gitarrenriffs und verleihen dem Song eine ungewohnte Leichtigkeit. Die Mischung erinnert stellenweise an Faith No More, ohne dabei wie eine Kopie zu wirken. Gerade das Zusammenspiel aus Groove und experimentellen Elementen funktioniert hier besonders gut.

Auch „The Breakout“ setzt den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Komplexe Rhythmen, elektronische Einsprengsel und überraschende Stilwechsel halten den Song permanent in Bewegung. Gleichzeitig verliert die Band nie den roten Faden und schafft es, trotz aller Experimente eingängig zu bleiben.

Nicht jeder Song erreicht allerdings dieses Niveau. „Shred“ wirkt stellenweise überladen und versucht zu viele Ideen gleichzeitig unterzubringen. Die Vielzahl an Stilwechseln und experimentellen Passagen erschwert den Zugang und lässt den Song unnötig kompliziert erscheinen. Hier hätte etwas mehr Zurückhaltung dem Gesamtbild gutgetan.

Einen angenehmen Kontrast bildet dagegen „I Won’t Let Them“. Der Song beginnt überraschend ruhig, setzt auf atmosphärische Klänge und überzeugt mit einem gelungenen A-cappella-Abschnitt sowie orientalisch anmutenden Instrumentierungen. Gerade diese ruhigeren Momente zeigen, dass Modula Nation nicht ausschließlich von ihrer Härte leben.

Den Abschluss bildet das über zehn Minuten lange „Soul Fever“. Der Longtrack vereint Funk, Psychedelic Rock und ausgedehnte Jam-Passagen zu einem abwechslungsreichen Finale. Besonders das Zusammenspiel aus Saxofon, Gitarren und Rhythmussektion entwickelt sich im letzten Drittel zu einem echten Höhepunkt des Albums. Wer Freude an improvisierten Instrumentalpassagen hat, kommt hier voll auf seine Kosten.

Insgesamt verlangt „The Rift“ dem Hörer allerdings einiges ab. Die zahlreichen Stilwechsel, experimentellen Ideen und komplexen Arrangements machen das Album anspruchsvoll. Während genau das für viele Progressive-Rock-Fans den Reiz ausmachen dürfte, könnte es anderen Hörern den Zugang erschweren. Gleichzeitig ist genau diese Experimentierfreude die größte Stärke der Band.

Mit „The Rift“ liefern Modula Nation ein mutiges und abwechslungsreiches Album ab, das Psychedelic Rock, Industrial, Funk und Progressive Rock überzeugend miteinander verbindet. Nicht jede Idee geht vollständig auf und manche Songs wirken etwas überladen, doch die starken Kompositionen und die hohe musikalische Qualität machen diese Schwächen weitgehend wett. Ich verteile 8,5 von 10 Hellfire-Punkten!

 

Tracklist

01 Modula Radio : Guerilla Nation
02 The Rift
03 Silicon Carne
04 Headlights
05 The Breakout
06 Modula Radio : Hyperphobia
07 Shred
08 I Won’t Let Them
09 Soul Fever

 

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