Mein 1. Konzert – Redakteur Marius von den Zillertaler Schürzenjäger zu den White Stripes

An mein allererstes Konzert kann ich mich kaum erinnern, weil ich damals sechs Jahre alt war und irgendwann sogar eingeschlafen bin. Nichtsdestotrotz war ich 1996 ein großer Fan der Band und überglücklich, dass mein Vater damals Karten für das mit Sicherheit ausverkaufte Oberwerth-Stadion in Koblenz ergattern konnte. Es spielten die Zillertaler Schürzenjäger.
Meine Faszination für die Band speiste sich aus etlichen Bayern-Urlauben und dem bayerischen Dialekt. Dass die Schürzenjäger aus Österreich kamen, war mir damals nicht bewusst und wäre mir auch egal gewesen. Mit ihren langen Haaren und Lederstiefeln, war die Band aber in meiner musikalischen Entwicklung sicher so etwas wie die Vorstufe zur Rock-Musik.

Bis zu meinem nächsten – diesmal selbst gekauften und ausgewählten – Konzert sollte es dann leider elf lange Jahre dauern.

2007 war ich zum ersten Mal auf „Rock am Ring“ und habe dort als erste Band die White Stripes gesehen, die bis heute eine meiner Lieblingsbands ist. Das Setting war großartig, wenn es auch den ganzen Tag geregnet hatte. Mein bester Freund Marcel und ich waren bis zum Showbeginn schon ziemlich nass, unter anderem auch deshalb, weil wir das Festivalgelände zu einem gewissen Punkt verlassen hatten und den Eingang nicht mehr fanden und so eine gefühlte Ewigkeit im Regen unterwegs waren. Das Konzert hätte für mich beeindruckender nicht sein können, auch wenn mir damals nicht in Gänze bewusst war, welches Feuerwerk des Rock ich da geboten bekam. Die Bühne sowie Jack und Meg White waren komplett in Rot, Weiß und Schwarz gekleidet. Jack spielt zeitweise gleichzeitig Gitarre und E-Orgel und Meg White untermalte das mit ihrem stoischen Schlagzeugspiel. Nach einer Stunde gingen wir noch nasser und sehr glückselig in unser kaltes Zelt zurück.

Die White Stripes haben mir damals einen musikalischen Korridor eröffnet, der zu Rock-Bands wie Led Zeppelin aber auch zu Blues-Größen wie Son House führte und dafür bin ich ihnen bis heute dankbar. Wer weiß, vielleicht wäre ich nie bei den White Stripes gelandet ohne die Vorarbeit der Schürzenjäger.  

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