
Wenn der Chefredakteur sich plötzlich darüber bewusst wird, dass er (fast) der Älteste im Team ist, definitiv der Gesichtsälteste, und in Erinnerungen schwelgt, was es doch so in der Anfangszeit des Heavy Metals für (vermeintlich) geile Bands gab, die nie den „verdienten“ Durchbruch geschafft haben. Einige kamen über den Demo-Status nicht heraus, andere haben zwar Platten veröffentlicht, allerdings verrotteten die in den Plattenläden.
Diese „Lost Pearls“ müssen unbedingt wieder ans Tageslicht und so wurde die Idee ans Team kommuniziert, die dann auch begeisterten Anklang fand.
In loser Abfolge werdet Ihr nur immer wieder Reviews präsentiert bekommen. Wir hoffen, dass wir Euch da auch einige Überraschungen präsentieren können.
In ihrem Heimatland Frankreich hatten Warning ein recht gutes Standing; in anderen Ländern kamen sie nicht wirklich voran. Das lag damals hauptsächlich an der Sprache. Viele französische Bands veröffentlichten ihre Alben in der Landessprache und schoben später eine englische Version nach. Aber irgendwie wagten sich die wenigsten Metaller an die Scheiben, obwohl echt starke Songs geboten wurden. Das bezog sich damals aber nicht nur auf die Fans, sondern auch auf Plattenfirmen. Wenn also dennoch französische Bands gesigned wurden, war die Promotion unterirdisch.
Mit „Fire Fire“ hatten Warning einen Überhammer im Gepäck und auch Songs wie „Rock City“ oder „Commando“ waren fantastische Banger.
Die Zeiten haben sich geändert und heutzutage sind Metalscheiben in anderen Sprachen als englisch durchaus konkurrenzfähig. In der heutigen Zeit hätten Warning mit Sicherheit deutlich mehr erreicht, als in den frühen Achtzigern. (Jörg)

Geschrieben von: Frank Weichert
Band: Warning
Album: Warning
Genre: Heavy Rock
Plattenfirma: Polydor
Veröffentlichung: 1981
Unser Jörg hat mir da schon was in die Hand gedrückt um hier bei den Pearls ein Review zu machen. Aber gut, wie heißt es so schön: Hold My Beer…
Ok, es hat ein wenig länger gedauert als gedacht, aber es war auch nicht wirklich einfach, obwohl ich persönlich da tatsächlich den einen oder anderen Song kannte (aber nichts mehr damit anzufangen wusste).
Und zwar die französische Band Warning mit ihrem Debütalbum. Dieses Album erschien 1981 sogar bei Polydor. Und in Frankreich wurde das Album auch gut vermarktet was sich in den Verkaufszahlen niederschlug, angeblich sollen 65.000 Exemplare über die Ladentheke gegangen sein. Was zur damaligen Zeit in Frankreich auch eigentlich Gold-Status bedeutete. Und das war für die damalige Zeit schon sehr bemerkenswert, da es in Frankreich zu dieser Zeit nur eine Metalband gab, nämlich Trust. Und eine „Metal-Szene“ wie heutzutage gab es zu der Zeit in Frankreich noch nicht.
Allerdings hatte es da auch einen kleinen Haken, außerhalb Frankreichs wurde es nicht mit letzter Konsequenz promotet, auch weil die Musik nicht in die gerade in den Startlöchern stehende Schublade des „Heavy Metal“ passte, die sich gerade in Europa etablierte. Warning und ihr Debütalbum liegen eher in der Richtung UFO und Scorpions (und zwar eher auf den früheren Alben der 70er Jahre), man könnte sagen früher Hardrock, mit einer Portion Prog und etwas Metal. Und das passte so gar nicht in die damalige Zeit. Und da muss man klar sagen, leider. Den das Album an für sich ist eine klasse Scheibe. Nach heutigem Stand würde ich es als Heavy Rock der späten 70er bezeichnen.
Die Band Warning entstand aus der Band Stratos. Nach der Auflösung von Stratos machten Raphael Garrido (Gesang), Didier Bernoussi (Gitarre) und Henry Barbut (Schlagzeug) mit einer eigenen Band weiter, dieser Band gaben sie den Namen Warning. Dazu wurden mit Christophe Aubert (Gitarre) und Alain Pernette (Bass) weitere Musiker an Bord geholt. Und das interessante an der Geschichte, die Band Stratos hatten ein Demo das bei Polydor das Interesse geweckt hat und dieses Demo brachte Warning den Deal mit Polydor ein. (und den dementsprechenden Erfolg in Frankreich). Man muss natürlich auch sagen, dass die Verpflichtung von Christopher Aubert ein guter Anschub in Frankreich war, den ebendieser spielte schon bei Johnny Hallyday in der Band (und dieser war und ist in Frankreich eine Ikone), was sich natürlich positiv auf die Verkaufszahlen bemerkbar machte.
Und wenn man das erste Album hört, dann fällt sofort Christoper Aubert auf, denn er war kein Gitarrist der versucht hat soviel Noten so schnell wie möglich zu spielen (wie zu der damaligen Zeit im aufkommenden Metal üblich), sondern auf Melodieführung, Solis und zweistimmige Gitarrenpassagen bedacht war. Man kann fast sagen, Warning waren die französischen Scorpions (zu Zeiten der Scorpions mit Uli Jon Roth).
Und genau das war leider der Punkt, warum Warning nie außerhalb Frankreichs erfolgreich waren, zum Einen das teilweise auf Französisch gesungen wurde und das sie für die damalige Zeit „zu soft“ waren. Schließlich waren zu dieser Zeit im aufkommenden Heavy Metal Bands wie Iron Maiden, Saxon, Judas Priest, Motörhead und Black Sabbath angesagt, und diese klangen deutlich härter und der Gesang war auf Englisch. Dazu kamen dann leider noch Probleme mit Polydor, die damals in einer Umstrukturierung standen und die internationale Promotion und Tour Planung beeinträchtigten und schlussendlich dazu führten das Warning ihren Major deal bei Polydor verloren.
Ein kleiner Fakt am Rande, den das zweite Album „Warning II“ wurde von Dieter Dierks persönlich in den Dierks Studios in Köln aufgenommen. Und Dieter Dierks war ja zu dieser Zeit der Produzent der Scorpions. Die internationale Aufmerksamkeit hatte die Band also. Er verpasste Warning beim zweiten Album einen deutlich härteren Sound, was besser zu der damaligen Heavy Metal Landschaft passte, aber weiterhin mit französischem Gesang. Ein größerer Deal kam nicht mehr zustande und auch innerhalb der Band gab es Spannungen und auch ein drittes Album „Métamorphose“, das nochmal moderner und anders klang, brachte nichts mehr ein und so löste sich die Band 1985 auf.
Tracklist:
1 – Rock City
2 – Commando
3 – Serie Noire
4 – Fire Fire
5 – Speed Moi
6 – Bahamas Meomorial…
7 – Strange Way Of Love
8 – Sexy Lubie
9 – Planete Reverse
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