
Wenn der Chefredakteur sich plötzlich darüber bewusst wird, dass er (fast) der Älteste im Team ist, definitiv der Gesichtsälteste, und in Erinnerungen schwelgt, was es doch so in der Anfangszeit des Heavy Metals für (vermeintlich) geile Bands gab, die nie den „verdienten“ Durchbruch geschafft haben. Einige kamen über den Demo-Status nicht heraus, andere haben zwar Platten veröffentlicht, allerdings verrotteten die in den Plattenläden.
Diese „Lost Pearls“ müssen unbedingt wieder ans Tageslicht und so wurde die Idee ans Team kommuniziert, die dann auch begeisterten Anklang fand.
In loser Abfolge werdet Ihr nur immer wieder Reviews präsentiert bekommen. Wir hoffen, dass wir Euch da auch einige Überraschungen präsentieren können.
Als ich mir das selbstbetitelte Debüt von Rough Cutt zugelegt habe, tat ich dies auf Grund des Covers und nicht, weil ich die Band zuvor kannte. Übrigens konnte man in den Achtzigern generell Platten nach Covern kaufen und lag selten daneben. Der Sänger der Amiband, Paul Shortino, haute mich vom ersten Ton an komplett aus den Socken. Der Background der Band, inklusive Management etc ließ eigentlich auf eine steile Karriere hoffen, aber irgendwie ging die Band in der damaligen „Masse“ neuer Bands unter. Leider war das zweite Album „Wants You“ schon nicht mehr auf dem Qualitätslevel des Debüts. Paul Shortinos Karriere ging zwar nicht steil, allerdings ist der Knabe bis zum heutigen Tag aktiv. Damals war er übrigens ein Teil des Dio Projektes „Hear’n’Aid“ und wanderte nach Kevin DuBrows Tod ans Micro von Quiet Riot, wo aber weder er, noch Quiet Riot an die eigenen Höhenflüge anknüpfen konnte. (Jörg)

Geschrieben von Hans Dadaniak
Band: Rough Cutt
Album: Rough Cutt
Genre: Glam Rock/Metal
Plattenfirma: Warner Bros
Veröffentlichung: 30.11.1985
Für viele ein Jahr wie jedes andere, nicht jedoch für „Rough Cutt“. „Tom Allom“ als Produzent, Texte zum Teil von „Ronnie James Dio“. Ronnie´s Ehefrau „Wendy“ vorübergehend als Manager. Also her mit dem selbstbetitelten Debüt-Album.
Doch wie es so im wahren Leben ist, muss sich dieses Album und auch die Band gegen zahlreiche andere Bands behaupten. So stehen in dieser Zeit auch Bands an, die zum Teil heute noch Schlagzeilen Produzieren und aktiv sind. Mötley Crüe, Poison, Ratt, Twisted Sister, Def Leppard, Cinderella, Dokken und Bon Jovi, um nur einige zu nennen.
Der Opener „Take Her“ sowie auch „Dreamin‘ Again und Black Widow“ sind unter Einfluss von „Dio“ entstanden. Eigentlich eine Hausnummer. Doch leider nutzt der größte Name nichts, wenn ein Album floppt. Auch Klassiker wie „Piece of My Heart“ von „Erma Franklins „und später durch „Janis Joplin“ berühmt geworden haben leider nicht geholfen. Wobei ich finde, dass der Song gut gecovert wurde. „Dreamin‘ Again“, eine düstere Power-Ballade die leider nicht ganz so überzeugen kann. Dann „Cut Your Heart Out“, ein Energiegeladener Song, kurz und knackig mit einem guten Gitarrensolo. Bluesmäßig geht es mit „Black Widow“ weiter. Wieder ein Song bei dem der Gesang von „Paul Shortino“ absolut überzeugt. Ebenfalls eher ein langsamer Song ist „You Keep Breaking My Heart“. Mit „Kids Will Rock“ dann ein Song mit Chorgesang im Refrain. Klingt ganz gut, ist aber auch keine Nummer die einen vom Hocker reißt. Bei „Dressed To Kill“ klingt mal wieder ein wenig unheilvolle Atmosphäre auf und bei der letzten Nummer „She’s Too Hott“ wird noch mal versucht einen richtigen Stampfer hinzulegen.
Ein Album, welches nicht gerade Spitze ist, aber auch nicht so schlecht. Wäre nicht der Abgang von „Paul Shortino“ nach dem 2ten Album das Todesurteil für die Band gewesen, hätte man bestimmt den einen oder anderen Hit noch produzieren können.
Tracklist:
01 Take Her
02 Piece of My Heart
03 Never Gonna Die
04 Dreamin‘ Again
05 Cut Your Heart Out
06 Black Widow
07 You Keep Breaking My Heart
08 Kids Will Rock
09 Dressed To Kill
10 She’s Too Hott
Weitere Infos:
















