Lost Pearls: Bands, die mehr Anerkennung verdient hätten: Psychopath aus St. Louis

Wenn der Chefredakteur sich plötzlich darüber bewusst wird, dass er (fast) der Älteste im Team ist, definitiv der Gesichtsälteste, und in Erinnerungen schwelgt, was es doch so in der Anfangszeit des Heavy Metals für (vermeintlich) geile Bands gab, die nie den „verdienten“ Durchbruch geschafft haben. Einige kamen über den Demo-Status nicht heraus, andere haben zwar Platten veröffentlicht, allerdings verrotteten die in den Plattenläden.
Diese „Lost Pearls“ müssen unbedingt wieder ans Tageslicht und so wurde die Idee ans Team kommuniziert, die dann auch begeisterten Anklang fand.
In loser Abfolge werdet Ihr nur immer wieder Reviews präsentiert bekommen. Wir hoffen, dass wir Euch da auch einige Überraschungen präsentieren können.

 

Um ehrlich zu sein konnte ich in den Achtzigern und Neunzigern nichts mit Progressive- und Thrash- Metal anfangen. Und so „verschwand“ „Making The Transition“ von Psychopath auch schnell in der Masse meiner Alben im Regal.

Hinter der Plattenfirma „Major Records International” versteckten sich die Köpfe von Aaarrg Records, einem kleinen, aber feinen Indi Label, welches durch klasse Veröffentlichungen im Thrash Bereich auf sich aufmerksam machte. Label Chef Ralph Hubert wollte mit dem Namen „Major Records“  den Eindruck vorgaukeln, dass es sich um ein richtiges Major Label handele, um so mehr Aufmerksamkeit in der breiten Masse zu bekommen. Eigentlich blieb es bei diesem Versuch; funktioniert hat das Vorhaben nicht.

Und so blieb die Band Psychopath lediglich ein Geheimtipp. Außer ein paar Demos im Zeitraum 1990 bis 1992 passierte dann auch nichts mehr mit der Band. Ich denke, das Timing für die Veröffentlichung hätte nicht schlechter sein können: Grunge kam auf und machte dem bis dahin etablierten Metal das Leben schwer. Mit einem wirklichen Major Label hätte es vielleicht klappen können. (Jörg)

 

Geschrieben von: Susanne Kneisel
Band: Psychopath
Album: Making The Transition
Genre: Progressive Metal, Death Metal, Thrash Metal
Plattenfirma: C&C, Major Records International
Veröffentlichung: Oktober 1991

 

Die Idee meines Chefs lässt mich nun Jahrzehnte in die Vergangenheit eintauchen, um eine Band kennenzulernen, von der ich bis heute leider nichts gehört habe und die nach diesem Debüt auch nicht wirklich aus dem Untergrund aufgetaucht ist.

Allein schon die Recherche war recht interessant, sind die Herren aus St. Louis/Missouri doch 1991 mit den Lokalmatadoren Accu§er aus meiner Heimatstadt Siegen und Cancer aus England durch Europa getourt (Quelle: Encyclopaedia Metallum).

Die noch anfängliche, aber ihrer Zeit geschuldete, roh und ungeschliffen klingende Aufnahme, läuft nach dem zweiten Durchlauf schon wie nach einer Verjüngungskur durch die Gehörgänge. Das Album entfesselt eine Energie, die einfach nur bis zum Albumende mitreißt. Die längeren instrumentalen Parts und die aggressiven Vocals halten sich die Waage und bringen so Abwechslung in das Scheibchen. Rhythmus, bei dem man unweigerlich mit muss, und auch ein Hauch Melodie tragen zusätzlich dazu bei.

Für mich ein todesmetallisches Perlchen, das unbedingt als Re-Release aus seinem „Dornröschenschlaf“ geweckt werden sollte, getreu dem Albumtitel „Making The Transition“.

 

Tracklist:

01 The Reality Serum    
02 Spirit Pulling Me
03 Altered Minds            
04 Unearthly Horror      
05 Physics          
06 Metro-Shock              
07 A Dark Reaction         
08 Overcast In Essence 
09 Without A Clue          
10 Brotherhood Has Vanished
11 Performing A Self-Discovery
12 Crystal Clear

 

Mehr Infos:

Metal Archives
YouTube

 

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.