Lost Pearls: Bands, die mehr Anerkennung verdient hätten: Chateaux / Cheltenham UK

Wenn der Chefredakteur sich plötzlich darüber bewusst wird, dass er (fast) der Älteste im Team ist, definitiv der Gesichtsälteste, und in Erinnerungen schwelgt, was es doch so in der Anfangszeit des Heavy Metals für (vermeintlich) geile Bands gab, die nie den „verdienten“ Durchbruch geschafft haben. Einige kamen über den Demo-Status nicht heraus, andere haben zwar Platten veröffentlicht, allerdings verrotteten die in den Plattenläden.
Diese „Lost Pearls“ müssen unbedingt wieder ans Tageslicht und so wurde die Idee ans Team kommuniziert, die dann auch begeisterten Anklang fand.
In loser Abfolge werdet Ihr nur immer wieder Reviews präsentiert bekommen. Wir hoffen, dass wir Euch da auch einige Überraschungen präsentieren können.

Als Chateaux aus England 1983 ihr Debüt Album Chained And Desperate veröffentlichten, machten sie gleich zwei entscheidende Fehler: zum einen stand auf dem Cover lediglich der Album Titel und nicht der Bandname, zum anderen hatten sie keinen festen Sänger an Bord, sondern Grim Reaper Sprachrohr Steve Grimmet hatte das Album eingesungen. Dieser war damals (und auch heute) ein Sänger ganz nach meinem Geschmack (und ich bin extrem traurig, dass ich ihn nie live sehen konnte – R.I.P. 2022). Er setzte dem tollen Album mit seiner unverwechselbaren Stimme eine Krone auf, auch wenn Kollege Hans das etwas anders sieht. Mit den Songs von Chained And Desperate schien dann aber auch leider schon das kreative Pulver des eigentlichen Trios verschossen zu sein. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass Steve Grimmet nicht weiterhin verpflichtet werden konnte. Das vermeintliche „Aushängeschild“ am Micro hätte sicherlich die weiteren Alben auf eine höhere Stufe gehoben – hat aber nicht sein sollen, schade. (Jörg)

 

 

Geschrieben von Hans Dadaniak
Band: Chateaux
Album: Chained & Desperate
Genre: Heavy-Metal
Plattenfirma: Sanctuary Records
Veröffentlichung: 1983

Ein Debüt-Album das wohl seines gleichen sucht. Die Gitarren kommen brutal daher, es wurde voll auf Verzerrer gesetzt. Auch wenn übertrieben setzt der Sound jedoch eine eigene Marke. Dennoch wirken die Gitarren-Soli nicht ausgereift, machen jedoch den Charakter des Albums aus. Man versucht was möglich ist und macht das Beste daraus.
Das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein, schließlich versucht jede Band mit seinem Potential das Beste herauszuholen. Gesangstechnisch ist auf alle Fälle der Gastsänger hervorzuheben. Er verleiht den Stücken eine besondere Qualität.
Für mich besonders hervorzuheben ist die Ballade „The Dawn Surrendered“. Im Vergleich zu anderen Ballarden zwar nicht der Höhepunkt, aber durchaus hörenswert. Ein Epischer Gesang, auch wenn ich gerade nicht weiß von wem, ist es ein Song der im Ohr bleibt.
„Straight To The Heart“ ist dann, wie auch“ Burn Out At Dawn“ ein totaler Headbanger-Song.
Darauffolgend „Son Of Seattle“, klassisch gespielt und hervorgetragen. Ein Song der seine Beachtung verdient. Die Gitarren jaulen, die Drums geben den Rhythmus an und der Gesang kommt gequält daher.
„Shine On Forever“ kommt dann zum Abschluss des Albums daher. Schwer tragend und ein wenig unplatziert auf diesem Album. Man hätte sich da einen Abschluss gewünscht der im Ohr bleibt. Mit dem Song bleiben jedoch nur kreischende Gitarren und schmalziger Gesang zurück.
Kann man hören, ist jedoch für mich kein Sammlerstück das man haben muss.


Tracklist:

01 Chained And Desperate
02 Spirit Of The Chateaux
03 Burn Out At Dawn
04 The Dawn Surrendered
05 Straight To The Heart
06 Baton Rouge
07 Son Of Seattle
08 Shine On Forever

Mehr Infos:

Metal Archives

 

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