
© Lorquin’s Admiral
Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Lorquin’s Admiral
Album: Lorquin’s Admiral
Genre: Desert Rock
Plattenfirma: Argonauta Records
Veröffentlichung: 27.06.2025
Wenn Musiker mit reichlich Erfahrung in Szenegrößen wie Hermano, Afghan Whigs und Sons of Alpha Centauri eine neue Band gründen, ist der Begriff Supergroup nicht weit. Nicht jede Supergroup funktioniert auch super. Im Fall von Lorquin’s Admiral trifft der Begriff jedoch ins Schwarze.
Die Band liefert kompakte Songs mit ausgefeiltem Songwriting und einer erfreulich hohen Ohrwurmquote. Die klangliche Nähe zur 90er-Grunge-Psyche der Screaming Trees ist dabei unüberhörbar und verleiht dem Album einen charmant-melancholischen Vibe, der über das hinausgeht, was man von einem klassischen Stoner- oder Desert-Rock-Album erwarten würde.
Ziemlich beeindruckend ist die Gesangsleistung des Ehepaars Dawn und Dandy Brown. Beide Stimmen wirken gleichermaßen reif, pointiert und stilsicher, wobei vor allem Dawn Browns Performance eine laszive Eleganz und emotionale Tiefe mitbringt, die dem Album eine ganz eigene Färbung verleiht – herausragend etwa in „Inexplicable Things“, dem vielleicht stärksten Song der Platte.
Auch das Songduo „My Blue Wife“ und „My Blue Husband“ verdient Erwähnung. Beide Stücke leben von starkem Text-Bild-Spiel und melodischem Refrain, der sich sofort festsetzt. Diese erzählerisch und kompositorisch cleveren Zwillingstitel sind Paradebeispiele dafür, wie durchdacht und kurzweilig das Album konzipiert ist.
Mit gerade einmal etwas über 30 Minuten Spielzeit ist „Lorquin’s Admiral“ ein konzentriertes Erlebnis, das weder ausschweift noch ermüdet. Die Band schafft es, ein stilistisch oft repetitives Genre mit songorientierter Klarheit und einem ausgeprägten Gespür für Melodie zu durchdringen.
Und dafür gibt’s von mir 8 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 My Blue Wife 03:04
02 Inexplicable Things 04:00
03 Could Have Been Forever 03:36
04 Black Water 04:16
05 My Blue Husband 03:09
06 Aren’t We 04:33
07 Burn and Heal 04:33
08 These Lovely Things 04:00
09 To Temptation 03:42













