
© Kupfergold
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Kupfergold
Album: Fasan Alarm
Genre: Folk Rock
Plattenfirma : Recordjet
Veröffentlichung: 23.05.2025
Es gibt Folk-Rock-Bands, die epische Sagen besingen und es gibt Kupfergold, die sich lieber mit voller Inbrunst den Freuden und Absurditäten des Lebens widmen. Aus der Region Euskirchen kommend, bringen sie mit „Fasan Alarm“ eine Scheibe, die so rheinisch, schlagfertig und selbstironisch daherkommt, dass man fast vergisst, wie hart die Riffs darunter sind.
„Fasan Alarm“ eröffnet das Album wie der Startschuss zu einem Trinkfest, bei den Mythen, Metal und Mettbrötchen Hand in Hand gehen. Schon nach den ersten Takten ist klar, hier wird nicht geflüstert, hier wird gefeiert. „Und ’N Tripper“ treibt den Party-Irrsinn noch weiter. Es geht ab und ist an jeden gewidmet den man nicht so gernhat. Mit „Muschelbusen“ liefert die Band eine der schrägsten Folk-Metal-Nummern seit langem, eine Mischung aus Seemannsgarn, Kneipengelage und Mittelaltermarkt-Romantik. „Kupfer und Gold“ hingegen klingt fast wie ein Track, dass man bei Sonnenaufgang nach einer langen Nacht grölt – hymnisch, warm, aber immer noch mit dem typischen Kupfergold-Schalk im Nacken.„Der Metmeister“ ist purer Festival-Treibstoff. Stampfend, mit einem Refrain zum Mitgrölen, bringt er die Mischung aus nordischen Sagen und kölschem Frohsinn perfekt auf den Punkt. Danach schaltet „Rammlerina“ nochmal einen Gang hoch, eine wilde Mischung aus Folk-Pogo und augenzwinkernder Liebeserklärung an alle, die das Leben nicht zu ernst nehmen. Mit „Koboldkeilerei“wird’s herrlich chaotisch, und „Der Klügere Kippt Nach“ könnte problemlos als Bandmotto durchgehen – eine Feier der Trinkkultur in Riff-Form. „Met Kasalla uss Valhalla“ vereint schließlich alles, wofür Kupfergold steht: nordische Mythen, Rock-Power und den unverwüstlichen rheinischen Humor. „Zombie Malone“ beendet das Ganze dann mit einer Mischung aus Folk-Metal und schrägem Horror-Comic, der perfekte, verrückte Rausschmeißer.
Der Mix ist direkt, wie ein Fass Met, das frisch angestochen wird. Die Gitarren drücken, das Schlagzeug treibt, und die Folk-Instrumente setzen gezielte Farbtupfer, ohne sich im Klangbrei zu verlieren. Der Gesang ist kernig, manchmal rotzig, und trägt die ironischen Texte mit genau der richtigen Portion Selbstironie.
Wer Kupfergold live erlebt, wird wissen, dass diese Songs für verschwitzte Clubnächte, matschige Festivalböden und lange Thekenabende geschrieben wurden. Hier verschmelzen rheinischer Humor, trinkfeste Partymentalität und Metal zu einer Mischung, die einfach Laune macht. Ich vergebe 9 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Fasan Alarm
02 Und ’N Tripper
03 Muschelbusen
04 Kupfer und Gold
05 Der Metmeister
06 Rammlerina
07 Koboldkeilerei
08 Der Klügere Kippt Nach
09 Met Kasalla uss Valhalla
10 Zombie Malone
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