
Geschrieben und Fotos von Tim Braff
Anlässlich des Releases ihres neuen Albums „Keys To The City“ ist die amerikanische Nu-Metal-Band zum ersten Mal auf kleine Headline-Tour durch Europa unterwegs. Dafür kamen sie an einem Donnerstagabend bei ihrem zweiten Auftritt in Deutschland überhaupt in den kleinen aber feinen Garagenclub in Köln-Ehrenfeld und haben vor einem kleinen Publikum aus ca. 100 Leuten mal so richtig abgeliefert.
So „kleine“ intime Shows haben einfach ihren gewissen Charme. Der Einlass war entspannt, die Preise für alles mehr als nur gerechtfertigt und die Stimmung ist umso besser, da überwiegend nur Fans der Band anwesend sind.
Zunächst hat die lokale Band „Fovos Alif“ eine sagen wir mal „interessante“ Show als Vorband abgeliefert. Ihr sehr atmosphärischer Post-Punk war vielleicht nicht direkt der Geschmack des Publikums, aber als Überbrückung durchaus in Ordnung.
Silly Goose kam dann auch schon kurz danach auf die Bühne und hat einen Hit ihres neuen Albums nach dem Anderen gespielt. Allgemein muss man sagen, dass dieser Underground-Club perfekt zu Silly Goose‘ Auftritt gepasst hat. Die Performance war roh, hochmotiviert, aber dennoch technisch und stimmlich perfekt gemacht. Dass ich so eine aufstrebende Band, die in Amerika schon auf einigen großen Festivals spielt, in so einer persönlichen Show sehen konnte, ist vielleicht der Glücksgriff des Jahres. So wie sie abliefern und so viel Power ihre Musik hat, denke ich, dass die nächsten Shows in Deutschland in weitaus größeren Hallen stattfinden werden.
Die Amerikaner haben im Garagenclub gezeigt, wie Fan-nah sie trotz des aktuellen Erfolgs geblieben sind. Die Band hat größtenteils auf Security verzichtet und es gab auch keine Absperrung zur Bühne, wodurch Besucher der ersten Reihen im Duett mit dem Sänger ins Mikrofon brüllen konnten. Selbstverständlich konnte sich der Sänger Jackson Foster den Mosh-Pit, der für die Anzahl der anwesenden Gäste echt groß war, nicht entgehen lassen und ist selbst hinein mit vollem Einsatz.
Mir persönlich gefällt es immer gut, wenn sich Bands Zeit nehmen, sich mit ihren Fans auszutauschen und das hat der Sänger auch danach am Merch Stand, wo er sich noch lange mit den Besuchern unterhalten und die gekauften oder selbst mitgebrachten Gegenstände signiert hat. Diese Nähe spürt man eben nur bei solchen Konzerten.
Eine Sache kann man bei der Show aber beklagen und das ist die Dauer von ungefähr 50 Minuten. Bei dem Spaß, den Andere und natürlich ich auch dort hatten, kam das nicht mal wie eine halbe Stunde vor, sodass ein wenig Enttäuschung nach dem Ende spürbar war, was aber nicht das unglaubliche Konzert klein reden soll.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass das für mich ein einzigartiges Konzert war, wo einfach alles bis auf die Spiellänge gepasst hat. Ich muss definitiv öfter auf solche kleineren Konzerte und das am liebsten bei Silly Goose!
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