Konzertbericht: Evil Jared x Krogi, Gamescom 2026, Köln, 27.08.2026

Leider hatte ich bei Wacken das Pech, Evil Jared und Krogi nicht live zu erwischen. Durch eine nicht kommunizierte Änderung beziehungsweise Verzögerung im Zeitplan, vermutlich aufgrund technischer Schwierigkeiten, konnte die Show nicht pünktlich starten. Aus redaktionellen Gründen mussten wir deshalb weiter.

Umso schöner, dass ich die beiden auf der Gamescom 2026 doch noch erwischen konnte. Denn dort hieß es am 27. August um 17:15 Uhr: Bühne frei für Evil Jared und Krogi.
Und eines vorweg: Wer bei den beiden eine komplett normale Gamescom-Show erwartet hat, kennt die Herren offensichtlich nicht.
Evil Jared stand dabei etwas ungewohnt hinter dem DJ-Pult, während Krogi wie gewohnt an den Drums Platz nahm. Schon nach den ersten Takten war klar, dass hier niemand gekommen war, um einfach nur ein bisschen Musik laufen zu lassen.

Ein wichtiger Bestandteil der Show: Shirts fliegen! Ungefähr 20 bis 30 Shirts wurden in die Menge geworfen und natürlich ging es sofort darum, wer eines erwischt. Ich hatte tatsächlich Glück und konnte mir eins schnappen. Doch ein Shirt war besonders begehrt: das von Evil Jared selbst. Logisch.
Dieses wurde schließlich genau dorthin geworfen, wo der Geräuschpegel am höchsten war. Und spätestens da hatte die Gamescom-Halle 8 endgültig ihren eigenen kleinen Ausnahmezustand.‘ Natürlich hoffte der eine oder andere Besucher auf einen kleinen Ausflug in die Bloodhound-Gang-Zeit. Wer allerdings erwartet hatte, dass Evil Jared jetzt einfach eine komplette Bloodhound-Gang-Setlist auspackt, wurde enttäuscht.
Zumindest gab es einen kleinen Seitenhieb in diese Richtung: „Tricky“, das die Bloodhound Gang auf „One Fierce Beer Coaster“ gecovert hat, durfte nicht fehlen. Und genau dort war die Mitsing-Bilanz entsprechend hoch. Kein Wunder: Bei einem Song mit dieser Vorgeschichte musste die Menge natürlich mitmachen.

Überhaupt war die Reaktion des Publikums durchgehend stark. Jubel, Applaus und Geschrei begleiteten die beiden durch die gesamte Show. Und irgendwo im Hinterkopf wartet natürlich trotzdem die Frage: Was wäre eigentlich passiert, wenn jetzt plötzlich „The Bad Touch“ aus den Boxen gekommen wäre?
Die Show dauerte ungefähr 30 Minuten und bestand aus einer überschaubaren Anzahl an Songs. Trotzdem fühlte sich das Ganze keineswegs zu kurz an. Denn hier ging es nicht darum, möglichst viele Songs herunterzuspielen. Es ging um Unterhaltung.
Krogi lieferte an den Drums gewohnt ordentlich ab, Evil Jared sorgte am DJ-Pult für den passenden Sound und die Menge erledigte den Rest.
Eine kleine Anmerkung gibt es allerdings: Evil Jareds DJ-Pult hätte für meinen Geschmack etwas lauter sein dürfen. Teilweise ging es im restlichen Bühnensound und Hallensound etwas unter. Ansonsten gab es technisch wenig auszusetzen.

Und jetzt kommt das vielleicht Überraschendste des ganzen Auftritts: Die Show war tatsächlich komplett alkoholfrei. Ja, richtig gelesen. Evil Jared ohne Alkohol auf der Gamescom. Wer die Bloodhound Gang und ihren Ruf kennt, dürfte bei dieser Information vermutlich erst einmal zweimal hinschauen. 

Evil Jared x Krogi haben bei der Gamescom genau das geliefert, was man sich von ihnen erhofft: eine kurze, laute und verdammt unterhaltsame Show. Shirts fliegen durch die Menge, Krogi prügelt auf die Drums ein, Evil Jared steht am DJ-Pult und das Publikum schreit sich die Seele aus dem Leib.
Auch wenn es nur rund eine halbe Stunde war, hat nichts gefehlt. Viel Stimmung, gute Musik, Publikumsinteraktion und ein kleiner Bloodhound-Gang-Nostalgiebonus machten den Auftritt zu einem meiner unterhaltsameren Gamescom-Momente.

Gamescom statt Wacken – diesmal hat es endlich geklappt. Und es hat sich gelohnt.

 

Bilder von Tim Braff und Sebastian Schneider

 

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