Konzertbericht: Beyond The Black – Rising High Tour, 23.09.2026, Turbinenhalle Oberhausen

Geschrieben von Klaus S. // Fotos by Thorsten Seiffert (Rockn Roll Reporter)

Die Turbinenhalle in Oberhausen ist immer eine Reise wert, es recht, wenn die Melodic Metaller BEYOND THE BLACK zu Gast sind. Eigentlich hätte dieses Konzert bereits im Februar stattfinden sollen, doch aufgrund eines medizinischen Notfalls um Gitarrist Chris Hermsdörfer, bei dem eine Netzhautablösung eine Notoperation notwendig gemacht hatte sowie einer hartnäckigen Grippe bei Drummer Kai Tschierschky sah sich die Band gezwungen, die verbliebenen Termine ihre Rising High Tour zu verschieben.

Dass sich bei meinem Eintreffen bereits eine lange Schlange einmal rund um die Halle gebildet hatte, war dann weniger überraschend als die Tatsache, dass doch einige Leute ihre Tickets wie Sauerbier anboten – aber vielleicht interpretiere ich da auch zu viel rein.

Die Halle war dann auch gut gefüllt, als pünktlich um 20.00 Uhr SETYØURSAILS die Bühne betraten. Die Kölner Metalcore Truppe als Support auszuwählen wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich, aber genau dieser stilistische Gegensatz funktionierte dann besser als – zumindest von mir – erwartet. Und eines muss man der Band lassen: sie scheinen einen guten Sinn für Humor zu haben, denn als Intro eine Art Trancecore Version der Titelmelodie der Sendung mit der Maus auf die Menge loszulassen, hat schon was. Und Frontdame Jules Mitch scheint zum Frühstück Duracell Batterien in ihr Müsli zu kippen, denn die gute Jules fegte ebenso unermüdlich über die Stage wie das Plüsch-Langohr aus der Werbung. 

Das Publikum nahm die Band und deren Energie nach anfänglicher Zurückhaltung wohlwollend auf und wurde dank dem kleinen Front-Irrwisch mehr und mehr zum Mithüpfen etc. animiert, sogar ein kleines Circle-Pitchen kam zustande und mit dem Limp Bizkit Cover „Break Stuff“ fanden sich dann auch ein paar allseits bekannte Töne ein.

Nach einer schweißtreibenden Dreiviertelstunde und dem Schlusstrack „Best Of Me“ ließen SETYØURSAILS die Anwesenden gut eingestimmt zurück und ernteten mehr als nur Höflichkeits-Applaus.

Als dann BEYOND THE BLACK die Bühne betraten, änderte sich das Stimmungs-Setup schlagartig. Wo zuvor noch Druck und Breakdowns regierten, übernahmen nun Melodien, große Emotionen und visuelle Anreize mittels LED-Wand das Kommando. Im Mittelpunkt des Ganzen stand natürlich Sängerin Jennifer Haben, die das Publikum von Beginn an mühelos in ihren Bann zog, und mit Songs wie „Hysteria“, „Heart Of The Hurricane“ und „Songs Of Love And Death“ legte die Band einen Top Einstand hin. Generell gibt es an dem Auftritt der Band nichts auszusetzen, die Produktion ist top, der Sound klar und druckvoll und die Band wirkt eingespielt und selbstbewusst, trotz der Tatsache, dass Schlagwerker Kai Tschierschky abermals pausieren musste und kurzfristig durch Sebastian Lanser vertreten wurde.

Einen besonderen Moment gab es bei „Ravens“, als Jennifer beinahe wie Till Lindemann bei Engel mit goldenen Flügeln auf die Bühne zurückkehrte, um den Song mit viel Pathos in der Stimme zu performen. Mit dem Hit-Trio „When Angels Fall“, „Shine And Shade“ und „In The Shadows“ wurde dann das reguläre Set stimmungsvoll beendet, bevor BEYOND THE BLACK – wie von den Fans gefordert – noch einmal auf die Bühne zurückkehrten. Mit „Hallelujah“ war dann nach knapp anderthalb Stunden leider schon wieder alles vorbei.

Fazit: Ein rundum gelungener Abend mit einem glänzend aufgelegten Headliner, der nachhaltig unterstrichen hat warum BEYOND THE BLACK zu den wichtigsten Melodic-Metal-Acts Deutschlands gehören.

 

Tracklist BEYOND THE BLACK:

  1. Break The Silence
  2. Hysteria
  3. Rising High
  4. Heart Of The Hurricane
  5. Reincarnation
  6. Songs Of Love And Death
  7. Wounded Healer
  8. Ravens
  9. The Flood
  10. Lost In Forever
  11. Written In Blood
  12. Let There Be Rain
  13. When Angels Fall
  14. Shine And Shade
  15. In The Shadows

Zugabe:
16. The Art Of Being Alone
17. Running To The Edge
18. Hallelujah

Tracklist SETYØURSAILS:

  1. Bad Blood
  2. Nightfall
  3. In My Head
  4. Why
  5. Mirror
  6. Bad Company
  7. T.F.M.F.
  8. Break Stuff
  9. Fckoff
  10. Halo
  11. Best Of Me
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