Kai Hansen – Born With A Hammer

© Kai Hansen

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Kai Hansen
Album: Born With A Hammer
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: earMusic
Veröffentlichung: 18.09.2026

Zu behaupten, KAI HANSEN würde an Unterbeschäftigung leiden, wäre wohl leicht übertrieben. Obwohl der Sänger und Gitarrist nicht erst seit gestern mit Helloween unterwegs ist und diese laut einem Interview mit Michael Kiske bereits etwa neunzig Prozent eines neuen Albums fertiggestellt haben, hat der Helloween, Gamma Ray und Iron Savior Mitbegründer noch Zeit für ein weiteres Solo-Album gefunden. „Born With A Hammer“ wurde – wie schon sein vor zehn Jahren veröffentlichter Vorgänger „XXX – Three Decades In Metal“ – mit Eike Freese (Dark Age, Gitarre), Alexander Dietz (Heaven Shall Burn, Bass) sowie Dan Wilding (Carcass, Drums) eingespielt, zudem ist Kais Sohn Tim an der Gitarre ebenfalls mit dabei.

Wer ein Album im Stil der eingangs erwähnten Bands erwartet, dürfte womöglich ein Stück weit enttäuscht werden, den Kai Hansen nimmt sich die Freiheit, sich künstlerisch und ohne die Grenzen seiner sonstigen Betätigungsfelder auszutoben. „Welcome To Life“ beispielsweise ist eine Punk’n Roll Nummer, die man vom Hamburger nicht zwingend erwartet hätte. Während der Track in den Strophen noch mit gebremstem Schaum agiert, geht ab der Bridge der Punk ab, und eine Ska-Einlage mit anschließenden „Beep Bop“ Gesängen im Mitteilteil dürfte wohl jeden Hansen Fan überraschen.

„Don’t Care“ fährt in den Strophen einen poppigen Elektro-Sound auf, während der Refrain schon eher dem gewohnten Hansen-Klangbild entstammt, doch spätestens bei der „Put your hands in the air, wave’em all around like you just don’t care“ Einlage dürfte der eine oder andere fragend die Augenbraue heben. Die gute Laune Nummer „I.D.G.A.F“ lässt hinsichtlich seiner Message keine Fragen offen, lediglich die Drum-Synthies vor dem Chorus kommen unerwartet. Mit dem acht minütigen Titeltrack hat der gute Mr.Hansen seine ultimative Queen-Hommage geschrieben, denn nicht nur die „Beelzebub“ Textpassage, sondern auch klanglich (Gitarren) und strukturell lässt das Teil an „Bohemian Rhapsody“ denken.

Für die Die-Hard Hansen Jünger gibt es aber auch gewohnten Stoff. „End Of The Road“ ist für mich die Über-Hymne des Albums mit klarem Gamma Ray Bezug, „Invaders“ (nicht zu verwechseln mit „Metal Invaders“ von „Walls Of Jericho“) gibt einen waschechten Midtempo Banger ab, das flotte „Feeding The Beast“ wandelt irgendwo in der Schnittmenge aus Gamma Ray und Unisonic und mit dem wuchtigen „Wonderland“ folgt der härteste Track am Ende des Albums.

KAI HANSEN hätte es sich leicht machen und ein erwartbares Auf-Nummer-Sicher-Album abliefern können. Stattdessen ist „Born With A Hammer“ ein Rock/Metal Album, dass anfangs vielleicht ein wenig ungewöhnlich erscheinen mag, aber mit jedem Durchlauf wächst und letztlich auch Anhänger seiner Stammbands überzeugen sollte.

Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. Feeding The Beast
  2. Welcome To Life
  3. Don’t Care
  4. Wait And See
  5. I.D.G.A.F
  6. Born With A Hammer
  7. End Of The Road
  8. Triple Trouble
  9. Invaders
  10. Wonderland

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