
© Kärbholz
Geschrieben von Tim Braff
Band: Kärbholz
Album: Sturm zieh auf
Genre: Deutschrock
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 25.09.2026
Die Deutschrock-Band Kärbholz aus Ruppichteroth steht für ehrlichen Rock mit viel Drang nach vorne. Damit haben sie sich viel Anerkennung in der deutschen Rockszene gewonnen und gelten neben Bands wie Frei. Wild, Artefuckt oder Unantastbar zu den größten Vertretern ihrer Szene.
Deutschrock ist ein Genre, was nicht unbedingt von viel Innovation lebt, sondern von einer Formel, die seit etlichen Jahren trotz aller Eintönigkeit immer noch Spaß beim Hören verspricht. Deshalb kann man auch auf Kärbholz‘ neuer Platte „Sturm zieh auf“ nicht damit rechnen, dass sie das Rad neu erfinden; dafür kann man sich aber auf eine erprobte Formel verlassen.
Der Einstieg mit dem Titeltrack zeigt gleich die typischen Züge des Genres – Pogo-Charakter, raue Stimme und ehrliche Gitarren.
Allgemein zeichnet sich „Sturm zieh auf“ durch seinen Drang nach vorne aus. Viele Momente rufen nach schwitzigem Pogo in einem Klub. Wenn Rock so klingt, hat man mich auf jeden Fall abgeholt, denn Musik soll etwas in einem bewegen oder einem zum Bewegen animieren und das tut die Platte. Ganz löblich finde ich dabei die Gitarren, die kompromisslos zu dieser Stimmung beitragen.
Thematisch werden Freundschaften, Identität und auch Kritik an der Menschheit behandelt. Dies ist allgemein sehr eingängig gestaltet und weist dadurch ein großes Ohrwurm-Potenzial auf. Man merkt auf jeden Fall den Kneipen-Charakter, den die Platte mitbringt, denn ich/man möchte gerne in Gesellschaft die Songs mitgrölen.
Im Vergleich zu anderen Deutschrock-Alben gefällt mir „Sturm zieh auf“ ganz gut. Es gibt selbstverständlich Klassiker, mit denen dieses Album nicht mithalten kann, aber insgesamt ist das ein richtig starkes Album. Dieses Jahr hat auch Artefuckt ein Album veröffentlicht, was mir schon sehr gut gefallen hat und das kann Kärbholz meiner Meinung nach toppen. Ihr Zusammenspiel aus mitreißenden Instrumenten und eingängigen Texten ist für meinen Geschmack überzeugend und eine sehr gute Fortführung ihrer Diskographie.
Fazit: Kärbholz weiß mit „Sturm zieh auf“, wie man in 2026 weiterhin mit Deutschrock überzeugen kann. Natürlich machen sie nichts, was nicht schon irgendwie gemacht wurde, dennoch gibt es nichts auszusetzen. Wer authentischen Deutschrock mag, wird auch dieses Album mögen.
9 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Sturm zieh auf
02 Wenn Ich Fall
03 Dämmerlicht
04 Kryptonit
05 Mut
06 Augenblick
07 Messers Schneide
08 Glück
09 Sonnenfinsternis
10 Wo Man Tanzt
11 Gottes Kind
12 Kintsugi
13 Des Todes Bruders
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