
Geschrieben von Dirk Draewe // Photos by Jörg Schnebele
Rudolf Weber Arena, Oberhausen // 20.07.2025. Im Rahmen ihrer Shield Of Pain Tour machten die Metalgötter auch in Oberhausen Halt. Als Anheizer mit im Gepäck die Mannen von Phil Campbell & The Bastard Sons, sowie die Metal-Legende Accept.
Als mein Fotograf Jörg und ich pünktlich zum Einlass an der Halle ankamen, waren wir erstaunt, dass der Parkplatz vor der Rudolf-Weber-Arena noch relativ leer war, aber das sollte ich im Laufe des Abends noch deutlich ändern.
Los ging es pünktlich um 19 Uhr mit Phil Campbell & The Bastards Sons. Auch wenn die Halle zu diesem Zeitpunkt noch etliche Lücken in den Besucherreihen aufwies, legte die Band gleich mächtig vor. Klar war auch, dass bei dem 30-minütigen Set, was ich etwas kurz empfand, Motörhead-Klassiker nicht fehlen durften und die überzeugten meiner Meinung nach auch das Publikum am meisten.
Setlist (Quelle: Setlist.Fm)
- March ör Die (Intro)
- We’re the Bastards
- Step Into the Fire
- Going to Brazil (Motörhead cover)
- Hammer and Dance
- High Rule
- Ace of Spades (Motörhead cover)
- Strike the Match
Bildergalerie Phil Campbell & The Bastards Sons
Nach einer sehr kurzen Umbaupause legten Accept mit brachialem Gitarrensound los und vom ersten Gitarrenriff an, war es um die Fans geschehen und es gab kein Halten mehr. Die Setlist war geprägt mit vielen Gassenhauern, sehr zu meiner Freude und ich glaube auch der Fans. Kurzum, Accept reißen einen einfach mit, dass war schon in den Gründungsjahren so und hat sich bis heute nicht geändert. Mit der Hymne „Balls To The Wall“ endete schließlich eine fantastische Show und das Publikum war bestens auf den Headliner vorbereitet.
Setlist (Quelle: Setlist.Fm)
- The Reckoning
- Restless and Wild
- London Leatherboys
- Straight Up Jack
- Princess of the Dawn
- Metal Heart
- Teutonic Terror
- Fast as a Shark
- Pandemic
- Balls to the Wall
Nach rund 30 Minuten Umpause und mittlerweile gut gefüllter Halle wurde es ernst und zu den altbekannten Klängen von Black Sabbath’ „War Pigs“, dessen Refrain von den Fans lauthals mitgesungen wurde, kam der Höhepunkt des Abends… Judas Priest. Zunächst stand der Metalgod, von mehreren Spots gekonnt in Szene gesetzt, allein auf der Bühne und gleich der erste Song „All Guns Blazing“ ging voll auf die Zwölf.
Was folgte, war ein Marathon an Hits aus 56 Jahren Bandgeschichte, auch wenn die Auswahl bei insgesamt 19 Studioalben den Briten sicherlich nicht leicht gefallen sein dürfte. Dabei wurden auch Songs gespielt, die ich schon lange, beziehungsweise noch nie live gehört hatte. Sehr zu meiner positiven Verwunderung, fehlten die sonst so üblichen Begrüßungsworte von Halford nach drei Songs, stattdessen wurden uns ohne große Pause ein Song nach dem anderen um die Ohren gehauen. Erst nach zirka dreiviertel der Show, wandte sich Halford ans Publikum, während die anderen Bandmitglieder kurz hinter der Bühne verschwanden.
Halford betonte, dass er sehr dankbar für das deutsche Publikum und voller Stolz sei. Ich glaube, dass auch ein wenig Wehmut in seinen Worten mitschwang, als er sagte, dass es die Band ohne die Fans nie so weit gebracht hätte. Ein Die-Hard-Fan, der in der vordersten Reihe stand, wurde von Halford sogar persönlich begrüßt, auch das war für mich ein absolutes Novum. Markus, so Halford, stand schon in Frankfurt, Stuttgart, München und sogar in der Schweiz in der ersten Reihe „… and that makes us very proud“.
„The Power of beautiful music… Music comes into our lifes and music goes out of our lifes. Music has the power to lifed us up and has the power to heal. Music has the power of revolution, music has the power of peace…“ mit diesen gefühlvollen Worten, die glaube ich jeden Metal- oder Musikfreund im Herz traf, leitete Halford zum Song „Giants In The Sky“ über… eine Hommage an all die bereits verstorbenen Musik-Legenden und ein echter Gänsehautmoment, als er vor der Videoleinwand stand, auf der die Gesichter eben dieser Legenden zu sehen waren. Wer hätte ahnen können, dass keine 24 Stunden später in Zukunft noch ein weiteres Gesicht hinzukommen würde… R.I.P. Ozzy Osbourne!!!
„Painkiller“ leitete dann auch schon das Ende der 95 minütigen Show ein, die mich echt umgehauen hat und ich muss sagen, dass ich von der Leistung der Band, insbesondere von Halford mehr als begeistert war. Ich habe schon verdammt viele Shows von Priest erlebt, aber was Halford, der am 25.08. seinen 74. (!) Geburtstag feiert, da abgeliefert hat… Chapeau!!! Ein Zeremonienmeister, der seine Bandmitglieder, deren Spielfreude spür- und sichtbar war, dirigierte und mit ihnen ausgelassen feierte. Der ständig im nonverbalen Dialog mit den Fans war und auf der Bühne hin- und her stolzierte, als sei er in einen Jungbrunnen gefallen. Das wird mir noch lange in Erinnerung bleiben und ich hoffe, wir können die Metalgötter noch lange Zeit live erleben.
Setlist (Quelle: Setlist.Fm)
- All Guns Blazing
- Hell Patrol
- You’ve Got Another Thing Comin‘
- Freewheel Burning
- Breaking the Law
- A Touch of Evil
- Night Crawler
- Solar Angels
- Gates of Hell
- Battle Hymn
- One Shot at Glory
- The Serpent and the King
- Between the Hammer and the Anvil
- Giants in the Sky
- Painkiller
- The Hellion
- Electric Eye
- Hell Bent for Leather
- Living After Midnight
















