
© Irrsinn
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Irrsinn
Album: Team Stier
Genre: Alternative Hardcore Rap / Nu Metal
Plattenfirma: Bakerstreet Studios
Veröffentlichung: 31.05.2026
Einige von euch dürften ja den Influencer Chris Brain Damage kennen. Wusstet ihr das dieser jemand, auch Frontmann eine Band ist ? Mit „Team Stier“ liefert die Band IRRSINN ihr Debüt-Album. Zwölf Songs in 35 Minuten. Kurz. Knackig. Direkt auf den Punkt. In diesem Sinne, steigen sie ein!
Der Opener macht „Steigen Sie ein“. Dieser Track funktioniert wie eine Einladung. Oder eher wie ein freundlicher Tritt in den Rücken. Aber ein langsamer. Es ist ein ruhiges Intro was mich wie „Insert Coin“ Von Samurai Pizza Cats erinnert. Es baut einfach klasse Spannung auf!
Mit „Adrenalin“ geht es weiter Der Titel sagt eigentlich schon alles. Hier dreht die Band die Energie noch einmal höher. Die Gitarren drücken. Der Refrain bleibt hängen. Genau die Art von Song die live hervorragend funktionieren dürfte. Besonders cool, finde ich die elektronischen Elemente im Intro bei den Gitarren.
Mit “Spring” wird es etwas aggressiver. Der Song lebt von seiner Dynamik und transportiert eine gewisse Ratlosigkeit. Begrüßt wird man durch den Bass. Dieser Bass erinnert an KoЯn. Die Band schafft es dabei die Energie konstant hochzuhalten ohne sich zu wiederholen. „Springt, Springt! Tut euch weh! „ist das Motto.
Jeder kennt diese berühmten Versprechen an sich selbst. Morgen wird alles anders. Morgen hört man auf. Morgen beginnt das bessere Leben. Der Song spielt genau mit diesem Gedanken und verbindet Humor mit einer Portion Selbstironie. Von HipHop artigen Beats zu Headbang und Moshgefahr ist alles dabei. Deswegen heißt der Song auch „Morgen hör ich auf“. Die Zeile „[…] 1 Liter Juppiesauce“ macht mich unfassbar glücklich, da diese Sauce meine Blutgruppe sein könnte!
Achtung! Der nächste Track „Ich habe kein verficktes Aggressionsproblem“ scheppert ordentlich. Bereits der Titel sorgt für ein Schmunzeln. Musikalisch liefert IRRSINN hier einen der stärksten Momente des Albums ab. Wütend. Sarkastisch. Laut. Gleichzeitig bleibt genug Augenzwinkern erhalten damit der Song nie verbissen wirkt.
Mit der Hälfte der Platte bekommt man „Niveauvolle Musik“ Hier zeigt die Band ihren Humor besonders deutlich. Der Titel alleine ist bereits eine kleine Provokation. Inhaltlich und musikalisch wird ordentlich ausgeteilt. Nicht gegen einzelne Personen, sondern gegen falsche Erwartungen. Eine herrlich freche Nummer. Positiv möchte ich die Gitarren hervorheben. Wer möchte nicht aus der Decke eine Höhle bauen?
Gemeinsam mit STESY und Chris Chalmer entsteht einer der unterhaltsamsten Songs der Platte. „Bescheiden, wie immer“ (Geiler Titel) ist die zweite Single der Platte. Selbstüberschätzung und Größenwahn werden hier mit einer dicken Portion Ironie serviert. Der Song lebt von seinem Humor und seiner Eingängigkeit.
Nach den vielen augenzwinkernden Momenten zeigt die Band bei „Mehr“ etwas mehr Tiefgang. Der Song wirkt nachdenklicher ohne die grundsätzliche Energie des Albums zu verlieren. Eine gelungene Abwechslung. Dieser Song trifft einen sehr, nach den vorherigen Songs. Chapeau!
„Guten Morgen“ war der erste Geschmack der Platte den wir bekommen haben. Vorweg, bei den ersten Sounds der Drums, dachte ich erstmals an KoЯns „Blind“. Wach wird man hier definitiv. Der Song besitzt einen schönen Drive und vermittelt genau die richtige Mischung aus Motivation und Wahnsinn. Perfekt für alle die morgens eigentlich ihre Ruhe haben wollen.
Der wohl wichtigste Song der Platte ist „Nein heißt Nein“. Klare Botschaft. Keine Missverständnisse. Keine Relativierungen. IRRSINN verpacken ein ernstes Thema in einen kraftvollen Rocksong und beweisen dabei Haltung. Hier glänzt Chris ganz deutlich. Seine Rapparts sind sehr beeindruckend.
Jetzt wirds heiß! Kurz vor Schluss gibt es noch einmal Vollgas. Der Song „Tanz auf dem Vulkan“ lebt von seiner explosiven Energie. Die Band erzeugt das Gefühl, dass jederzeit alles auseinanderfliegen könnte. Genau das macht den Reiz aus. Das Michael Jackson „He He“ ist mein Highlight der Platte! Wenn das nicht live kommt, dann bin ich sehr enttäuscht! Spaß bei Seite. Der growl zum Schluss ist perfekt.
Der Titeltrack beschließt das Album passend. Mit ordentlich Druck und ein bisschen NdH-Vibes. Der Song bündelt noch einmal viele der Stärken des Albums und hinterlässt einen gelungenen Abschlusseindruck.
„Team Stier“ legt man auf wenn ma. Gute Energy haben möchte. IRRSINN setzen auf Ehrlichkeit. Humor, Energie und eingängige Songs. Nicht jeder Titel trifft mit der gleichen Wucht ins Schwarze. Das muss er aber auch nicht.
Die Platte lebt von ihrer Authentizität. Von ihrer direkten Art. Und von einer Band, die offensichtlich Spaß an dem hat was sie tut. Als Debüt ist das sehr stark. Weiter so! 10 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Steigen Sie ein
02 Adrenalin
03 Spring
04 Morgen hör ich auf
05 Ich habe kein verficktes Aggressionsproblem
06 Niveauvolle Musik
07 Bescheiden, wie immer (Feat. STESY & Chris Chalmer)
08 Mehr
09 Guten Morgen
10 Nein heißt Nein
11 Tanz auf dem Vulkan
12 Team Stier
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