Invictus – Nocturnal Visions

© Invictus

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Invictus
Album: Nocturnal Visions
Genre: Death Metal
Plattenfirma: Me Saco Un Ojo Records
Veröffentlichung: 26.01.2026

 

Der Death-Metal-Untergrund ist gerade so lebendig wie lange nicht, und mittendrin melden sich Invictus aus Japan mit ihrem zweiten Album zurück. „Nocturnal Visions“ knüpft an das starke Debüt an, geht aber hörbar einen Schritt weiter. 

Schon nach dem kurzen Intro wird klar, wohin die Reise geht. Man erwartet tief gestimmte Riffs, sägende Leads und ein Bass, der nicht nur mitläuft, sondern dem Sound ordentlich Fundament gibt. Stilistisch bewegen sich Invictus klar im Old-School-Kosmos. Man könnte hier Bands wie Autopsy, frühe Carcass, Obituary oder Cannibal Corpse aufzählen. Gleichzeitig wirkt das Ganze nie wie eine bloße Kopie. Die Songs haben genug eigene Dynamik und Details, um sich vom reinen Retro-Gedanken abzusetzen.

Tracks wie „Abyssal Earth Eradicates“ oder „Frozen Tomb“ zeigen, dass die Band Atmosphäre genauso ernst nimmt wie Brutalität. Zwischen den wuchtigen Parts öffnen sich immer wieder melodische oder leicht technische Passagen, die dem Album Luft zum Atmen geben. Besonders stark möchte ich „Lucid Dream Trauma“ mit seinem fast thrashigen Lead-Riff betonen. Dieser Track ist ein kleiner, aber wirkungsvoller Farbtupfer im sonst düsteren Gesamtbild.

Mit „Dragged Beneath The Grave“ liefern Invictus dann einen echten Nackenbrecher. Hier sitzt einfach alles.  Tempo, Riffs, Vocals, Dramaturgie, alles. Der Song hat dieses gewisse Etwas, das hängen bleibt, ohne sich anzubiedern. Der abschließende Titeltrack „Nocturnal Visions“ fasst auf acht Minuten nochmal alles zusammen, was die Platte ausmacht: Druck, Atmosphäre und starkes Songwriting.

Unterm Strich ist Nocturnal Visions ein Death-Metal-Album, das seine Wurzeln ehrt, ohne darin stecken zu bleiben. Old-School im Herzen, aber mit genug eigenem Charakter, um 2026 mehr zu sein als nur ein weiterer Genrebeitrag. Für Fans von klassischem, aber lebendigem Death Metal definitiv eine dicke Empfehlung. Mindestens 9 von 10 Hellfire-Punkten hat dieses Ding! 

 

Tracklist: 

01 Intro
02 Abyssal Earth Eradicates
03 Altar Of Devoted Slaughter
04 Lucid Dream Trauma
05 Persecution Madness
06 Dragged Beneath The Grave
07 Wandering Ashdream
08 Frozen Tomb
09 Nocturnal Visions

 

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