
STUFFD gegründet 2022 in Wetzlar, bringen nach eigenen Angaben den Groove Metal der 90er und 2000er Jahre zurück, kombiniert mit modernen Hardcore und Nu-Metal Elementen, Breakdowns, heavy Screams, tiefe Growls und cleanen Gesangselementen.
Jung-Maniac Tim Braff kitzelte der Band weitere Inforationen aus der Nase.
HF: Vielen Dank, dass ihr euch so spontan die Zeit für ein Interview genommen habt. Ihr seid die Band STUFFD. Hat der Name eine besondere Bedeutung und woher kommt der Name?
STUFFD: Wir wünschten, es gäbe da eine Antwort drauf. Wir haben uns damals im alten Proberaum beinahe die Köpfe eingeschlagen, wie wir denn jetzt heißen sollen. Irgendwann kam dann STUFFD auf den Tisch und wir waren uns dann alle ziemlich schnell einig, dass wir jetzt so heißen. Den Sinn hinter dem Namen haben wir uns danach überlegt. Das zu erläutern, würde jetzt aber den Rahmen sprengen.
HF: War die Schreibweise immer so oder hat sich das erst so entwickelt?
STUFFD: Das ist, schnell entschieden worden, dass es stilisiert sein muss, damit sich das abhebt. “Stuffed” mit “e” gibt es auch schon, könnte man also verwechseln, deshalb ist es stilisiert und so sieht es auch cooler aus.
HF: Jetzt mal etwas spezifischer zu euch als Band: Wie seid ihr zur Musik gekommen?
STUFFD: Das war, als man in die Rock- und Metalschiene gerutscht ist. Ungefähr mit 14 oder noch früher und man hat dann angefangen, die ganzen Bands zu hören und dann wollte man es selbst mal probieren. Dann hat man sich ein Instrument gekauft und einfach mal rumprobiert und 25 Jahre später ist dann etwas mehr als bloß ein Hobby draus geworden. Das war mehr Zufall als geplant.
HF: Wer hat euch musikalisch inspiriert?
STUFFD: Viele! Das geht von Punkbands wie Green Day und Rise Against über Melodic Death Metalbands wie In Flames und Children Of Bodom einerseits, über die alten Helden von Metallica oder auch Pantera andererseits. Man ist auch in die “Abgründe” von Lamb Of God oder Whitechapel gestolpert und hat sich dort prägen lassen. Allgemein auch die Bands der 2000er wie System Of A Down, Slipknot oder KoRn haben schon eine prägende Wirkung gehabt. Das geht dann noch weiter über Meshuggah und Gojira bis in den ganz harten Kern des Metals. Quasi unsere vier Geschmäcker versuchen wir zu unserem Ding zu machen. Ob jetzt über Punk oder über Funk Rock/Funk Metal – am Ende sind wir alle hier gelandet. Bei Pantera stimmen wir aber schon alle am meisten überein. Das ist unser gemeinsamer Nenner.
HF: Was bedeutet für euch Musik?
STUFFD: Musik bedeutet uns alles. Für jede Lage und für jede Stimmung gibt es Songs. Man kann sich in die Musik flüchten, man kann in der Musik sich auftanken. Den ganzen Tag, ob auf der Arbeit oder sonst wo, kann man Musik hören und zum Beispiel die Außenwelt ausblenden. Er ist ein ständiger Begleiter, den man immer behalten möchte. Genauso wie man bei einem guten Mittagessen den Geschmacksinn beansprucht, wollen die Ohren auch was Feines haben. Musik ist das Dessert für die Ohren.
HF: Welche Intention oder welche Bedeutung hat eure eigene Musik?
STUFFD: Musik ist ganz deutlich eine Form von Gefühlsverarbeitung. Bei den Texten setzt man sich mit sich selbst und seiner Umwelt auseinander. Songs werden geschrieben, wenn es einem gut geht, Songs werden erst recht geschrieben, wenn es einem nicht so gut geht. Es dient definitiv als Ventil.
HF: Ist Musik für euch also auch eine Form von Selbstverwirklichung?
STUFFD: Auf jeden Fall!
HF: Wie wollt ihr, dass eure Songs verstanden werden?
STUFFD: Wir freuen uns, wenn Leute unsere Musik hören und unsere Texte inhaltlich und gefühlstechnisch verstehen. Musik gibt einem das Gefühl, nicht allein zu sein. Es wird immer Welche geben, die deine Gefühle kennen.
HF: Letztes Jahr ist eure EP “Caveman” erschienen. Wie verlief der Songwriting-Prozess? Wie seht ihr das Projekt selbst?
STUFFD: Das Schreiben war elegantes Chaos. Wir haben einfach drauf los gejammt und haben Ideen vertieft, die jeder von uns mitgebracht hat. Das ging so lange weiter, bis uns die Musik gefallen hat. Viele Songs auf der EP sind auch unsere Erstlingswerke, also Songs, die vor allem in den ersten Wochen und Monaten entstanden sind. Das war überwiegend noch zu Corona-Zeiten. Da konnte man sich noch gut einfach einbunkern und die Songs ausarbeiten und das hat bis jetzt sehr gut funktioniert. Es war dabei einfach schön zu sehen, dass da was daraus wächst. Es hat meist mit einem Riff angefangen oder einem Fill oder einer Strophe oder nur einer Line und dann ist was entstanden, was größer wurde als das. Zum Beispiel bei unserem Song “Tear It Down” kann man das gut erklären. Da kam Max uns meinte, er habe Lust, einen thrashigen Song zu schreiben. Und dann haben wir alle gesagt “Gut! Machen wir!” und dann haben wir uns dazu Gedanken gemacht und die ersten Sachen überlegt. Irgendwann kamen dann so Kleinigkeiten dazu, quasi “Hey, spiel das mal so” oder “Hier würde ein Solo gut hinpassen”. Dadurch haben wir das Ganze Schritt für Schritt aufgebaut, bis wir uns einig waren, dass der Song so gut ist, dass wir ihn Live performen können. So lief das in der Regel bei jedem Song ab. Da unsere ersten Auftritte schon im Sommer 2023 waren, hat ein einzelner Song auch vielleicht nur einen Monat gebraucht, wir haben aber auch immer parallel an Allem gearbeitet. Das ging dementsprechend mal schneller, aber auch mal langsamer.
HF: Apropos Live-Auftritte: Wie habt ihr bis jetzt eure Live-Auftritte empfunden? Was ist zudem Live in der nächsten Zeit geplant?
STUFFD: Spaß macht es immer. Es ist und bleibt eine Ehre, das, was man gerne tut, dann vor einem Publikum zu performen und es ist dann immer schön, wenn sich die Leute dann dabei freuen. Es spielt auch gar keine Rolle, wie viele Leute da sind, solange 2-3 Leute es richtig geil finden, reicht es schon aus. Wir durften auch schon erleben, dass wir zunächst vor einer Hand voll Leuten gespielt haben und sich dann die Location gefüllt hat, weil die Menschen von draußen mitbekommen haben, dass wir drinnen spielen. Da waren wir schon überrascht, dass das so gut bei den Leuten ankam. Für Manche von uns war das übrigens das Live-Debüt und die Stunden davor waren schon ziemlich angespannt. Als am Anfang nicht so viele Leute da waren, ging das nach dem Motto “No Pressure. Das schaffen wir”. Bei jedem Song füllte sich dann die Location, bis dann irgendwann der Raum voll war. Das war ein mega Gefühl. Das war geil. Das hat unfassbar viel Spaß gemacht.
Jetzt mal an die Zukunft gerichtet. Egal, ob 10, 100 oder 1000 Leute vor uns stehen, wir werden grundsätzlich liefern. Außerdem “Bigger is Better”. Wir wollen immer mehr Show-Elemente hinzufügen und uns irgendwas überlegen, dass wir auch immer mehr bieten können.
HF: Um “Caveman” abzuschließen: Habt ihr einen persönlichen (Live-)Favoriten auf der EP oder allgemein einen Song, den ihr besonders gerne spielt?
STUFFD: Da sind unsere Meinungen zwischen dem Titeltrack “Caveman”, der eigentlich bei allen hier sehr beliebt ist, und “Tear It Down” gespalten. Live gefällt uns aber auch “No Place To Hide” insbesondere durch dessen Energie und das Verlangen, bei diesem zu moshen. Der ist verrückt – das ist toll.
HF: Was kommt in nächster Zeit von euch auf uns zu?
STUFFD: Wir haben schon eine Hand voll neue Songs in der Hinterhand, die wir zum Teil schon Live getestet haben. Wir arbeiten zurzeit noch an weiteren Riffs, Texten und Songs. Bei einem der neuen Songs haben wir was vorbereitet. Innerhalb der nächsten 2 Monate, wenn alles nach Plan läuft, wird da etwas passieren und allgemein fürs nächste halbe Jahr sollen dann noch 1-2 weitere Songs folgen, wo wir sagen, dass die ordentlich fetzen. Da ist was Hartes dabei, auch verrücktere Dinge, es wird also einiges passieren. Langfristig ist ein Album fest geplant. Jeder Musiker braucht ein Album und das ist uns auch wichtig.
HF: Ihr meintet, dass die Songs verrückter werden. Werden die Songs eher anders sein zu eurem bisherigen Klang oder bleibt es deutlich erkennbar bei eurem jetzigen Sound?
STUFFD: Unsere typischen Trademarks sind schon noch da, aber man hört definitiv eine Weiterentwicklung. Das muss man schon sagen. Das ist jetzt nicht “Man findet die Caveman-EP gut und man kriegt was komplett Neues”. Unser typischer Sound bleibt bestehen, es sind aber neue Elemente dabei und es wird um einiges experimenteller und auch etwas melodischer. Es wird weiterhin “STUFFD” sein, aber neu und frisch. Da ist für jeden etwas drin, wie im Sack vom Weihnachtsmann. Es wird schneller, mal etwas technischer oder auch mal mehr Gaga. Bis jetzt kam sehr positive Resonanz der Live getesteten Songs an uns zurück.
HF: Was ist euch das Wichtigste für die, sagen wir mal, nächsten 5 Jahre?
STUFFD: In 5 Jahren hoffen wir auf alle Fälle, dass wir noch Spaß dran haben und uns gegenseitig nicht auf die Nerven gehen. Das wäre schon ganz gut. Zudem noch Zuspruch, weil das motiviert, aber Spaß ist schon der wichtigste Punkt, weil, wenn man Spaß hat, kommt auch immer was Positives dabei rum. Hoffentlich waren wir zudem in 5 Jahren viel draußen unterwegs, denn Auftritte machen einfach am meisten Spaß.
HF: Wollt ihr abschließend noch etwas zu den Lesern sagen?
STUFFD: Nehmt euch in Acht! Es kommt eine gewaltige Fracht auf euch zu. Wir sind motiviert und wir haben einiges geplant. In den nächsten 6 Monaten wird Einiges passieren.
HF: Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Ich wünsche euch viel Erfolg mit allem Kommenden.
STUFFD: Vielen Dank fürs Interview, es war sehr angenehm.
Interview: Tim Braff
Fotos: STUFFD
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