
© In This Moment
Geschrieben von Tim Braff
Band: In This Moment
Album: Witch
Genre: Metalcore, Alternative Metal
Plattenfirma: Better Noise Music
Veröffentlichung: 28.8.2026
Die amerikanische Metalband In This Moment aus Los Angeles hat mit „Witch“ ihr 9. Studioalbum veröffentlicht. Dafür haben sie sich nicht lumpen lassen und neben einigen eigenständigen Songs auch namenhafte Musiker wie Kim Dracula, Dayseeker und die bekannte Tätowiererin und Sängerin Kat Von D dazugeholt.
„Witch“ präsentiert viel von dem, was man von In This Moment gewohnt ist. Die Songs kombinieren typische Modern Metalcore-Riffs und Strukturen, Alternative Metal, eine düstere Atmosphäre, die fast schon Gothic-Anleihen hat, und leichte Industrial Metal-Elemente. Hierbei fungiert der Mix nicht als einfacher Misch-Masch, der variabel verschiedene Elemente auf einem Werk präsentiert, sondern erschafft daraus eine eigene Sound-Landschaft und einen Stil mit Wiedererkennungswert. In This Moment zeigt auf jeden Fall, dass im Jahr 2026 moderner Metal nicht unbedingt immer gleich klingen muss; daher finde ich ihren Sound auf „Witch“ grundlegend spannend.
Neben einer düsteren Atmosphäre macht das Album viel aus dem Kontrast zwischen ruhigeren, leicht Dark-poppigen Passagen und hörbarem Core, der den Härte-Höhepunkt bildet. Konsequent begleitet wird das Album von Melancholie, die optimal zur düsteren Atmosphäre passt. Die erschaffene Sound-Landschaft ist meiner Meinung nach sehr stark gelungen; da gibt es kaum einen Künstler, der so konsequent und effektiv seinen Sound gestalten kann.
Ein wesentlicher Bestandteil von „Witch“ ist die Produktion der Vocals. Verzerrte Aufnahmen, kräftige Klangwände und atmosphärisch unterstützende Gesangsarten gestalten das Album durchaus etwas doomig und progressiver. Zum Sound passt es meiner Meinung nach gut und wirkt auf mich nicht so, als wäre zu viel gemacht worden, was bei Vocal-Effekten schnell passieren kann. Mein persönlicher Geschmack ist durch die verschiedenen kreativen Produktionen jedoch nicht getroffen worden. Ich verstehe zwar den Zweck und ich sehe auch die Kompatibilität zum restlichen Sound, aber klanglich bin ich eher woanders angesiedelt, was zum Teil der Gesang „Witch“ für mich uninteressant macht. Subjektiv holt mich das nicht ab.
Ich bin allgemein bei atmosphärischen Platten sehr wählerisch und bin nicht immer begeistert, wenn Platten sehr viel Wert darauflegen. Aus diesem Grund bin ich persönlich nur phasenweise von „Witch“ überzeugt worden. Es gibt einzelne Songs, welche ich ganz gut finde, Songs, die für mich in Ordnung sind, aber auch Songs, die mir gar nicht gefallen; verstärkt auch durch den Vocal-Stil, der nicht mein Geschmack ist. Am Ende bin ich bei einem Gleichgewicht von 50/50, möchte aber trotzdem die klare Struktur auf diesem Album loben.
Ein besonderer Song der Platte ist das Pink Floyd-Cover „Another Brick In The Wall“ – mit Kat Von D -, der einen Synth-Wave-/Gothic-/Industrial-/Darkpop-Anstrich bekommen hat. Ich bin zwar weder Fan von Pink Floyds Original, noch überzeugt mich das Cover geschmacklich, aber es war durchaus interessant zu hören, wie dieser Song in einem anderen Stil klingt. Passend zum Album war auch dieser Track.
Fazit: In This Moment präsentiert auf „Witch“ ein klares Konzept, was ich so nur von ihnen kenne. Die Struktur hinter dem Album ist grundlegend interessant und hochwertig gestaltet worden. Musikalisch bin ich zwar nicht ganz angetan vom Album, aber es war auf jeden Fall keine Zeitverschwendung. Wer gerne düstere Atmosphäre und durchdachte Vocal-Produktion zusammen mit Metalcore hören möchte, hat hier sein Album gefunden.
6 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Shame
02 I Want to Believe
03 Crawl
04 Into the Dark
05 Sleeping With the Enemy
06 Wrapped Around Your Finger
07 Heretic
08 Father
09 Without Me There’s No You
10 Another Brick In The Wall
11 Something I Can Never Have
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