
© In the Woods… – Otra
Geschrieben von Helgvar Sven Mánfreðson
Band: In the Woods..
Album: Otra
Genre: Black Metal, Gothic/Progressive Metal
Plattenfirma: Prophecy Productions
Veröffentlichung: 11.04.2025
Die ersten drei Alben der Norweger namens „Heart of the Ages“ (1995), „A Return to the Isle of Men“ (1997) und „Strange in Stereo“ (1999) sind vermutlich nicht nur bei mir Kult. In der damaligen Entwicklung sah ich mit dem dritten gegenüber den ersten beiden Alben schon einen sehr starken musikalischen Um“bruch“, aber trotzdem hat es bei mit den entsprechenden Status. Bis 2014 war dann die Stille maßgebend und danach folgten einige Line-Up Wechsel. Mit dem mir hier vorliegenden Album erschienen insgesamt vier seitdem und das einzig verbliebene Gründungsmitglied in der Band ist heute Drummer Anders Kobro.
„The Things You Shouldn’t Know“ eröffnet gefühlvoll, fast traurig und entsprechend ruhig. Dieses wird unterbrochen durch einen längeren Schrei von Bernt Fjellestad, der Rhythmus steigert sich und folgend geht es im mittleren Tempo fast schwebend durch eine längere Phase der Zeit. Vokalistisch ist man hier mit zweierlei unterwegs und dieses mal boshaft, mal lieb, während das Keyboard sich wunderbar klanglich mit einbringt. Der Song ist mit über acht Minuten der Längste auf dem Album und obwohl sich einiges wiederholt, ist die Zeit kreativ genutzt worden und so kommt keine Langeweile auf. „A Misrepresentation of I“ lädt vollends zum mitwipppen ein, geht geradlinig im Spiel vorwärts und bildet feine Melodiebögen an der 6-Saiter Front. Gesanglich ist das Ruhige erst einmal in der Ecke, rauchig kratzig und höher clean bestimmt das Geschehen. Der Song ist genau nach meinem Geschmack und jeder darf entscheiden, ob er fliegend mit den Augen geschlossen sich weg träumen oder gediegen rocken möchte. „The Crimson Crown“ stampft auf, der Klang geht nach unten und so beginnt er mit einer düsteren Stimmung. Folgend gesellen sich der klare Gesang und der Besessene dazu und passen sich der Struktur und der Atmosphäre an, die immer wieder mal wunderbar im Zusammenspiel mit der Ruhe ausbricht und so für eine entsprechende und wechselnde Stimmungslage sorgt.
„The Kiss and the Lie“ groovt sich mit den Saitenistrumenten, den Drums und einer tieferen Stimmlage im Gesang gefühlvoll ein. Im folgenden bricht die Stimmung, man geht geradlinig schwer mit Double-Bass hörend und einer Boshaftigkeit aus der Kehle seiner immer wieder auftauchend dunklen Pfade entlang. Im gesamten ist es ein Wechselspiel, was perfekt aufeinander abgestimmt und vorgetragen wird. Das höre ich hier bis zu diesem Zeitpunkt der abgelaufenen Zeit des Albums nicht zum ersten Mal, daher den Daumen hoch mit der Spitze in den Himmel gestreckt und gereckt. „Let Me Sing“ erzeugt anfänglich Klänge wir aus einem vergangenen Jahrzehnt, um dann stampfend und stimmlich beindruckend tiefer sich mal anders vorwärtszubewegen. Der mitmach Rhythmus bleibt, die Stimme wird höher, neigt sich gen Himmel und wechselt kurzeitig ins Besessene. Der Song hat einfach eine wunderbare Aura, der tiefere Gesang erinnert mich an Sivert Høyem und auch sonst steht er ganz weit oben in meiner Favoritenliste.
„Come Ye Sinners“ beginnt mit Klavier oder Pianoklängen und eine geballte Mischung aus Wucht, Energie und über den Wolken fliegen folgt, nachdem die ersten Töne verstummt sind. Der Gesang schraubt sich hier bisher am höchsten, die Boshaftigkeit in ihrer Pracht ist dicht dahinter und das Gespielte wechselt sich mit den Momenten ab. „The Wandering Deity“ lässt sich dunkle und romantische Töne im entsprechenden Gewand entlocken, bringt diese unterschiedlich herüber, der Gesang wechselt wieder und alles zusammen schafft erneut diese faszinierende Atmosphäre und das bis zum Ende, die schon das ganze Album begleitet und nun endend begleitet hat. Von mir gibt es 9 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- The Things You Shouldn’t Know
- A Misrepresentation of I
- The Crimson Crown
- The Kiss and the Lie
- Let Me Sing
- Come Ye Sinners
- The Wandering Deity
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