
© Imha Tarikat
Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Imha Tarikat
Album: Confessing Darkness
Genre: Black Metal
Plattenfirma: Prophecy Productions
Veröffentlichung: 20.06.2025
Im Bereich Black Metal bin ich beileibe kein Experte, und mein Interesse an diesem Genre ist generell eher marginal – die Klassiker halt. Stichwort Klassiker: Ein künftiger könnte „Confessing Darkness“ sein, das vierte Album von Imha Tarikat aus Mülheim. Zwar will ich mir einerseits gar nicht anmaßen, eine solche Prognose über ein Werk aus einem musikalischen Kosmos zu treffen, in dem ich mich nur am Rand bewege. Andererseits: Es sind oft gerade jene Black-Metal-Alben, die über die Szene hinaus Relevanz entwickeln, die mich erreichen – und „Confessing Darkness“ hat genau dieses Potenzial.
Das Album begeistert mich so sehr, dass jede stilistische Einordnung fast schon nebensächlich erscheint. Ich sag’s einfach mal so: Wer auf hundertprozentig intensive, mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang gemachte Musik steht, wird hier nicht nur fündig, sondern für eine ganze Weile beschäftigt sein. Über gut 50 Minuten hinweg entfaltet sich ein Parforceritt sondergleichen.
Drei Songs möchte ich besonders hervorheben:
Zunächst den fast achtminütigen Titelsong „Confessing Darkness“, der unzweifelhaft den Höhepunkt des Albums darstellt. Was hier passiert, ist schlicht überwältigend. Das Stück folgt quasi der olympischen Devise „höher, schneller, weiter“ – und setzt immer dann noch einen drauf, wenn man glaubt, das Maximum sei längst erreicht. Ein majestätisches Ungetüm, das sich ständig selbst überbietet und dabei nie ins Chaos abdriftet. Die Dynamik, die Dramaturgie, die Intensität – das alles ist derart souverän austariert, dass man sich diesem Song kaum entziehen kann.
Unmittelbar darauf folgt mit „Chamber of Sin“ ein weiteres Highlight. Der Song ist mit knapp sieben Minuten der zweitlängste des Albums und wirkt wie eine natürliche Fortführung des zuvor erreichten Höhepunkts. Doch statt sich in dessen Schatten zu stellen, behauptet sich „Chamber of Sin“ mit ganz eigenem Charakter: Vor allem die enorm kreativen Gitarrenriffs stechen hervor und verleihen dem Stück eine eindringliche Atmosphäre, die zwischen Wahnsinn und Struktur balanciert.
Den Abschluss des Albums bildet „The Day I Died“ – eine finale Eruption, die keine Fragen offenlässt. Hier wird das Tempo nochmals angezogen, jede Zurückhaltung über Bord geworfen. Es ist, als wolle die Band zum Schluss noch einmal alles geben, alle Energie rausfeuern, die sich über das Album hinweg aufgestaut hat. Ein Song wie ein Inferno – brutal, direkt, kompromisslos.
Fazit: Mit „Confessing Darkness“ haben Imha Tarikat ein Werk vorgelegt, das weit über die Genregrenzen hinausstrahlt. Die Produktion ist klar und druckvoll, das Songwriting voller Raffinesse, die Performance durchgehend mitreißend. Wer sich auf dieses Album einlässt, bekommt nicht „nur“ eine gute Black-Metal-Platte, sondern ein super-intensives Musikerlebnis. Und dafür gibt’s von mir: 9 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracks:
01 Intro – Aufbruch 01:10
02 Wicked Shrine 03:17
03 Another Failed Ritual 04:47
04 Voices Of Bitter Epiphany 04:12
05 Excellent Grief 04:45
06 Confessing Darkness 07:45
07 Chamber Of Sin 06:56
08 Horns In The Smoke 04:10
09 Memoria Dei (Profanity And Devil) 04:57
10 Pitch Black Reflection 04:19
11 The Day I Died (Reborn Into Flames) 04:25















