Highest Primzahl on Mars – What???

© Highest Primzahl on Mars

Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Highest Primzahl on Mars
Album: What???
Genre: Krautrock
Plattenfirma: Clostridium Records
Veröffentlichung: 15.11.2025

Vor zweieinhalb Jahren erst gegründet, legen Highest Primzahl on Mars mit „What???“ bereits ihr drittes Album vor. Und nicht nur das: War „Escape From Moronia“ mit einer Stunde Laufzeit noch vergleichsweise kompakt ausgefallen, sprengte der Nachfolger „Error not Found“ die 80-Minuten-Marke, und genau so verhält es sich auch mit dem neuen Album. Ein dicker Brocken also. Zu dick? Nicht wirklich. Man muss nur etwas Zeit mitbringen – und am besten unterwegs sein.

Nein, damit meine ich nicht, man müsse sich irgendwas einwerfen, um die Musik zu genießen. Für mich ist „What???“ ein großartiger Begleiter, wenn ich am frühen Morgen, wenn noch alles dunkel ist, zu Fuß vier Kilometer ans andere Ende der Stadt zur Arbeit laufe. Oder, wie letzten Dienstag, als der Morgennebel den ganzen Tag über blieb, und ich in der Mittagspause durchs Erbenheimer Feld spazierte. Wenn man einen Fuß vor den anderen setzt, bei Nacht oder Nebel, funktioniert diese Musik besonders gut.

Natürlich kann man sie sich auch problemlos zu Hause auf der Couch anhören. Geboten ist einiges: Der „nur“ fünfminütige Titelsong eröffnet das Album kantig, zwingend, erfreulich flott. Mit dem knapp zwanzigminütigen „Mind Is Coming“ taucht man dann aber richtig tief ins Psychedelische ein, während das ebenso lange „Path of Peace“ eher einem langsamen Aufstieg zum Gipfel gleicht – und dort plötzlich bemerkenswert heavy wird.

Nicht allzu viel anfangen kann ich mit dem schrägen Interlude „Dim Nofio Yn Fr Afon“. Aber die finale Dreiviertelstunde wirkt wieder wie aus einem Gus. In etwa so wie die erste Dreiviertelstunde, nur anders: „Timescape“, „Botcamp“ und „Edge of Time“ grooven so sehr, dass man damit problemlos Tanzflächen füllen könnte. Für die Tanzfläche ein bisschen zu kantig ist der Rausschmeißer „Nova Express“, dafür eignet er sich hervorragend zum Kopfnicken – besonders dank der gewaltigen Bassline.

Fazit: Selten schmeckt mir im Krautrock alles, was serviert wird. Aber so viele Filetstücke, wie Highest Primzahl on Mars hier auftischen, findet man selten. Und dafür gibt’s von mir 8,5 von 10 Hellfire-Punkten.

Tracks:
01 What??? 04:51
02 Mind Is Coming 17:27
03 Path of Peace 17:26
04 Dim Nofio Yn Fr Afon 03:23
05 Timescape 11:56
06 Botcamp 10:09
07 Edge of Time 10:04
08 Nova Express 11:11

Mehr Infos:
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