Hidas – A Sense Of Impending Doom

© Hidas

 

Geschrieben von: Tim Karow 
Band: Hidas
Album: A Sense Of Impending Doom
Genre: Stoner- / Doom Metal
Plattenfirma: Tonzonen Record
Veröffentlichung: 23.01.2026

 

Gerade einmal im Frühjahr 2023 aus der Taufe gehoben, legten Hidas schon ein halbes Jahr später ihr Debüt vor und überzeugten früh mit einer intensiven Live-Präsenz. Ganz so grün hinter den Ohren ist das Münchner Trio allerdings nicht: In früheren Projekten bereits miteinander eingespielt, übertragen sie diese Routine nun konsequent auf ihr rein instrumentales Schaffen. Nach einem Einstand irgendwo zwischen Stoner Rock und Doom Metal folgte der nächste Schritt, und der fällt auf „A Sense Of Impending Doom“ deutlich düsterer, härter und kompromissloser aus. Tonzonen Records haben da zur richtigen Zeit zugegriffen.

Ganz verabschieden sich Hidas von ihren Wurzeln allerdings nicht. Der Opener „Dynger“ schleppt sich noch schwerfällig durch verkopfte Stoner-Gefilde, psychedelisch angehaucht, zäh und latent bedrohlich. Doch schon hier wird klar, wohin die Reise geht: Die Riffs drücken härter, die Atmosphäre wirkt dichter. Der Track „Splinter“ zieht anschließend das Tempo an, bleibt dabei aber giftig und unangenehm groovend. Slayer-artige Squeals blitzen kurz auf, ohne je in klassischen Thrash auszubrechen, stattdessen setzt man auf dissonanten, kaputten Groove, der eher zermürbt als mitreißt. Jeder Track des Albums steht für sich, doch besonders „The Riddle“ sticht heraus: von der Band selbst als ihre Version von „True Metal“ bezeichnet, trifft hier hymnisches Stampfen auf rohe Wucht. Der Titelsong „Asoid“ geht den entgegengesetzten Weg und versinkt vollständig in Zeitlupe, schwer, lähmend, beinahe erdrückend. Hidas scheinen hier bewusst jede Form von Erlösung zu verweigern und zelebrieren stattdessen eine fast nihilistische Klangwand.

Mit „Vakuum“ erreicht das Album schließlich seinen Höhepunkt: Über elf Minuten pendelt der Song zwischen puristischer Black-Metal-Energie, wütendem Schlagzeuggewitter und immer wiederkehrender, beklemmender Schwere. Eine wahnwitzige, fordernde Achterbahnfahrt, die Konzentration verlangt, aber reich belohnt.

Die monolithischen Soundgebilde pressen sich unerbittlich auf den Hörer, ermüden bewusst und entfalten gerade dadurch ihre Wirkung. Die gesteigerte Heavyness und finstere Grundstimmung stehen Hidas hervorragend zu Gesicht, zugleich bleibt das Album überraschend vielschichtig und kantig. Ein düsterer Brocken, der seinen Titel ernst nimmt, und ein echter Geheimtipp für alle, die Schwere nicht nur hören, sondern spüren wollen. Die Münchner Jungs kriegen 8 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist : 

01 Dynger
02 Splint
03 Asoid
04 Vakuum
05 Cisza
06 The Riddle

 

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