
© Heavenfall
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Heavenfall
Album: Thorn
Genre: Heavy / Power Metal
Plattenfirma: Rockshots Records
Veröffentlichung: 15.05.2026
HEAVENFALL wurde 2003 von vier Teenagerfreunden in der Nähe von Mailand gegründet. Seitdem hat sich die Band eine unverwechselbare Identität erarbeitet, die im klassischen Heavy Metal verwurzelt und durch düstere, aggressivere Elemente geprägt ist. Von ihrem Debütalbum „Falling From Heaven“ (2012) bis zur EP „The Besiders“ (2017) hat sich die Band stetig weiterentwickelt. Nach neun Jahren des Wartens haben die Italiener nun ihren zweiten Longplayer „Thorn“ fertiggestellt.
Den Auftakt macht „Squall-led „, ein wuchtiger Song im klassischen (Power) Metal Gewand, bei dem der Gesang zwischen cleanen und harschen Vocals pendelt, wobei es letztere für mich gar nicht gebraucht hätte, da der Song auch so genug Power entwickelt. Abgesehen davon vereint die Nummer sowohl melodische als auch düsterer Elemente in sich. „Sudden Zenith“ gefällt durch eine grundlegende Dynamik, die zwischendrin gerne mal variiert und dessen Hookline ebenso wenig Wünsche offenlässt wie die Einlagen der Saiten-Fraktion.
Zu Beginn heuchelt „No Candlelight“ noch eine gewisse Zurückhaltung vor, doch auch wenn der Track sich eher in mittleren Tempogefilden aufhält, ist die Nummer alles andere als ein lauwarmer Metal Track, denn dafür weist seine Struktur zu viele Ecken und Kanten auf. „This Illusion“ nimmt wieder vermehrt Fahrt auf, ohne jedoch die ganz grobe Keule zu schwingen, während „Left Apart“ neben feinen Riff Passagen auch Raum für ruhigere Einschübe lässt und sich damit ein wenig verspielter und weniger direkt präsentiert als auf den ersten Tracks.
Die episch anmutenden Momente von „Lingering Under The Acid Rain“ erinnern ein wenig an einstige Iced Earth Großtaten, dazwischen wandelt sich das Ganze zu einem treibend-eingängigen Song, der im Mittelteil zwischenzeitlich sogar in speedige Regionen abdriftet. „Midwinter In July“ hingegen ist ein eher sperriges Stück und kommt trotz guter Ansätze nicht so richtig auf den Punkt. „Ora Pro Nemine“ wird von einem hörbuchartigen Intro eingeleitet, bevor sich der Track zu einem weitestgehend eher schleppenden Banger entwickelt.
„Midnightingale“ knüpft an die episch-leichten Momente von „Lingering Under The Acid Rain“ und entpuppt sich trotz einiger brachialer Riff-Attacken als der wohl melodiöseste Track des gesamten Albums. „The Wind Chimes Garden“ lässt es zunächst eher leger angehen, doch dann nimmt die Metal Maschinerie allmählich Fahrt auf, wobei es die Hookline problemlos mit seinem unmittelbaren Vorgänger aufnehmen kann. Zum Abschluss des Albums lassen es HEAVENFALL mit „Stramonium“ nochmal ordentlich krachen, zumindest besticht die Nummer vorrangig auf instrumentaler, leicht angeproggter Ebene denn durch feingeistige Melodien. Definitiv ein Song, der ein paar Anläufe braucht, um zu gefallen.
Auch wenn im Sound der Italiener Power Metal Anteile vorhanden sind, handelt es sich bei „Thorn“ nicht um ein Album mit den oftmals vorherrschenden süßlichen Melodien, stattdessen fließen gewisse dunklere Elemente mit ein, die HEAVENFALL schon allein deshalb aus der Vielzahl der Veröffentlichungen hervorstechen lassen.
Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Squall-led
- Sudden Zenith
- No Candlelight
- This Illusion
- Left Apart
- Lingering Under The Acid Rain
- Midwinter In July
- Ora Pro Nemine
- Midnightingale
- The Wind Chimes Garden
- Stramonium
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