
© Hammer King
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Hammer King
Album: Make Metal Royal Again
Genre: Power Metal
Plattenfirma: Reaper Entertainment
Veröffentlichung: 15.08.2025
Heavy Metal wird wieder königlich – falls er es denn jemals nicht war. So zumindest die Ansage der kampferprobten HAMMER KING, die knapp anderthalb Jahre nach „König und Kaiser“ abermals in die Schlacht ziehen, um dem Metal zum Sieg zu verhelfen. Erstmals mit dabei im Kampfgetümmel ist Count Shandorian am Schlagzeug, der mit Präzision, Wucht und Songwriting-Drive entscheidend zum fokussierten Klangbild beiträgt. Das Album selbst soll im Übrigen noch mehr Prunk, Pathos und Power bereithalten, wobei ich mir gerade in Bezug auf den Pathos und mit Blick auf die bisherigen Werke kaum vorzustellen vermag, wie man diesen noch steigern könnte.
Das Eröffnungsdoppel, bestehend aus „King For A Day“ und dem Titeltrack ist jedenfalls ebenso angriffslustig wie hymnisch und reiht sich somit in die Riege der erstklassigen Album-Eröffnungen vergangener Werke („Hailed By The Hammer“ & „The Devil Will I Do“ bzw. „Awaken The Thunder“ & „Baptized By The Hammer“) ein.
Was danach folgt, ist selbst für einen Power Metal Connaisseur hart an der Grenze zum Fremdschämen, denn „Schlaf Kaiser Schlaf“ verquirlt nicht nur Melodien von „Schlaf Kindlein Schlaf“, „Bruder Jakob“ und „Der Vogelfänger bin ich ja“ (aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte) mit eingängigen Metal Klängen, sondern beschert uns auch grenzdebile Lyrics wie „Schlaf Kindlein schlaf, sei immer lieb und brav, dein Vater ist der Hammer King, der den großen Hammer schwingt“ oder „der Hammer-Schläger bin ich ja, stets lustig, heißa hoppsassa“. Zugegeben, diese Kombination funktioniert tatsächlich, ob ich das allerdings gut finden soll, ist mir auch nach einem halben Dutzend Versuchen immer noch nicht wirklich klar.
Und wo wir gerade so schön beim Verwursten altbekannter Melodien sind, beim folgenden „Hammerschlacht“ kommen mir in den Strophen spontan „Land Of Confusion“ (Genesis) und „Voulez-Vous“ (Abba) in den Sinn, textlich bleibt man zwar überwiegend im Englischen, jedoch nicht ohne so poetische Zeilen wie „Der Hammer auf den Schädel kracht, Du sagst dem Dasein gute Nacht…“ miteinfließen zu lassen. Dagegen wirkt die gut nach vorn gehende Hymne „For Crown And Kingdom“ ohne irgendwelche lyrischen Ausschläge fast schon bieder.
„Kneel Before The Throne“ zieht in Sachen Dynamik im Vergleich zum vorherigen Track nochmals ordentlich an und liefert in Kombination mit den – generell auf dem Album reichlich enthaltenen – fetten Backing Shouts sowie einem potentiellen Live-Mitklatsch/-sing Part nach dem Solo eines der besten Stücke der Scheibe ab. „Major Domus“ kommt im Gleichschritt als mächtiger Stampfer daher, während „Hoheitsgebiet“ nicht nur vielfach das Tempo variiert, sondern es sich auch nicht nehmen lässt, wie einst bei „Hammerschlag“ mit der groben Keule das Wort „Hoheitsgebiet“ vielfach zwischen die ansonsten englischen Lyrics zu knüppeln (z.B. „We don’t accept defeat, das Hoheitsgebiet…“).
„Hell Awaits The King“ ist ein weiterer sehr wuchtig vorgetragener Song, der mit pathos-getränkten Hintergrund Chören und ausgefeilter Hookline nicht nur seine Heftigkeit, sondern mithin auch dessen immer größer werdenden Hofstaat verzücken sollte. Mit „The Last Kingdom“ und seiner gut sechseinhalb minütigen Laufzeit folgt der längste Track zum guten Schluss. Doch entgegen meiner Erwartung haben HAMMER KING hier kein heroisches Epos in durchgehend gesetzter Spielart hingelegt, sondern vielmehr einen weitestgehend stürmisch verlaufenden Song mit Ohrwurm Charakter geschaffen, der sich erst im letzten Drittel zum opulent-akustischen Heroengesang wandelt und somit für einen dem König angemessenen Abgang sorgt.
Ob HAMMER KING dem Metal mit „Make Metal Royal Again“ tatsächlich zu neuem Glanz verhelfen, sei mal dahingestellt; den Fans dürfte es ohnehin egal sein, denn sie bekommen mit dem nunmehr siebten Longplayer der Pfälzer alle Facetten des Hammer-Kosmos geboten, für die sie die Band lieben. Ich für meinen Teil habe aus besagten Gründen lange mit mir gerungen, ob ich das Album nun mit acht oder neun Punkte bewerten soll – also habe ich mich königlich-salomonisch für die goldene Mitte entschieden und vergebe 8,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- King For A Day
- Make Metal Royal Again
- Schlaf Kaiser Schlaf
- Hammerschlacht
- For Crown And Kingdom
- Kneel Before The Throne
- Major Domus
- Hoheitsgebiet
- Hell Awaits The King
- The Last Kingdom
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