
© Haimad
Geschrieben von Marco Gräff
Band: Haimad
Album: When night rode across the north
Genre: Melodic / Symphonic Black Metal
Plattenfirma: Northern Silence Productions
Veröffentlichung: 07.11.2025
Wenn ich gerade so aus dem Fenster schaue, es ist trüb, trist, Nebel zieht auf und legt sich feucht über die Landschaft, da dürstet es mich nach mystischen, atmosphärischen Klanglandschaften. Nach epischen Soundscapes und geheimnisvoller Stimmung. Da kommt mir das Debütalbum der 1994 gegründeten schwedischen Band HAIMAD gerade recht.
Tatsächlich ist WHEN NIGHT RODE ACROSS THE NORTH das erste Album der Band, die bis zur zwischenzeitlichen Auflösung 1999 gerade mal ein Demo und zwei EPs / MCDs veröffentlicht hatte. 20 Jahre später dann die starke Rückkehr mit einer weiteren MCD, passenderweise „The Return“ betitelt. Nun also das Full-lenght Debüt.
Und ich fühle mich direkt zurückversetzt in die Jahre 1995 / 1996. Der Black Metal der 2. Welle befand sich auf dem Höhepunkt und Alben wie „In the Nightside Eclipse“, „Stormblåst“, „In Times Before the Light“ und „Moon in the Scorpio“ wurden zu Klassikern. Melodischer Black Metal mit viel Atmosphäre und symphonischen Elementen, die dem Sound einen epischen Anstrich verpassten. Und genau hier setzen HAIMAD 2025 an.
Wie schon mit „The return“ bewegt man sich wieder auf diesem Terrain, waren damals die klassisch symphonischen Stilelemente aber etwas prägnanter und deutlicher. Auf Albumlänge wird dieses Stilmittel nun gezielter eingesetzt. Mehr als Intro / Outro in die einzelnen Songs. Nicht wirklich überlagern die Keyboards den eigentlichen Black Metal Sound. Für mich klingt das stimmig und nie kitschig.
Die Songs sind um die sechs Minuten und länger und doch ist keine Sekunde zu viel. Neben wilder, schwarzer Raserei überzeugen die melodischen Momente, akustische Zwischenspiele und der dämonisch wirkende, eindringliche Gesang. Hier passt nahezu alles perfekt zusammen. Einen Titel hier hervorzuheben fällt mir unheimlich schwer. Der Titelsong vielleicht? Oder doch Nen cenedril? Was ist mit Voice of the dread Abomination? Alles großartige Songs. Das Album wirkt als Ganzes noch viel stärker.
Was HAIMAD hier abliefern, verdient Aufmerksamkeit. Für mich die Entdeckung in diesem Jahr und heißer Anwärter auf den Titel Debüt des Jahres. Das deutsche Label Northern Silence Productions kommt zu folgendem Fazit: HAIMAD (…) entfesselt eine majestätische Verschmelzung von klassischer Symphonie und Black-Metal-Inferno, durchdrungen von der Tolkien-Mythologie. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ganz starkes Debüt, welches den Geist der Mid-90er lebt und versprüht. Also; Kerze und Ofen an, Rotwein öffnen und WHEN NIGHT RODE ACROSS THE NORTH lauschen. Wundervoll!
von mir gibt es 9 von 10 Hellfire-Punkten
Tracks:
01 – When Night Rode Across the North (6:07)
02 – Nen Cenedril (6:33)
03 – Where Serpents Wait in Withering Ruins (6:32)
04 – Naur (6:05)
05 – Voice of the Dread Abomination (8:38)
06 – Of Smokeless Fire and Smouldering Ash (7:50)
07 – The Key to the First and Final Day (5:58)
Weitere Infos:










