Grey Shores – Dark Waters of Night

© Grey Shores

 

Geschrieben von: Bernd Kröninger   
Band: Grey Shores
Album: Dark Waters of Night
Genre:  Atmospheric Black Metal  
Plattenfirma: Self – Release 
Veröffentlichung: 04.09.2026

 

Ich habe mal wieder „Losglück“ gehabt. Warum? Weil ich mit „Grey Shores“ wieder einmal eine Band aus Schweden „gezogen“ habe. „Grey Shores“ sind Martin Andersson und Vilhelm Andersson. Beide haben sich schon früh für die Metalszene interessiert. Erfahrungen in Bands wie „Seas of Years“ oder „Astrophobos“ legten sozusagen den Grundstein für ihr Debut „Dark Waters of Night„. Stürzen wir uns also in die dunklen Wasser der Nacht.

Olala! Der Opener „Nothingness by my Side“ lässt bereits erahnen, wie sich das Album präsentiert. Da wäre zunächst der sehr episch, sphärisch anmutende Beginn, der sich in ein stimmlich kreischendes Tier umwandelt.
Damit nicht genug. Kurz darauf gibt es die nächste Wandlung des Songs. Melancholisch mit sanfter Voice vorgetragen. 
Mehrfach wechseln doomige Klänge mit den klaren Tönen eines Mainstream Genres ab. 5:14 Minuten, die sich dadurch wie eine vielseitige Story anhören. Nur eben nicht im Printmedienbereich, sondern im musikalischen Genre.

„The Withering Tree“ (Der verwelkende Baum) kündigt durch die treibenden Drums, die raue, Gefahr versprechende Voice den Untergang an. Mit einer aus der Tiefe kommenden brutal erschreckenden Gesangsleistung bleibt dem Song nur in einigen Sequenzen ein wenig Raum zum Verschnaufen (z.B. ab 4:10 – 4:53). „In the pale Light“ erscheint alles andere als im fahlen Licht. Aggressiv, treibend seitens der Instrumente, beinahe kühl, zurückhaltend im konsequenten klaren Gesang. 

Mit „Mirror of Cimmerian Stars“ erleben wir ein kurzes, instrumentales und orbital wirkendes „Intermezzo“ (1:41), das ein Ruhepol des Albums markiert. Sehr psychedelischer Start in „Herald the Dark“. Allerdings täuscht es uns nur kurz.
Dann übernimmt der „Verkünder der Dunkelheit“ die Oberhand. Mit wimmerndem Gitarrensound, eisernen Drums und dieser verdammt krächzenden Voice erfahren wir die Dunkelheit in Noten. Den Dämon wecken sie ab 3:17. Dabei dient dieses aus der Tiefe kommende Organ als gelungene Bridge (4:30) zu einer emotional entspannenden Atmosphäre bis zum Trackende.

„Sights of Woe“ (Anblicke des Leids) ist ein gutes Beispiel wie sich animalisch klingende Gesangsstrukturen trotz ihrer furchterregenden Schrecken mit melodischer Rhythmik in Einklang bringen lassen. Mit „January Wolves“ erleben wir einen Album Closer, der sich sanftmütig verabschiedet. Klare, saubere Klänge wirken instrumental wie eine Heilung nach den aggressiven, brutalen Gesangsausbrüchen. Ein weiterer Ruhepol des Albums.

Fazit: Das Debut wird erst durch die Vermischung von diversen Stilen zum Banger. Wie sich hier doomiges, melancholisches mit den Elementen des Black Metal vereinen, das bedarf schon eines gewissen musikalischen Könnens. Zweifelsfrei gelingt es beiden, Martin und Vilhelm, den Songs Angst und Hoffnung zu entlocken. Dazu tragen auch die Chrorus Einlagen bei, sowie die immer wieder wechselnden Tempi mit düsterer und abwechselnd klarer Atmosphäre. 8 von 10 Hellfire Punkten für dieses gut strukturiertes Debut. 

 

Tracklist:

01- Nothingness by my Side
02- The Withering Tree
03- In the Pale Light
04- Mirror of Cimmerian Stars
05- Herald the Dark
06- Sights of Woe
07- January Wolves

 

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