Graveripper – From Welkin To Tundra

© Graveripper

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Graveripper
Album: From Welkin To Tundra
Genre: Black-/ Thrash- / Speed Metal
Plattenfirma: Wise Blood Records
Veröffentlichung: 17.10.2025

 

Mit „From Welkin To Tundra“ liefern Graveripper ein kompromissloses Black/Death-Metal-Manifest, das Wucht, Atmosphäre und technische Finesse in beeindruckender Weise vereint. Schon der Opener „Welkin, Now Tundra“ entfesselt eine eisige Klanglandschaft, die von gnadenlosen Riffs, rasenden Tempi und frostiger Düsternis geprägt ist. Die Band schlägt eine Brücke zwischen klassischem Black/Thrash und moderner Soundästhetik, roh, aber präzise, aggressiv und doch durchzogen von melancholischen Zwischentönen.

Corey Parks führt die Front mit einer kraftvollen Doppelrolle als Sänger und Gitarrist an. Sein Gesang wechselt mühelos zwischen wütenden Growls, kratzigen Screams und fast hymnischen Momenten, die dem Album emotionale Tiefe verleihen. Seine Gitarrenarbeit zeigt technisches Können, bleibt aber stets songdienlich, düstere Harmonien treffen auf messerscharfe Riffs. Steven Garcia am Bass sorgt für das druckvolle Rückgrat, das den Songs Fundament und Gewicht verleiht, während Nick James hinter dem Schlagzeug für rhythmische Präzision und Dynamik sorgt. Von rasenden Blastbeats bis zu gezielt gesetzten, doomigen Akzenten hält er den Spannungsbogen konstant hoch.

Produktionstechnisch überzeugt das Album auf ganzer Linie. Niko Albanese liefert ein differenziertes, klares Mixing, das jedem Instrument Tiefe und Raum verschafft, während Joe Causey mit seinem Mastering für den finalen Punch sorgt. Der Sound bleibt roh und organisch, verliert dabei aber nie an Transparenz, ein Spagat, den nur wenige Produktionen dieser Härteklasse meistern.

Musikalisch bedienen sich Graveripper einer breiten Palette, „Bring upon Pain“ und „Hexenhammer“ schlagen mit thrashigem Furor zu, während „Death’s Cold Embrace“ und „Hounds from Hell“ in düsterer Black-Metal-Atmosphäre schwelgen. Zwischen aggressivem Riffing, melancholischen Leads und kurzen Ruhephasen entsteht eine dichte, beinahe filmische Dynamik. Nur gelegentlich wünscht man sich etwas mehr Tempovariation, um den ohnehin starken Spannungsbogen noch weiter auszureizen.

Thematisch bleibt die Band ihren finsteren Wurzeln treu: Chaos, Tod, Untergang, aber stets mit einem Hauch epischer Größe, der das Album weit über bloße Raserei hinaushebt.

Fazit: „From Welkin To Tundra“ ist ein intensives, eiskaltes und mitreißend produziertes Werk, das die rohe Energie des Black/Thrash mit atmosphärischer Tiefe vereint. Graveripper beweisen hier eindrucksvoll, dass Brutalität und Kompositionstiefe kein Widerspruch sind, ein Pflichtalbum für alle, die ihren Metal frostig, wild und ungezähmt lieben. Graveripper bekommen 9 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 Welkin , Now Tundra
02 Bring Upon Pain
03 Hexenhammer
04 Death‘s Cold Embrace
05 Sanctioned Slaughter
06 Hounds From Hell
07 New Gods , New Masters
08 …. and Now It’s Dark
09 Bullet Laden Crown
10 Burning Barren Plains

 

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