
© Galahad
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Galahad
Album: Live At Loreley
Genre: Progressive Rock
Plattenfirma: Just For Kicks
Veröffentlichung: 19.09.2025
Als ich gesehen habe das die neue Live Platte von Galahad nicht vor kurzem aufgenommen wurde, war ich perplex. Dat is doch ulkig. Aber der Groschen fällt schnell. „Alive At Loreley“ ist gar kein aktueller Mitschnitt, sondern der Auftritt vom Night Of The Prog Festival 2010, damals noch zusammen mit Bands wie, Twelfth Night oder The Enid.
Warum das Ganze erst jetzt erscheint? Tja, Frontmann Stu gibt selbst zu, dass er es nicht genau weiß. Anderthalb Jahrzehnte hat’s gedauert. Jedoch für ihn markiert der Gig einen wichtigen Punkt in der Bandgeschichte. Kein Wunder, immerhin war es der letzte Auftritt mit Bassist Neil Pepper, der ein Jahr später tragisch an Krebs verstarb. (Ruhe In Frieden). Als kleines Geburtstagsgeschenk zum vierten Jahrzehnt Galahad gibt es nun diese Platte.
Man täuscht sich, wenn man die Gedanken hat die Show ruhig zu genießen. Es scheppert direkt los! Direkt mit „Sleepers“ fahren Galahad die Prog-Geschütze auf, gefolgt von zwei Stücken aus „Empires Never Last“ und einem Sprung zurück in die Frühphase mit „Richelieu’s Prayer“ Besonders „Bug Eye“ sticht raus, weil der elektronische Einschlag die Truppe angenehm von den sonstigen Prog-Vertretern absetzt. Spannend ist auch, dass Galahad hier quasi kein Heimspiel hatten. Sie stellten sich einem Festivalpublikum vor, das sie nicht zwingend kannte. Das erklärt vielleicht auch, warum mit „Seize The Day“ ein Song im Set landete, der erst zwei Jahre später auf Platte erscheinen sollte. Tanzlatstig ist er.
„Alive At Loreley“ ist nichtsdestotrotz ein echtes Dokument, ein Meilenstein für die Band und nicht zuletzt ein würdiges Vermächtnis für Neil Pepper. Die Aufnahme wirkt bewusst roh und unverstellt. Stu gesteht sogar ein paar kleine Spiel- und Singpatzer ein, aber genau das macht den Charme aus. Live ist eben live. Muss nicht immer glattgebügelt sein, darf auch mal menschlich sein.
Für absolute Galahad-Neulinge vielleicht nicht die erste Anlaufstelle, da würde ich eher andere Studioalben empfehlen. Aber für Prog-Fans, die was Echtes, Ehrliches und angenehm Unperfektes suchen, ist dieser Mitschnitt eine runde Sache. Und die treuen Galahad-Jünger? Die haben’s vermutlich ohnehin längst vorbestellt.
So oder so,„Alive At Loreley“ ist ein Stück Bandgeschichte, natürlich, warmherzig, ein bisschen roh und mit genau der Art Charme, die man heute viel zu selten hört. Ulkig manchmal, aber im besten Sinne. Von mir gibt es 7,5 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Sleepers
02 Empires Never Last
03 Richelieu’s Prayer
04 Bug Eye
05 Seize The Day
06 Termination
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