
© Foo Fighters
Geschrieben von Tim Braff
Band: Foo Fighters
Album: Your Favorite Toy
Genre: Alternative Rock, Post-Grunge
Plattenfirma: RCA Records
Veröffentlichung: 24.04.2026
Wenn die amerikanischen Rock-Giganten Foo Fighters um den Superstar Dave Grohl wieder ein Album veröffentlichen, weiß man zwar, dass es in der Rockwelt Wellen schlagen wird, aber nicht unbedingt, was einen erwartet. Die Foo Fighters – neben Frontsänger Dave Grohl bestehend aus den Mitgliedern Pat Smear (Rhythmusgitarrist), Nate Mendel (E-Bassist), Chris Shiflett (Lead-Gitarrist), Rami Jaffee (Keyboarder) und Ex-Nine Inch Nails-Drummer Ilan Rubin, der 2025 als neuer Drummer dazukam – stehen für eine vielseitige Bandbreite an Rock-Elementen, die irgendwo zwischen roh und eingängig und altbekannt und innovativ einzuordnen sind.
„Your Favorite Toy“ ist definitiv ein Album, was etwas überraschend wirkt. Während vor allem in den letzten Jahren Foo Fighters eher einen eingängigen Sound vertreten haben und die Band auch allgemein mit hymnisch-großen Songs mit Ohrwurm-Charakter in Verbindung gebracht wird, ist die neue Platte eine Art Neuanfang mit Altbekanntem. Anstatt auf Songs mit gigantischen Refrains zu setzen, wirkt „Your Favorite Toy“ auf mich viel roher und eher gesamtkonzeptionell gedacht. Das ist eine Richtung, die man aus Anfangstagen der Band kannte, wo Dave Grohl gerade die Idee formte, woraus später dann Foo Fighters wurde.
Musikalisch entsteht dadurch eine Diskrepanz zu dem, weswegen viele Fans die Band lieben. Vor allem weil kaum Single-Potenzial vorhanden ist auf dem gesamten Album. Die Songs sind ungefähr auf einem Niveau und wirken als Gesamtwerk stärker als alleine. Das kann für ein Album förderlich sein, aber einzelne Songs verlieren dabei an Strahlkraft. Daher finde ich, dass die Single-Releases zum Album mit „Asking For A Friend“, „Your Favorite Toy“, „Caught In The Echo“ und „Of All People“ nicht vergleichbar sind mit vergangenen Singles der Band. Dabei möchte ich nicht nur die Hits der Band einbeziehen, sondern allgemein die Singleauskopplungen.
Die Songs weisen aber eine spannende DNA auf, die meiner Meinung nach im Rockbereich etwas zu kurz kommt. Heutzutage sind die meisten Bands entweder im eingängigen (Pop-)Rock oder schon in modernen Metal-Gefilden unterwegs. Die Foo Fighters zeigen auf „Your Favorite Toy“ eine dreckige Attitüde, die man sonst nur aus dem Grunge oder teilweise Post-Grunge der 2000er kennt. Dazu sind auch vermehrt funkige Abschnitte im Sound vorhanden, was dem ganzen eine eigene Duftmarke aufsetzt. Dave Grohls Gesang ist generell je nach Song ziemlich roh und direkt, wodurch seine Vocals umso besser zum Sound passen. Authentisch ist das Album allemal.
Präzise gesagt: Es ist der typische Foo Fighters-Sound mit weniger hymnischen Momenten und mehr roher Energie im Songwriting. Meiner Meinung nach geht aber genau das verloren, was sonst Foo Fighters von anderen Bands abgehoben hat und zwar ihre Eingängigkeit, obwohl sie sich nie absichtlich poppig und radiotauglich präsentiert haben. Als Album ist „Your Favorite Toy“ ziemlich gut, hat aber nicht dieses gewisse Etwas wie ihre sonstigen Alben, um einen zum erneuten Hören zu bewegen.
Nicht nur das Album ist im Grunde solide, sondern auch die Songs, da sie eigentlich alle Erwartungen erfüllen. Allerdings bin ich persönlich vom Titeltrack, der zugleich eine Single ist, enttäuscht, da dieser der für mich schwächste Song der Platte ist. Der Song ist kein Totalausfall, bleibt aber gar nicht im Kopf hängen und ist für mich schon beim Hören nicht wirklich spannend.
Fazit: „Your Favorite Toy“ ist ein Album, was als Gesamtwerk stärker wirkt als auf einzelne Songs reduziert. An sich zeigen Dave Grohl und co. eine rohere Seite, die an die Bandanfänge erinnern, verlieren aber ihre starken Refrains, die Songs zu Hymnen gemacht haben, wodurch das Album kaum den Anreiz erzeugt, es nochmal anzuhören. Es ist solide, aber bei weitem nicht ihr bestes Album.
7 von 10 Hellfire-Punkten!
Trackliste:
01: Caught In The Echo
02: Of All People
03: Window
04: Your Favorite Toy
05: If You Only Know
06: Spit Shine
07: Unconditional
08: Child Actor
09: Amen, Caveman
10: Asking For A Friend
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