Flying Circus – The Eternal Moment

© Flying Circus

 

Geschrieben von: Tim Karow
Band: Flying Circus
Album: The Eternal Moment
Genre: Hard- / Progressive Rock
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 07.11.2025

 

Gut Ding will Weile haben, und Flying Circus nehmen sich genau diese Weile, um Qualität über Quantität zu stellen. Nach der Neuaufnahme ihres Debüts “Seasons” kehrt das Quintett vom Niederrhein nun mit frischem Material zurück und liefert mit The Eternal Moment ein Werk ab, das wie aus der Zeit gefallen scheint, im besten Sinne. Es ist zugleich ein Abschied: Langzeitbassist Roger Weitz verlässt nach diesem Album die Band, und selten klang eine Zäsur so harmonisch, so reif, so geschlossen.

Bereits der Opener “A Talk With The Dead” setzt die Messlatte hoch. Zwischen vertracktem Prog Rock, schroffem Hardrock und feingliedrigen Melodiebögen entsteht ein vielschichtiges Klangbild, das dank Geige, Orgel und feiner Gitarrenarbeit eine enorme Tiefe entfaltet. Der Song wirkt wie ein vertonter Dialog zwischen Leben und Nachklang, komplex, aber nie verkopft. Darauf folgt das beschwingte “Green” , das mit Leichtigkeit und Charme den Classic Rock der Siebziger erinnert und zugleich jene Eigenständigkeit beweist, die Flying Circus schon immer auszeichnete.

Stilistisch bleibt die Band schwer einzuordnen, und das ist ihr größter Trumpf. Ob Progressive Rock, Classic Rock, Hardrock oder Neo-Prog, “The Eternal Moment” verweigert sich starren Grenzen und schöpft aus all diesen Quellen, ohne je den Fokus zu verlieren. Besonders “A Sweet Thing Called Desire” zeigt diese Balance aus handwerklicher Finesse und emotionaler Direktheit. Der Song rockt, treibt an, bleibt aber in seiner Struktur anspruchsvoll.

Mit “And You Run” und dem akustischen Gegenstück “And You Rest” folgt das emotionale Zentrum der Platte, eine ruhige, aber tief berührende Passage, getragen von akustischer Gitarre, Geige und Mandoline. Danach öffnet sich die Klangwelt erneut, “Pilikua Akahai” schwebt zwischen barocker Eleganz und sphärischer Coolness à la Alan Parsons Project.

Gegen Ende setzt die Band noch einmal ein großes Ausrufezeichen. Das knapp zehnminütige “Movie Moments” ist ein Prog-Epos, das all ihre Stärken bündelt, epische Spannungsbögen, feine Dynamikwechsel und eine dichte Atmosphäre, die live sicher großartig wirken wird. Und schließlich “The Time Machine” ,  ein wuchtiger, zugleich verspielter Abschluss, getragen von Orgeln, Synthies und einer hymnischen Wucht, die das Album würdevoll abrundet.

Am Ende steht ein Werk, das gleichermaßen melodisch und vielschichtig, zugänglich und tiefgründig ist. “The Eternal Moment” ist kein bloßes Song-Sammelsurium, sondern ein echtes Album, mit rotem Faden, Seele und enormer Liebe zum Detail. Flying Circus beweisen eindrucksvoll, dass sie auch nach all den Jahren noch zu den spannendsten Vertretern des deutschen Prog Rock gehören.

Ein zeitloses, handwerklich starkes und emotional berührendes Werk, das seine Hörer immer wieder Neues entdecken lässt. “Flying Circus” haben ihren „Eternal Moment“ gefunden, und ihn in Musik gegossen. Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire-Punkten.

 

Tracklist

01 A Talk With The Dead
02 Green 
03 A Sweet Thing Called Desire
04 And You Run
05 Pilikua Akahai
06 What Remains
07 And You Rest
08 Movie Moments
09 The Time Machine
10 The Dancing Stone (Bonus Track)

 

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