
© Finger Eleven
Geschrieben von Tim Braff
Band: Finger Eleven
Album: Last Night On Earth
Genre: Alternative Rock, Post-Grunge
Plattenfirma: Better Noise Music
Veröffentlichung: 7.11.2025
Die kanadische Band Finger Eleven ist unter anderem als eine Art One-Hit-Wonder bekannt durch ihren Hit „Paralyzer“. Dabei ist die Band viel mehr als nur dieser eine Song. Generell hat die 1994 gegründete Band um die Mitglieder Scott Anderson (Sänger), James Black (Leadgitarrist), Rick Jackett (Rhythmusgitarrist), Sean Anderson (Bassist) und Rich Biddoe (Drummer) einige Stilwechsel hinter sich, die die Grundidee hinter der Band immer wieder verändert hat. Begonnen haben sie mit einem klassischen Post-Grunge-Sound, der dazu auch Funk und Metal-Einflüsse hatte. Von dort ging es in die Nu-Metal-Phase, an der sie auch teilgenommen haben. Mitte der 2000er waren sie dann überwiegend in dem Stadionrock-mit-Post-Grunge-Einflüssen-Segment unterwegs und hatten dort dann auch ihre bis jetzt erfolgreichste Zeit. In den 2010ern haben sie versucht mit dem aktuellen Rock-Trend zu gehen, wobei aber der vorherige Erfolg ausblieb.
Jetzt haben die Kanadier mit „Last Night On Earth“ ihr erstes Album seit 2015 veröffentlicht. Dabei sind sie zu einem ähnlichen Sound zurückgekehrt, den sie Mitte der 2000er hatten und man merkt, wie wohl sich Finger Eleven dabei fühlt.
Die Songs auf „Last Night On Earth“ wirken allesamt griffig, frisch und authentischer als zuvor. Das Album-Comeback nach 10 Jahren bringt dementsprechend genau das, was man sich nach so einer langen „Pause“ erhofft hat. Die Band bringt nämlich den 2000er-Jahre-Rock zurück, womit einst sie selbst, Nickelback und andere Künstler die Charts gestürmt haben. Es ist aber nicht nur ein nostalgisches Projekt, was versucht, an altem Erfolg anzuknüpfen, da auch die Songs einen anderen Vibe vermitteln.
Die Band an sich ist gereift und man hört das auch definitiv im Sound, ohne dabei an Authentizität einzubüßen. Mir persönlich gefällt es gut, dass die Instrumente an manchen Stellen fetter klingen, als sie es je in ihrem Sound waren, sodass es eine gewisse Härte erzeugt, aber dabei zugänglich bleibt. Die Balladen auf dem Album wirken wiederum melancholischer und etwas minimalistisch, was den vollen Fokus auf die Gefühlswelt des Songs lenkt. Sie schaffen es damit, jeden einzelnen Song eine gewisse Substanz zu verleihen, was in der Vergangenheit meiner Meinung nach ein für sie typisches Problem war, da sie dies eben nicht hatten.
Das Album hat in meinen Augen einen gut konstruierten roten Faden, der der Band definitiv in die Karten spielt, das Hörinteresse am Album aufrechtzuerhalten. Es beginnt mit dem sich aufbauenden Song „Adrenaline“ und geht dann in den energischen Track „Blue Sky Mystery“ über. Darauf folgen abwechselnd balladeske Songs und wieder kraftvolle Tracks, die eine Achterbahnfahrt der Gefühle erzeugen.
Der Abschluss ist dann wieder „Blue Sky Mystery“ aber diesmal ohne das Feature mit Filter. Man kann also sagen, dass nicht nur die Songs im Einzelnen funktionieren können, sondern eben auch als Album allgemein, da die Reihenfolge keine Wünsche offenlässt.
Insgesamt schafft es das Album, mich über die ganze Strecke zu unterhalten und mich hin und wieder zum mit dem Kopf Wippen oder auch zum Genießen der Melancholie der Balladen zu bewegen. Man kann quasi sagen, dass ihr Comeback meine Erwartungen mehr als nur übertroffen hat.
Fazit: Finger Eleven schafft es mit „Last Night On Earth“, die Kombination aus Altem & Bekanntem, frischem Wind und neuer Herangehensweise so authentisch wie nur möglich zu gestalten. Das Album ist der Beweis, dass Finger Eleven nicht nur „Paralyzer“ ist, sondern eine Band, die immer noch Alben produziert, die Tiefgang und Härte organisch auf einem Alben zusammenfasst. 8 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 Adrenaline
02 Blue Sky Mystery (ft. Filter)
03 Cold Concrete
04 Lock Me Up
05 Last Night On Earth
06 The Mountain
07 Perfect Effigy
08 Wall Dogs
09 Laughing At The Storm
10 Body And Mind
11 Blue Sky Mystery
Mehr Infos:










