Feuerschwanz – Knightclub

© Feuerschwanz

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Feuerschwanz
Album: Knightclub
Genre: Folk Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 22.08.2025

Dass FEUERSCHWANZ derzeit auf einer Erfolgswelle schwimmen, wird wohl niemand bestreiten können, egal wie man zu der Band stehen mag. Zwei Nummer-Eins-Alben hintereinander, fast komplett ausverkaufte Tourneen sowie eine – wenn auch letztlich nicht erfolgreich verlaufene – Teilnahme am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest sind ein Beleg dafür, dass die Truppe um die beiden Sänger Hauptmann und Ben zur oberen Liga der Szene gehört. Und man braucht nicht viel Phantasie um zu orakeln, dass die neue Scheibe diesen Status untermauern dürfte.

Was hat „Knightclub“ nun zu bieten? Den Anfang macht der hinlänglich bekannte Titeltrack, ein band-typischer Party Song mit einem Gastauftritt von DAG von SDP, der zwar textlich – wie so häufig – sehr generisch ausfällt, aber dem man ungeachtet dessen eine enorme Hitdichte bescheinigen muss. Beim folgenden „Valhalla“ werden FEUERSCHWANZ von Metal Queen Doro unterstützt. Der Track erweist sich zwar als epische Folk-Metal Hymne mit reichlich Pathos, erinnert aber nicht nur deshalb stark an das Manowar Cover „Warriors Of The World“.

Cover Versionen sind seit je her eine zwiespältige Angelegenheit, entweder man liebt oder verteufelt sie. Die Psy-Nummer „Gangnam Style“ wird nach meinem Empfinden nicht dadurch origineller, dass man der bekannten Songstruktur ein paar krachende Riffs verpasst, von daher ist das Teil eigentlich nur mit einer ordentlichen Druckbetankung Soju zu ertragen. Auf „Der Name der Rose“ schaltet die Band den Party-Modus dann vorrübergehend aus und zeigt sich von ihrer ernsteren Seite, wobei Textzeilen wie „ich liebte dich bis zum Tode, Name der Rose“ schon eine gewisse Schlager-Affinität besitzen, abgesehen davon ergibt der Song hundertmal mehr Sinn als zuvor „Gangnam Style“.

„Testament“ erweist sich als schwungvoller Folk-Metal Track im „Memento Mori“ Style, der dank seiner unwiderstehlichen Hookline sicherlich zu den stärkeren Stücken des Albums gehört. Das eher dröge „The Tale Of Sam“ leitet in Hörspiel-Manier die Geschichte von Samweis Gamdschie ein, die dann mit „Sam The Brave“ unmittelbar fortgeführt wird. Abgesehen von seinem Herr der Ringe Bezug lebt dieser Song von seiner Dynamik sowie der fast schon hypnotischen Folk-Melodie. „Drunken Dragon“ ist dann so etwas wie der vom Knightclub ausgeschlossene Bruder, ein Track mit reichlich Met und Schunkel-Potential sowie Piraten Flair, der in der Form auch gut zu Alestorm gepasst hätte.

„Eisenfaust“ drückt wieder ordentlich aufs Gaspedal und besingt zwischen deutschen und englischen Lyrics wechselnd den oftmals zitierten Götz von Berlichingen. Die Midtempo Nummer „Avalon“ bringt eine epische Note mit ein, die abermals von einer phantastischen Folk-Melodie angeführt wird, welche die Nummer zum absoluten Ohrwurm macht, da empfindet man sogar das knackige Solo als fast schon störend. „Tanz der Teufel“ klingt zuweilen wie Sabaton auf Met und gibt der Zahlenfolge „666“ eine ganz neue Bedeutung. Die Lord Of The Lost Kooperation „Lords Of Fyre“ zeigt die Band von einer düsteren/dunkleren Seite, die ihr eigentlich ganz gut zu Gesicht steht, weist ansonsten aber die gewohnten FEUERSCHWANZ Tugenden auf.

FEUERSCHWANZ bewegen sich auf „Knightclub“ im gewohnten Klang-Universum, was deren Fans abermals eine Fülle an Catchy-Refrains sowie allerlei Albernheiten beschert. Auch wenn das vermutlich nicht jedem schmecken wird, am eingangs beschriebenen Erfolgskurs wird dies indes kaum etwas ändern.

Von mir gibt es 8 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. Knightclub (feat. Dag/SDP)
  2. Valhalla (feat. Doro Pesch)
  3. Gangnam Style
  4. Der Name der Rose
  5. Testament
  6. The Tale Of Sam
  7. Sam The Brave
  8. Drunken Dragon
  9. Eisenfaust
  10. Avalon
  11. Tanz der Teufel
  12. Lords Of Fyre (feat. Lord Of The Lost)

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