
© Faland
Geschrieben von: Bernd Kröninger
Band: Faland
Album: Narbenvolk
Genre: Black / Death / Doom Metal
Plattenfirma: Pesttanz Klangschmiede
Veröffentlichung: 28.02.2026
Die aus Thalheim in Sachsen stammende Formation „Faland“ – 2020 gegründet – legt mit ihrem Album „Narbenvolk“ ihr Debut vor. 2023 erschien die „EP“ „Gespalten“. Ein Titel, der auch auf dem Erstlingswerk zu hören ist. Philipp (g), Lars Oehme (dr), Enrico Wolf (voc), Martin Hahn (voc,g) und Michael Schneider (b) führen mit 7 Titeln in eine andere, esoterische, rätselhafte Welt. Und schon mal eines vorab: außer dem Opener hat kein Song eine Spielzeit unter sieben Minuten.
Rein instrumental gehalten gibt es mit „Erwachen“ eine Einführung, wie man sich einen Tagesbeginn vorstellt. Augen auf, und man hört das krächzen eines Raben. Hatten wir einen mystisch anmutenden Start, so ändert es sich mit dem Track „Der Ruf des Raben“. Enrico’s Voice übertrumpft das krächzen des Raben, klingt wie ein fauchen eines wilden Tieres. Rhythmisch bieten sie uns doomiges, melancholisches und selbst psychedelisches.
Was passt zu einer Hex? Natürlich ein mystisch klingender Beginn eines Songs. „Wind der Hex“ gibt sowohl textlich als auch instrumentell das Bild einer aus den frühen Märchen bekannten Figur wieder. Der Wind, der aufkommt und sich zu einem Sturm mit entsprechend schaurigen, gespenstigen Brausen aufbäumt, wird mittels drohender Voice, brutaler Drums bestens übermittelt (..„dort hinten im Dickicht in wild wucherndem Geäst“… …„ein Windhauch peitscht mir ins Gesicht“..).
Beruhigend akustisch begrüßt uns der „Fratzenkopf“ („Maskaron“), wie er an antiken Bauwerken (Notre Dame) zu finden ist. Genauso absonderlich, schreckeinflößend gibt sich die musikalische Darbietung. Verdammt heroisch, fast hymnisch wird der Schluss Track „Zeit-Raubend“ mit einem relativ langen „Intro“ eingeläutet. Mit Einsetzen des vokalistischen Bereichs, können wir eine „duale Struktur“ erkennen. Während der Text gut verständlich, klar offeriert wird, ertönt zur Überraschung eine verzerrte, angsterregende tiefe Stimme sozusagen als Echo. Will man hier den derzeitigen Zustand der Menschheit in ihrem Wandel beschreiben? Textlich wäre es zutreffend, das im Hintergrund das Verderben lauert (..„Die Welt wandelt, wächst noch mehr, vergeht“..„niemand hier der handelt“..). Düsterer Ausblick, auf das was da kommt.
Fazit: Seine Majestät der Teufel – „Faland“ – gibt sich hier persönlich die Ehre volle 50 Minuten sein musikalisches Unwesen zu treiben. Die mystisch dunkle „Waldromantik“ versteht es geschickt durch Takt – und Tempi Wechsel die Spannung aufrechtzuhalten. Ich gestehe, ich konnte und wollte mich diesen Tracks nicht entziehen. Mag es an den deutschen Texten gelegen haben? Damit hinterlassen sie wahrlich Narben. Narben, die unterschiedlich zu werten sein dürften (Tapferkeit, Heilung oder kultureller Identität). Des Teufels „Narbenvolk“ erhält auch aufgrund der auditiv erzeugten Endzeitstimmung 7,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
01-Erwachen (Intro)
02-Der Ruf des Raben
03-Der Wind der Hex
04-Maskaron
05-Gespalten
06-Trauerspiel
07-Zeit – Raubend
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