
© Exilia
Geschrieben von Tim Braff
Band: Exilia
Album: Anti Gravity
Genre: Alternative Metal, Nu-Metal
Plattenfirma: Lucky Bob Records
Veröffentlichung: 15.05.2026
Die italienische Metalband bestehend aus den Mitgliedern Masha Mysmane (Gesang), Emanuele ‚Wolverine‘ Affabile (Gitarre), Luca ‚Tambu‘ Fragione (Schlagzeug) und Marko Campailla hat sich 1993 in Mailand gegründet. Damals vom Nu-Metal-Hype profitierend hatte ihre damals 2. Platte „Unleashed“ insbesondere bzw. überwiegend in Deutschland Erfolg und auch heute noch ist Deutschland ihr größter Markt. Neben ihrem einigermaßen erfolgreichen Album waren sie zudem die Vorband von den größten deutschen Bands der 90er und 2000er, worunter H-Blockx, Guano Apes, Oomph!, In Extremo und vor allem Rammstein zählen.
Anfang des Jahres haben sie sich bei mir als eine unterschätzte Live-Band bewiesen, als ich sie im kultigen Pitcher in Düsseldorf zum ersten Mal gesehen habe. Jetzt bringen sie mit „Anti Gravity“ Studioalbum Nummer 8 auf den Markt und umso mehr freue ich mich dann, sie traditionell mit der Platte nächsten Januar wieder im Pitcher zu besuchen, da sie dort quasi jedes Jahr zu dieser Zeit spielen. Mit ihrer neuen Platte könnte das nochmal zusätzlich unterhaltsam werden.
Stilistisch ist Exilia weiterhin irgendwo zwischen Alternative Metal und Nu-Metal unterwegs und wird klanglich durch die raue Stimme Mashas dominiert. Zu ihren ungeschliffenen Vocals hört man auf „Anti Gravity“ deutlich groovige Gitarren, leichte Industrial-Einflüsse und vielseitige Drum-Beats und liefern damit etwas Vertrautes. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen:
Mir gefällt bei ihnen und vor allem auf der neuen Platte, dass die Songs eigene Identitäten haben und somit nicht gleich klingen. Mir wird eine Band schnell langweilig, sobald klanglich bewusst das Gleiche gemacht wird. Wenn sich Bands was trauen, ist das viel spannender und das beweist Exilia für mich auf der neuen Platte. Sie übertreiben nicht mit einem drastischen Genresprung, sondern wirken in der Songreife einfach anders und setzen ihre Ideale anders. Für mich wirkt „Anti Gravity“ auch viel nahbarer und ehrlicher als ihre Vorgängeralben, was vor allem an der Mischung an musikalischer Melancholie und tiefgründigen Texten mit einer Weiterentwicklung des Sounds ohne klare Grenzen liegt. Exilia hat sich für mich als sehr authentisch bewiesen, was im Metal goldwert ist, wo viele Bands mittlerweile ihre Seele verkaufen, um relevant zu bleiben.
Die Songs der Platte bleiben definitiv im Kopf. „Did You Forget?“ ist nicht nur eine Vorab-Single des Albums, sondern für mich auch der stärkste Song der Platte. Er spiegelt für mich die Platte wider, die nicht krampfhaft versucht, durch einzelne überragende Elemente zu überzeugen, sondern ein positives Songgefühl hervorzuheben. Dabei fällt nicht nur der eine Genannte Song auf. Die Qualität kann das ganze Album aufrechterhalten für meinen Geschmack, dennoch ist „Did You Forget?“ der Song gewesen, der im Vorhinein mein Interesse an „Anti Gravity“ erzeugt hat.
Ob das Album jedermanns Sache ist, sei mal dahingestellt; Wer ehrliche Musik, die aus Leidenschaft entstand, feiert, findet hier ein Album, was ihm gefallen wird. Es ist auch kein Überflieger-Album, was man erwartungstechnisch als Lieblingsalbum der nächsten Wochen betrachten kann, sondern es ist meiner Meinung nach einfach rundum ein angenehmes und gutes Album, was nicht enttäuscht.
Fazit: Wer ehrliche Musik mit rauen Vocals mag, hat hier ein Album gefunden, was ihm gefallen wird. Die Band zeigt sich auf „Anti Gravity“ authentisch und das Rundum-Paket ist sehr gut. Es ist keinesfalls ein Album, was versucht, ein Hörverhalten die nächsten Wochen zu dominieren, sondern Einen einfach unterhalten möchte.
8,5 von 10 Hellfire-Punkten!
Tracklist:
01 From The Shadows
02 Worst In Me
03 Did You Forget?
04 Save Me From Myself
05 One And Forever
06 Defying Gravity
07 Beautiful Lie
08 Lightstorm
09 You Never Knew
10 Apathy
11 Goodbye My Love
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