Exfeind – Signale

© Exfeind

 

Geschrieben von Tim Braff
Band: Exfeind
Album: Signale
Genre: Neue Deutsche Härte, Industrial Rock, Dark Rock
Plattenfirma: Trisol Music Group
Veröffentlichung: 28.8.2026

 

Lian Exfeind – oder auch nur Exfeind – hat ein neues Album veröffentlicht und sich dabei im Sound weiterentwickelt. Als stark von Neuer Deutscher Härte beeinflusster Künstler hat er sich einen Namen in der entsprechenden Szene gemacht. Mittlerweile weist sein Sound mehr Abwechslung auf und kombiniert die Grundlage der Neuen Deutschen Härte mit Dark Rock und Industrial Rock. Sein Sound hat dadurch etwas an Härte eingebüßt, dafür aber an Vielseitigkeit und Atmosphäre dazugewonnen.

Das Album wird eröffnet mit „Ring frei“. Der Einstieg gelingt ihm meiner Meinung nach sehr gut. „Ring Frei“ ist ziemlich eingängig und bleibt direkt im Kopf. Dazu erhält man die erste Vorahnung, wie „Signale“ insgesamt klingen könnte. Der optimale Stellvertreter der Platte ist der Song nicht, denn meines Erachtens ist hier die Atmosphäre noch nicht so ausgeprägt wie auf dem restlichen Album. Man wird also sanft ins Album geführt, was an sich gut passt.

Atmosphärischer wird es beispielsweise mit „Zahltag“ oder „Mein Fabrikat“. Dort dominiert eine düstere Grundstimmung, die durch elektronische Beats erzeugt wird. Hier merkt man auch mehr Kälte im Sound, die ich in der Neuen Deutschen Härte immer positiv auffasse. Die eingeschlagene Richtung gefällt mir vom Grundprinzip.

Interessant und einzigartig auf dem Album ist der Song „Signs“. Dieser Song ist in Englisch und erinnert mich stilistisch an eine Mischung aus der amerikanischen DIY-Industrial-Szene, die vor allem durch Celldweller geprägt wurde, und Lord Of the Lost. Eigentlich finde ich, dass der Song gut gemacht wurde, dennoch hört man deutlich raus, dass ein deutschsprachiger Musiker den Song eingesungen hat. Dadurch bevorzuge ich die deutschsprachigen Songs der Platte.

Meinen Favoriten bildet „Obsolet“, der Ohrwurm-Charakter, einen spannenden Beat und eine mitreißende Atmosphäre mitbringt. Er hebt sich eigentlich kaum vom restlichen Album ab, dafür ist aber jedes Detail gut ausgewogen, sodass dieser einen guten Eindruck hinterlassen hat. Da spreche ich eine Hörempfehlung aus.

Das letzte Drittel der Platte lässt aber meiner Meinung nach etwas nach. Während ich zunächst das gesamte Album ganz gut gefunden habe, kann das letzte Drittel für meinen Geschmack nicht mithalten. Zwar reißt das Intro von „Fehler im System“ durch einen Beat einen mit, aber ab den Strophen und dem Refrain ist die Luft raus. Das finde ich schade, da durchaus Potenzial für ein sehr starkes Album vorhanden ist. Die letzten 3 Songs sind ja auch nicht schlecht, verlieren aber ihren Punch, der sonst auf „Signale“ gegeben war.

Fazit: „Signale“ von Exfeind hat starke Ansätze und kann sich mit breiter Brust präsentieren. Starke Beats, authentische Atmosphäre, gute Gitarrenarbeit und passende Vocals gehören zur Identität der Platte. Der Abschluss des Albums wurde allerdings für meinen Geschmack verfehlt. Das heißt aber auch nur, dass Exfeind sich durchaus noch weiterentwickeln kann, denn seine Ansätze sind vielversprechend; das werde ich mir auf jeden Fall in Zukunft genauer ansehen.
7 von 10 Hellfire-Punkten!

 

Tracklist:

01 Ring frei
02 Nicht deine Welt
03 Zahltag
04 Signs
05 Megalomanie
06 Mein Fabrikat
07 Sauerstoff
08 Obsolet
09 Fehler im System
10 Tanzmaschinen
11 Ist das alles

 

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