
© Evergrey
Geschrieben von: Klaus S.
Band: Evergrey
Album: Architects Of A New Weave
Genre: Progressive / Dark Melodic Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 05.06.2026
Seit mehr als drei Jahrzehnten sind EVERGREY mittlerweile aktiv und bereichern die Metal Welt seit knapp dreißig Jahren in regelmäßigen Abständen mit neuen Alben. „Architects Of A New Weave“ ist da schon der fünfzehnte Studio-Longplayer, den die Mannen um Tom S. Englund loslassen, diesmal mit veränderter Mannschaft, da Schlagzeuger Jonas Ekdahl nach dem Release der letzten Scheibe die Band verließ und auch Gitarrist Henrik Danhage der Band relativ unerwartet und ohne große Ankündigung vor der Tour im vergangenen Herbst den Rücken kehrte.
Trotz der personellen Veränderungen war eine musikalische Kehrwende in welche auch immer geartete Richtung eher nicht zu erwarten. So legt nach einem gesprochenen Intro („Welcome To The Pattern“) der erste echte Track „The Shadow Self“ mit wuchtigen Riffs und einem packenden Bass gewohnt kraftvoll los und verweilt mit Ausnahme des Solo Parts in mittleren Tempogefilden. Gekrönt wird der Song von einem dramatisch anmutenden, hymnischen Refrain, der sofort hängenbleibt. Die tuckernde Rhythmik des folgenden Titeltracks verleiht der Nummer ein wenig mehr Dynamik, ansonsten bleibt alles in bewährt-melodischen Bahnen.
„The World Is On Fire“ ist ein ebenso leicht verschleppter wie kraftvoller Song, bei dem die Prog Wurzeln der Band hier und da durchschimmern. Mit „Heaven“ folgt dann ein amtliches Brett, das gepaart mit einer großartigen Melodielinie für echtes Album Highlight sorgt. „The Script“ präsentiert sich hingegen als das genaue Gegenteil, der Song agiert eher langsam und bedächtig und mit einem nicht zu ignorierenden Schuss Melancholie. Bevor jedoch allzu viel Schwermut aufkommt, wird man vom schwungvollen „Leaving The Emptiness“ aus der Lethargie geschüttelt, das seinem Titel entsprechend vergleichsweise positiv klingt.
„Longing“ startet zurückhaltend mit sphärischen Keyboardklängen und steigert sich im weiteren Verlauf allmählich, wobei der große Härtegrad nicht erreicht wird. Vielmehr ist dies der Song, der sich am ehesten das Prädikat Melodic Metal verdient hat. Auf „A Burning Flame“ gesellt sich Mikael Stanne (u.a. The Halo Effect, Dark Tranquillity) hinzu, auch wenn ich diesen ehrlich gesagt nicht wirklich herauszuhören vermag. Der Track verfügt über eine unwiderstehliche Hookline und erinnert mich ein wenig an ähnliche Stücke von Amorphis.
„Call Off Your Lions“ ist der mit knapp sechs Minuten längste Song des Albums und verharrt abermals in schleppender Melancholie mit schmeichelnden Melodien. Das treibende „Chains Of Shame“ legt in Sachen Riffing wieder eine gehörige Schippe drauf, während das finale „The Prophecy“ das Album irgendwo zwischen epischer Songstatik und balladesken Klängen gekonnt ausklingen lässt.
EVERGREY haben in ihrer langen Karriere noch nie ein schlechtes Album abgeliefert, und „Architects Of A New Weave“ bildet keine Ausnahme davon. Vielmehr reiht sich das Album nahtlos in die hochwertige Band-Discographie ein, an welcher Position muss jeder für sich selbst entscheiden.
Von mir gibt es 8,5 von 10 Hellfire Punkten.
Tracklist:
- Welcome To The Pattern
- The Shadow Self
- Architects Of The New Weave
- The World Is On Fire
- Heaven
- The Script
- Leaving The Emptiness
- Longing
- A Burning Flame
- Call Off Your Lions
- Chains Of Shame
- The Prophecy
Mehr Infos:













