Europe – Come This Madness

© Europe

Geschrieben von: Klaus S.
Band: Europe
Album: Come This Madness
Genre: Hard Rock
Plattenfirma: Silver Lining Music
Veröffentlichung: 25.09.2026

Während EUROPE in wenigen Tagen ihre Tour zum vierzigjährigen Jubiläum von „The Final Countdown“ starten und ich mich mit Blick darauf frage, wo die Zeit geblieben ist, legen die Schweden ihr mittlerweile zwölftes Studio Album „Come This Madness“ vor. Wie immer wird das Ganze mit Superlativen promotet, die neue Scheibe sei ihr „bisher kraftvollstes und kompromisslosestes“ Werk.

Bei näherer Betrachtung der Scheibe vermag ich diese Euphorie jedoch nicht zu teilen. Zwar verfügt „Come This Madness“ über einige wirklich gelungene Tracks, aber auf Strecke kommt die Truppe um Sänger Joey Tempest hier und da nicht über gut gemeinte Ansätze hinaus, vom fehlenden Über-Song ganz zu schweigen. Dabei ist der Start noch recht verheißungsvoll. Das von Streichern eingeleitete „One On One“ verfügt über einen lässigen Groove und zeigt eine moderne Ausrichtung der Band, zudem verfügt der Song über ein nett anzuhörendes Gitarren Solo.

Mit „The Cult Of Innocence“ schlagen EUROPE dann eine (kleine) Brücke zu früheren Großtaten; prägnante Keyboard Melodie und großartige Hooks im Chorus machen den Track zu dem was einem Hit am nächsten kommt. Der Titeltrack geht grundsätzlich auch in Ordnung, ähnlich groovig wie der Opener setzt der Song auf einen Wechsel aus ruhigeren Strophen und einen explosiven Refrain. Der Break nach etwa zwei Minuten ist dann ein erster Beleg für die erwähnten „Ansätze“, denn statt des ruhigen Zwischenspiels hätte die Band im Sinne des Spielflusses direkt zum Solo Part überleiten sollen.

Dass EUROPE Balladen schreiben können, haben die Skandinavier hinlänglich mit „Carrie“ bewiesen, und auch wenn „This Time Of Year“ bei weitem nicht schlecht ist, vermag der Geist der Weihnacht – und darum geht es hier – mich nicht wirklich zu packen. Auf „In A Different World“ holt die Band dann wieder den Groove hervor, die Nummer erinnert von der Statik her ein wenig an „War Of Kings“ und verbreitet zumindest im Refrain eine positive Stimmung. Im Ergebnis ordentlich, aber mehr auch nicht.

Das Intro von „Scandinavian Eyes“ klingt fast schon zu kitschig um wahr zu sein – Disney lässt grüßen, doch nach etwas mehr als einer halben Minuten wird daraus ein treibender Song mit einigen coolen Gitarrenläufen, dem abermals ein wenig das gewisse Etwas abgeht. Anders verhält es sich mit „Takin’ It Back“, der Drive weckt Erinnerungen an „On The Loose“, die Hooks sind diesmal ausgeprägter als auf den zuvor gehörten Stücken und der Instrumental Part gehört zum Besten was die Scheibe zu bieten hat.

„In The Absence Of Grace“ ist eine knapp anderthalb minütige Piano/Orchester Ballade, dessen Sinn sich mir aufgrund der kurzen Spielzeit nicht wirklich erschließt. „The Angels Must Have Flown“ umgibt eine lässige Aura, und auch wenn Joey die „Route 666“ besingt, hat die Nummer weder etwas Unheilvolles noch allzu großen Wiedererkennungswert. „The Devil’s Back“ schlägt stilistisch ähnliche Pfade ein, wirkt aber im Gegensatz zu seinem Vorläufer ein wenig zwingender.

Zum guten Schluss gibt es mit „Nothing Can Follow This“ dann doch nochmal ein kleines Highlight“, der Song verfügt über eine fast schon unwiderstehliche Melodielinie mit cineastisch anmutender Keyboard Untermalung, wozu die Background Chöre im Mittelteil ebenfalls einen Beitrag leisten, und gehört zum Eingängigsten, was der Longplayer zu bieten hat.

„Come This Madness“ ist bei weitem kein schlechtes Album, restlose Begeisterung vermag die Scheibe aber auch nicht auszulösen, von den unsinnigen Superlativen der Promo ganz zu schweigen.

Von mir gibt es 6,5 von 10 Hellfire Punkten.

Tracklist:

  1. One On One
  2. The Cult Of Ignorance
  3. Come This Madness
  4. This Time Of Year
  5. In A Different World
  6. Scandinavian Eyes
  7. Takin’ It Back
  8. In The Absence Of Grace
  9. The Angels Must Have Flown
  10. The Devil’s Back
  11. Nothing Can Follow This

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