Elder – Through Zero

© Elder

Geschrieben von Mathias Keiber
Band: Elder  
Album: Through Zero
Genre: Hevy Psych / Progressive Rock
Plattenfirma: Stickman Records
Veröffentlichung: 29.05.2026
 
Elder sind eine fantastische Band, keine Frage. Man kann Nick DiSalvo und seine Jungs auch gut und gerne als Ausnahmeerscheinung bezeichnen, denn sie strahlen mittlerweile weit über die Stoner-Szene hinaus, in der sie spätestens 2011 mit dem Killeralbum „Dead Roots Stirring“ in aller Munde und Ohren waren. Ein besonderer Ritterschlag war sicherlich, dass Danny Carey persönlich Elder 2024 als Vorband für Tool engagierte. Tja, und trotzdem haderte ich hier und da mit dem Material, das die Jungs in den letzten Jahren veröffentlichten, und bevorzugte tatsächlich den Solo-Output DiSalvos. Anno 2026 bringen Elder nun ein Album heraus, das ich vielleicht sogar als ihr bisher bestes bezeichnen möchte.
 
Das hat mehrere Gründe: Die Songs haben nichts von ihrer Abenteuerlust verloren, wirken aber zwingender und zielgerichteter. Der Opener „Sigil to Ruin“ packt zunächst zwei Minuten lang mit einer unablässigen Bassline zu, bevor er sich zu DiSalvos Vocals (der Mann singt besser denn je!) stilvoll entfaltet. Ein Auftakt nach Maß, doch noch besser in die Gänge kommt das Album danach: „Capture/Release“ hat einen mitreißenden Drive, wirkt für die Verhältnisse der Band fast schon fröhlich und schreit förmlich danach, live gespielt zu werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Titelsong, der spielerisch zwischen beschwingt tänzelnd und heftig heavy hin- und her changiert.
 
Das Beste aber kommt noch: Es folgt der 20-minütige Höhepunkt des Albums.
 
„Strata“ beginnt mit einer simplen Hin-und-her-Bassline und fast schon unschuldigen Tastentönen. Doch das ist nur der Anfang. Die Nummer steigert sich stetig, immer weiter, und nimmt nach acht Minuten eine Wendung, die mir die Kinnlade herunterklappen lässt – phänomenal! „Strata“ endet nachdenklich und geht fließend in „Sight Unseen“ über. Die erste Hälfte des Instrumentals wird eher von Keyboards dominiert, in der zweiten verwandelt es sich in ein mitreißendes Riff-Gewitter, bei dem die Band eine für ihre Verhältnisse ungewöhnlich hohe Geschwindigkeit erreicht und das Stück quasi explodieren lässt. Dabei hätte man es eigentlich auch belassen können, doch mit „Blighted Age folgt noch ein stimmungsvoller, bedächtiger Schlusspunkt.
 
Fazit: ein grandios komponiertes Stück Musik, schwer „Album des Jahres“-verdächtig. 9,5 von 10 Hellfire-Punkten.
 
Tracks: 
01 Sigil To Ruin 10:33
02 Capture/Release 08:47
03 Through Zero 09:06
04 Strata 10:48
05 Sight Unseen 08:50
06 Blighted Age 05:48
 
Weitere Infos: 
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