
© Dymytry Paradox
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Dymytry Paradox
Album: Born From Chaos
Genre: Nu-/ Modern- /Industrial Metal / Metalcore
Plattenfirma: Reaper Entertainment
Veröffentlichung: 16.01.2026
Manchmal beginnt ein Album schon mit einem kleinen Identitätsrätsel. Dymytry Paradox sind im Grunde die internationale Version der tschechischen Modern-Metal-Maschine Dymytry, nur eben mit englischsprachigem Frontmann.
Musikalisch regiert auf „Born From Chaos“ ein Sound, der Ende der 90er und Anfang der 2000er ganze Hallen geflutet hat. Tiefergestimmte Gitarren, fette Grooves, ein ordentliches Maß Industrial-Elektronik und Vocals, die zwischen wütendem Shouting und melodischer Eingängigkeit pendeln. Das ist moderner Metal mit klarer Nu-Metal-DNA, und die Band steht voll dazu. Kein ironisches Zitieren, kein Trendhopping, sondern ehrliche Liebe zu dieser Ära. Der Opener „Red Sky Remains“ macht direkt klar, wo die Reise hingeht. Druck, Hook, Groove. Auch „War Beneath My Skin“ und der Titeltrack drücken mächtig nach vorne und dürften Fans von Bands wie Disturbed, frühe Linkin Park oder Fear Factory sofort abholen. Zur Halbzeit sorgt „Reignite Me“ mit seinem Midtempo-Vibe für etwas Luft, bevor „Grave With No Name“ als klassische, ruhige Schlussnummer das Album kontrolliert ausklingen lässt.
Produktionstechnisch ist das alles auf internationalem Niveau: wuchtig, klar, modern. Die Riffs sitzen, die Elektronik-Elemente sind präsent, aber nie nervig, und der Gesang liefert genau die Mischung aus Aggression und Melodie, die dieses Genre braucht. Man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die genau wissen, wie diese Art von Songs funktionieren soll.
Und genau da liegt auch der einzige echte Haken: Alles ist gut, aber nichts ist überragend.
Kein Song fällt ab, aber es gibt auch keinen Refrain, der sich unauslöschlich ins Hirn brennt. Keine Hook, die man Tage später noch vor sich hinsummt. „Born From Chaos“ funktioniert hervorragend als Gesamtpaket, als durchgehender Flow aus Groove und Energie – aber der ganz große Hit bleibt aus.
Unterm Strich ist das hier ein stark produziertes, geschlossenes Modern-/Industrial-Metal-Album, das seine Wurzeln feiert, ohne altbacken zu wirken. Live dürfte das Material nochmal deutlich mehr zünden, gerade mit der futuristisch-alienhaften Optik der Band. Auf Platte fehlt vielleicht der eine Überflieger, Spaß macht es trotzdem, wenn man es hört. Dymytry Paradox bekommen mit ihrem neuen Werk eine 8,5 von 10 Hellfire-Punkten.
Tracklist:
01 Red Sky Remains
02 War Beneath My Skin
03 Born From Chaos
04 Sun Of A Broken God
05 Reignite Me
06 Empire Of The Fallen
07 Overmind
08 Oxygen Is Not Included
09 Grave With No Name
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