
© Doomherre
Geschrieben von: Tim Karow
Band: Doomherre
Album: Plaguelords
Genre: Doom- / Stoner Metal
Plattenfirma: Independent
Veröffentlichung: 25.11.2015
Doomherre aus Stockholm hat mit „Bonegoat“ vor zwei Jahren ein erstaunlich sattes Debüt hingelegt. So ein Ding, das schon beim ersten Durchlauf mehr Selbstbewusstsein ausstrahlte als so manche Band nach fünf Platten. Jetzt steht „Plaguelords“ im Raum, und das Trio macht von der ersten Sekunde an klar, dass man keine Experimente, sondern nur Ehrfurcht zu erwarten hat. Ehrfurcht vor Riffs, vor Schwere, vor dieser alten Schule des Doom, die lieber mit roher Hand arbeitet, als alles totzuproduzieren. Der „Bonegoat“ ist stillschweigend zum Erzähler des ganzen Unheils geworden, und die drei Schweden liefern ihm nur das Werkzeug.
Schon „Serpent Shrine“ macht keinen Hehl daraus, wohin die Reise geht. Breitbeinige Gitarren, die wie Lava über die Boxen fließen, ein Bass, der nicht einfach nur unterfüttert, sondern wuchtet, und ein Schlagzeugspiel, das zwar nie protzt, aber alles mit einer Ruhe trägt, die beinahe unheimlich ist. Doomherre haben das Tempo weiter heruntergekocht, wirken aber noch kompakter, noch entschlossener. „Wrath Of A Mountain God“ und „Hymn For Helios“ steigen dann endgültig in diesen uralten Mythos ein, den die Band mit ihrem Sound aufspannt.
Ein kleines Highlight sitzt zur Albummitte mit „Dark Hand“. Dieser Track zeigt eine introspektivere Schlagseite. Der Song wirkt wie ein tiefer Atemzug, der einmal quer durch die Brust fährt. Hier spürt man die Handschrift des neuen Produktionsgespanns besonders deutlich. Es ist klar, aber nicht zu glatt, satt, aber nicht fetttriefend. Man hört Holz, Luft, Raum, und das steht Doomherre verflixt gut. „Blodregn (Sabbatsberg II)“ zeigt wiederum, dass das Trio auch instrumental nicht einfach nur Atmosphären staut, sondern tatsächlich erzählt. Und das abschließende „This Burning Guilt“ ist eines dieser Stücke, die unter dem eigenen Gewicht fast zusammenbrechen. Aber eben nur fast.
Was „Plaguelords“ besonders macht, ist die Konsequenz. Doomherre schielen nicht nach Trends, achten nicht auf Hooks, die man in irgendeine Playlist tackert, und drücken keine unnötigen psychedelischen Abzweigungen rein, die aktuell „in“ wären. Das Album ist dunkel und langsam. Deshalb ist es beeindruckend. Vielleicht fehlt hier und da der überraschende Moment, irgendein ulkiger Ausbruch, der den grauen Himmel kurz aufreißt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Die Band weiß genau, was sie will, und sie hat keine Sekunde Angst davor, das auch so stehenzulassen.
Mit „Plaguelords“ haben Doomherre nicht einfach ein weiteres Doom-Album veröffentlicht, sondern ihren Sound fester, klarer und unnachgiebiger gemacht. Ein würdiger Nachfolger, technisch stärker, atmosphärisch dichter und erzählerisch noch runder als das Debüt. 8 von 10 Hellfire-Punkten, ein schwerer Brocken, der allerdings richtig gut liegt.
Tracklist:
01 Serpent Shrine
02 Stormfather
03 Wrath Of A Mountain God
04 Hymn For Helios
05 Blodregn (Sabbatsberg II)
06 Dark Hand
07 Dead Ship Bay
08 Plaguelords
09 This Burning Guilt
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